Kommentar

Die Strafe für Manchester City ist endlich konsequent

Star-Trainer Pep Guardiola darf mit Manchester City zwei Jahre nicht im Europapokal spielen.

Star-Trainer Pep Guardiola darf mit Manchester City zwei Jahre nicht im Europapokal spielen.

Foto: Getty

Essen.  Manchester City muss wegen schwerwiegender Verstöße gegen das Financial Fairplay in den nächsten zwei Saisons in Europa zuschauen. Ein Kommentar.

Im Jahr seines Abschieds hatte sich Uli Hoeneß den Mund verbrannt. Der frühere Bayern-Präsident plauderte über das Transfergebaren des englischen Meisters Manchester City. Der ehemalige Bayern- und aktuelle City-Trainer Pep Guardiola habe ihm verraten, dass Manchester für einen 100-Millionen-Transfer ein kurzer Besuch „beim Scheich“ genüge. Dazu werde „der Gashahn um ein paar Millimeter“ aufgedreht, und das Geld sei wieder drin.

Für diese recht plumpe Schilderung musste sich Hoeneß bei den Engländern entschuldigen. Im Kern hatte er zumindest nicht Unrecht. Seit dem Jahr 2008 wird der Verein von einem Investmentunternehmen unterstützt. Eine kaum zu begreifende Transferoffensive wurde eingeleitet. Klubeigner Mansour bin Zayed Al Nahyan hat bis heute knapp zwei Milliarden Euro für neue Fußballspieler investiert.

Manchester City hat sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft

Es war ein vermeintliches Spiel ohne Grenzen, das nun mit einer drakonischen Strafe versehen wurde. Manchester City wird, sofern der Einspruch erfolglos bleibt, für zwei Jahre aus dem Europapokal verbannt. Der englische Meister hielt sich nicht an die Vorgaben des Financial Fair Play und verschaffte sich einen Wettbewerbsvorteil. Das ist zu sanktionieren. Die Uefa war demnach konsequent. Endlich.

Klar ist aber auch, dass City nicht der einzige Verein ist, der Regeln missachtet. Paris St.-Germain verprasst in ähnlicher Art seit Jahren Hunderte Millionen. Real Madrid tut dies trotz eines gigantischen Schuldenberges. Und der FC Chelsea verstieß gegen die Regularien zur Verpflichtung Minderjähriger. Oftmals wurden Strafen mit Tricks umgangen. Angesichts dieser vergleichbaren Fälle ist die Strafe für City unverhältnismäßig. Sie wird aber künftig wohl als abschreckendes Beispiel dienen.

Für die Vereine der Bundesliga, insbesondere die Bayern, ist die Strafe für City eine Bestätigung. Die Münchener haben sich stets von den Methoden auf dem internationalen Transfermarkt distanziert. Citys Strafe zeigt, dass dies der richtige Weg war.

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