Fussball

NRW-Ministerium will Bundesliga-Fanausschluss durchsetzen

Zuschauen mit strengen Bedingungen: Beim Spiel Gladbach gegen Wolfsburg dürfen nur 300 Zuschauer ins Stadion.

Zuschauen mit strengen Bedingungen: Beim Spiel Gladbach gegen Wolfsburg dürfen nur 300 Zuschauer ins Stadion.

Foto: firo

Essen.  Mit steigenden Corona-Zahlen kehren die Geisterspiele zurück. Hier verpassen Sie keine Info zu BVB, Schalke, VfL Bochum und MSV Duisburg.

In Deutschland droht die zweite Corona-Welle. In vielen Regionen steigen die Zahlen wieder rasant an. Das hat auch Auswirkungen auf die Fußball-Ligen mit den Klubs aus Nordrhein-Westfalen: Borussia Dortmund, Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, VfL Bochum und MSV Duisburg. Es drohen wieder vermehrt Geisterspiele. Der wichtigste Wert: die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Liegt die Zahl über 35, sind Fußballspiele vor Publikum nicht erlaubt. Hier erhalten Sie den Überblick: Wo und gegen wen spielen BVB, S04, VfL, Gladbach und MSV als nächstes? Drohen die Partien zu Geisterspielen zu werden? Mit unserem Geisterspiel-Ticker verpassen Sie nichts.

Das ist der nächste Spieltag für BVB, Schalke und Co.: 23. bis 26. Oktober

  • Borussia Dortmund - Schalke 04 (in Dortmund, Inzidenz: 61,5)
  • Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach(in Mainz, Inzidenz: 86)
  • VfL Bochum - Erzgebirge Aue (in Bochum, Inzidenz: 72,2)
  • MSV Duisburg - KFC Uerdingen (in Duisburg, Inzidenz: 89,6)

Stand: 23. Oktober 2020, 00.00 Uhr

Quelle: Robert-Koch-Institut

Diese Spiele sind gefährdet:

Das Revierderby findet vor maximal 300 Zuschauern statt, da die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Grenzwert von 35 liegt. Auch Gladbach, das bei Mainz vor 100 Fans gastiert, und Bochum können nicht vor vollem Haus spielen. Auch in Hoffenheim ist der Wert gestiegen. Das Duisburg-Spiel findet definitiv ohne Fans statt - sollte es überhaupt ausgetragen werden.

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Und was ist mit anderen Spielen? Der Geisterspiel-Ticker:

23. Oktober: Den Fußball-Bundesligisten und anderen Profiklubs in Nordrhein-Westfalen drohen weitere Geisterspiele. Bei bundesweiten Teamsportwettbewerben sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das Landesgesundheitsministerium von NRW klar, wie das „Westfalen-Blatt“ (Freitag) berichtet. Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit.

Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans da.

20. Oktober: Dortmunder Stadtverwaltung hat dem BVB vor dem Spiel gegen Schalke 04 die aktuellen Vorgaben für die Zuschauer im Stadion übermittelt. Beim Revierderby am Samstagabend (18.30 Sky) dürfen nach jetzigem Stand höchstens 300 Zuschauer ins Stadion. Das entschied offenbar am Montag die Stadt Dortmund auf Grundlage der aktuellen Corona-Fallzahlen. Die Karten beim Spiel des BVB gegen Schalke 04 sollen unter den Dauerkarteninhabern verlost werden, verlautete aus dem Klub.

16. Oktober: Der Deutsche Fußball-Bund hat das Drittligaspiel des MSV Duisburg an diesem Sonntag gegen den Halleschen FC abgesagt. "Stand heute haben wir nur zwölf gesunde Profis. Dazu kommt mit Gian-Luca Reck unser U19-Torwart, der auch gemeldet ist. In diese Zahl rein gerechnet ist zudem ein Spieler, der nach seiner Quarantäne erst am Sonntag erstmals wieder seine Wohnung verlassen darf", sagte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic und lobte das Fingerspitzengefühl aller Beteiligten: "Umso mehr freuen wir uns über den Respekt aus Halle und auch beim DFB uns gegenüber in dieser alles andere als schönen Lage. Das ist Fairplay pur!"

Der Hallesche FC hatte der Absage am Freitag zugestimmt und trat die Reise nach Duisburg nicht an. Ein neuer Termin zur Austragung der Partie wurde noch nicht festgelegt.

16. Oktober Bei zwei weiteren Spielen der Fußball-Bundeslig müssen die Fans draußen bleibe Am Samstag stehen zwischen dem FC Augsburg und Spitzenreiter RB Leipzig sowie bei der Partie des SC Freiburg gegen Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky) zwei Geisterspiele an.

16. Oktober: Das Zweitligaspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Jahn Regensburg am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) findet ohne Zuschauer statt. In der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen liegt der Inzidenzwert weiter deutlich über 35,0. „Wir hatten gehofft, dass wir mit unserem erprobten Hygienekonzept auch die Partie gegen Regensburg vor Zuschauern spielen können“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Thomas Röttgermann: „Doch die Gesundheit aller steht selbstverständlich im Vordergrund.“

16. Oktober: Das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg darf am Samstag (20.30 Uhr/Sky) vor nur 300 Zuschauern im Borussia-Park ausgetragen werden. Dies teilte der Klub am Freitagmorgen mit, nachdem das Gesundheits- und Ordnungsamt der Stadt Mönchengladbach die ursprünglich erteilte Ausnahmegenehmigung für 20 Prozent der Gesamtkapazität an Zuschauern wegen der erhöhten Corona-Zahlen widerrufen hatte. Die Neuinfektionen in Mönchengladbach sind am Freitag auf 36,8 pro 100 000 Einwohner gestiegen, der Grenzwert liegt bei 35.

16. Oktober: Die unterschiedlichen Zahlen sorgen für einen Flickenteppich bei den Zuschauerzahlen. Eine kleine Übersicht über die aktuellsten Entwicklungen: Angesichts steigender Infektionszahlen werden nur wenige Spiele mit mehr als ein paar Hundert Zuschauern stattfinden. Neben dem Zuschauer-Komplett-Ausschluss in Augsburg kippte die Stadt Mainz die Erlaubnis für 6800 Zuschauer bei der Bundesliga-Partie des FSV am Samstag gegen Leverkusen. Nur 250 dürfen nun kommen. Hertha BSC geht dagegen trotz stark steigender Fallzahlen im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von 4000 Zuschauern gegen den VfB Stuttgart aus. Die TSG 1899 Hoffenheim kann für das Spiel gegen Borussia Dortmund am Samstag sogar aktuell mit 6030 Besuchern planen - noch liegt der Wert unter 35.

Quellen: eigene Recherche, dpa, sid

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