Nationalelf

So verteidigt Bierhoff das DFB-Trainingslager in Venlo

Oliver Bierhoff gibt Auskunft.

Oliver Bierhoff gibt Auskunft.

Foto: dpa

Venlo  Vor dem EM-Qualifikationsspiel in Weißrussland trainiert die Nationalmannschaft in den Niederlanden. Bierhoff verteidigt die Entscheidung.

Oliver Bierhoff versucht es mit einem Witz: „Wir wollten auch einmal die Gegend kennenlernen, in der das halbe Ruhrgebiet am Wochenende einkauft“, sagt der Direktor Nationalmannschaften des DFB, als er am Montagmittag in Venlo zu den anwesenden Journalisten spricht. Bierhoff ist in Essen aufgewachsen, er weiß, wovon er spricht – aber er weiß auch, dass es natürlich erklärungsbedürftig ist, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr sechstägiges Trainingslager vor dem EM-Qualifikationsspiel in Weißrussland (Samstag, 20.45 Uhr/RTL) jenseits der deutschen Grenzen in den Niederlanden aufschlägt.

Mit fußballerischer Rivalität zum Nachbarn in Oranje muss man ihm allerdings nicht kommen: „Wir hatten doch gerade Europawahl, die Fragen wundern mich echt“, sagt Bierhoff. „Wir diskutieren doch immer dass wir zusammenrücken wollen.“ Und die Länderspiele seien zu seiner aktiven Zeit vielleicht noch „Krieg zwischen Spielern und Fans“ gewesen, heute aber gehe es freundschaftlich und friedlich zu: „Wir sehen da keine Grenzen mehr“, sagt der 51-Jährige.

Die Entscheidung für den Quartiersort Venlo erklärt Bierhoff mit einer langen Kausalkette: In der Vergangenheit trug der DFB zu dieser Zeit immer ein Benefizspiel aus, dass insbesondere seiner Egidius-Braun-Stiftung zugutekam. Weil inzwischen die Uefa aber alle Länderspiele zentral vermarktet, dürfte für ein solches Spiel kein Fernsehpartner gesucht und damit auch deutlich weniger Geld eingenommen werden. Um dennoch auf die Stiftungen aufmerksam zu machen „und unseren Fans nahe zu kommen“, wie es Bierhoff ausdrückt, wird nun am kommenden Mittwoch in Aachen eine öffentliche Trainingseinheit stattfinden, die sogar der TV-Sender Nitro überträgt.

"Wollten nicht in die ganz großen Städte

„Wir wollten nicht in die ganz großen Städte, die durch Bundesligafußball und andere Länderspiele verwöhnt sind, sondern in die Peripherie“, erläutert Bierhoff. Also wurde es Aachen, die Heimatstadt des langjährigen DFB-Präsidenten Egidius Braun. Alle der rund 30.000 kostenlosen Eintrittskarten sind bereits vergeben.

Mit der Wahl des Standorts Aachen begann die Suche nach Hotel und Trainingsplatz. „Und wer sich mit Hotelbuchungen ein bisschen auskennt, der weiß, dass es nicht ganz einfach ist, für 70 Leute die entsprechenden Kapazitäten zu bekommen, wenn auch noch andere Veranstaltungen sind oder im Sommer generell viel ausgebucht ist“, so Bierhoff. „Wir wollten ein Hotel haben, wo die Mannschaft familiär gut und eng zusammen ist, das nicht weit weg von Aachen ist und wo wir Top-Trainingbedingungen haben.“ Nicht zuletzt wegen dieser Bedingungen fiel die Wahl auf Venlo, wo der DFB im Stadion De Koel des Erstligisten VVV-Venlo trainieren kann.

„Wir haben einfach nur geguckt, wo wir die besten Möglichkeiten und Verfügbarkeiten in der Nähe von Aachen haben und dann diese Location gesehen“, beteuert Bierhoff. „Wir haben null darüber nachgedacht, dass das in den Niederlanden ist.“

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