Bayern München

Nach dem Bayern-Krimi ist für Kovac die Note 1- möglich

Bayern-Trainer Niko Kovac

Bayern-Trainer Niko Kovac

Foto: Getty

Bremen.  Rekordmeister München kann nach dem Erfolg im Halbfinale des DFB-Pokals noch das Double holen. Dafür gibt es ein Lob von Präsident Uli Hoeneß.

Oft kommt es nicht mehr vor, dass sich Uli Hoeneß in die Interviewzonen der Stadien stellt, zufrieden seinen rot-weißen Schal zurechtrückt, um dann über den FC Bayern München und den Rest der Fußball-Welt zu dozieren. 3:2 hatten die Bayern das furiose DFB-Pokal-Halbfinale bei Werder Bremen gewonnen – und Hoeneß richtete sich an die Zweifler, die Trainer Niko Kovac die Fähigkeit abgesprochen hatten, die Bayern zu trainieren.

Hoeneß: "Mit die beste Rückrunde in der Geschichte des FC Bayern"

„Wenn ein Trainer in seinem ersten Jahr ins Pokalendspiel kommt und in der Bundesliga vier Spieltage vor Schluss Tabellenführer ist, dann hat er gute Arbeit geleistet“, erklärte Hoeneß. Und: „Wir spielen mit die beste Rückrunde in der Geschichte des FC Bayern. Da wollen wir uns nicht anfangen zu beklagen.“

Die Zahlen des Jahres sind beeindruckend: 2019 gewannen die Bayern von 18 Pflichtspielen 14. Den kleinen Makel, dass sie den Sieg im Pokal-Krimi einer umstrittenen Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert zu verdanken hatten, wischten die Bayern schnell weg. Kingsley Coman war nach einem Schubser des Bremers Theodor Gebre Selassie in der 80. Minute zu Boden gegangen, als wäre er von einem American-Football-Verteidiger erwischt worden. Robert Lewandowski erzielte vom Punkt das Siegtor. „Den Elfmeter fand ich hundertprozentig in Ordnung“, sagte Hoeneß. Kovac meinte während einer Pressekonferenz über Gebre Selassie: „Da hat er sich dumm angestellt.“

Drei Endspiele für Niko Kovac in Folge

Dafür bekam Kovac wütende Blicke von Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Doch während die Bremer meckerten, fluchten und litten, lobten die Bayern eilig die „fantastische Atmosphäre“, hakten dann den Abend aber ab. Für Kovac wird der DFB-Pokal zu einem Lieblingswettbewerb. Das Endspiel im Olympiastadion ist für den gebürtigen Berliner zum dritten Mal in Folge der Höhe- und Schlusspunkt der Saison.

Doch selbst wenn alles gut geht, und wenn Kovac die Meisterschaft und den Pokal gewinnt: So ganz perfekt ist die Saison nicht. Denn das Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool schmerzt immer noch, wie Hoeneß in Bremen bekräftigte. Nachdem der Präsident gefragt wurde, welche Note er Kovac geben würde, wenn das Double gelänge, rückte er seinen Schal ein letztes Mal zurecht, grinste und sagte: „Eins minus.“ Nur dieses Zeugnis würde Kovac auch in die kommende Saison versetzen.

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