BVB-Analyse

So verschaffte sich der BVB eine bessere Ausgangslage

Dortmund.  In einer irrwitzigen Schlussphase kam der BVB zu einem 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt - und hat nun drei Punkte mehr als der Konkurrent.

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Der Chef näherte sich mit den besten Absichten, auch wenn das zunächst nicht zwingend zu erkennen war. Als Peter Stöger seinen Stürmer Michy Batshuayi erreicht hatte, da verpasste er ihm ein paar zärtliche Schläge und Schubser. Der Trainer von Borussia Dortmund lachte dabei und auch der Vermöbelte hatte seinen Spaß an dieser Begegnung, die sich nach einem merkwürdigen und am Ende spektakulären Fußballspiel ereignete, in dem Michy Batshuayi zum gefeierten Mann wurde. Zwei späte Treffer der Leihgabe des FC Chelsea sicherten den 3:2 (1:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt, einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze. "Ich bin erleichtert, weil ich in den vergangenen Wochen nicht mehr getroffen habe", sagte der Stürmer: "Das war ein ganz wichtiger Sieg."

Weil er zuletzt nicht mehr getroffen hatte, saß Batshuayi sogar bei Spielbeginn auf der Bank. Eine Reaktion auf die erschütternde Heim-Niederlage in der Europa League gegen den FC Salzburg am vergangenen Donnerstag. Auch Mario Götze, Mittelfeldspieler Julian Weigl und Innenverteidiger Sokratis mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Für sie übernahmen Maximilian Philipp, Christian Pulisic, Lukasz Piszczek und Manuel Akanji. Und zunächst sah es so aus, als verliehen die Umbaumaßnahmen der Borussia neuen Esprit. Dahoud spielte stark, das offensive Quartett mit André Schürrle an der Spitze zeigte sich beweglich und zielstrebig. Ergebnis: Die verdient Führung zur Halbzeit.

Beim BVB lief in der zweiten Halbzeit fast nichts mehr zusammen

Pulisic war über die rechte Seite durchgebrochen, seine Hereingabe beförderte Marco Russ ins eigen Tor (12. Minute). Mildernde Umstände durften ihm beschieden werden, weil direkt hinter ihm Dortmunds Marco Reus lauerte. "Die erste Halbzeit war eine der besten der vergangenen Wochen oder Monate", war Stöger angetan.

Doch in der zweiten Halbzeit lief so ziemlich nichts mehr zusammen beim BVB. Dortmund verlor Bälle, Zutrauen, Spielkontrolle. Frankfurt wurde besser, hatte Chancen. Das Spiel sah nach einem aus, das Unentschieden endet. Doch in der irrwitzigen Schlussviertelstunde mit vier Treffern kam alles anders als man noch Sekunden vorher denken konnte.

Zunächst traf der Frankfurter Luka Jovic nach einer Freistoßflanke per Kopf (75.). Nur 120 Sekunden später aber hatte die zuletzt hart kritisierte Borussia ein Antwort parat.

Denn die Borussia schaffte den erneuten Führungstreffer. Pulisic spielte den nach einer Stunde eingewechselten Michy Batshuayi frei und der schob den Ball überlegt in die Ecke (77.). Zwei zu eins. Reichte aber nicht. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Danny Blum einen Querpass vor das Dortmunder Tor über die Linie zum Ausgleich stocherte. 2:2. Die Hoffnung auf den Sieg schien endgültig aus dem Stadion gewichen, als Batshuayi doch noch einmal an den Ball kam. Ballannahme mit rechts, Schuss mit links. 3:2 in der vierten Minute der Nachspielzeit. Batshuayi badete in dem Beben der Tribünen. "Das sind magische Momente, dafür spielt man Fußball", schwärmte der belgische Nationalspieler, der sich nach dem Schlusspfiff um den Spielball bemühte. Als Erinnerung.

Bliebe nur noch der gespielte Zwist mit dem Trainer nach dem Schlusspfiff zu klären. War Batshuayi etwa sauer gewesen, weil er zunächst auf der Bank saß? "Nein, nein. Der Trainer ist der Boss. Es war intelligent von ihm, mich erst einmal draußen zu lassen, weil ich zuletzt etwas müde war." Einen weiteren Grund kennt Stöger: "Bei Stürmern ist es so, dass sie das Gefühl haben, die Spiele entscheiden zu müssen. Ich wollte ihm zeigen, dass es auch andere retten können." Ohne den Rucksack der Erwartungen traf Batshuayi endlich wieder - nahm seinen Spongebob-Rucksack und verschwand aus dem Stadion.

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