Unnerstall

Ex-Schalker Lars Unnerstall wird in Venlo zum Grenzgänger

Jetzt im weißen Dress: Lars Unnerstall will in der neuen Saison für den FC VVV in Venlo das Tor sauber halten.

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Jetzt im weißen Dress: Lars Unnerstall will in der neuen Saison für den FC VVV in Venlo das Tor sauber halten. Foto: imago

Venlo.   Beim niederländischen Aufsteiger Venlo sucht der Torhüter seine neue Chance. Unnerstall sagt: "Geld ist hier wirklich nur zweitrangig für mich.“

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Über wahnwitzige Eurosummen im Profifußball lächelt Lars Unnerstall müde hinweg. Der 27-jährige frühere Schalker Torhüter, der einst 2012 gewichtigen Anteil am 2:1-Derbysieg in Dortmund hatte, braucht es nicht zu betonen: „Geld ist hier wirklich nur zweitrangig für mich.“ Unnerstalls Blick schweift über die schwarz-gelben Sitzschalen des 8000 Plätze fassenden Seacon Stadions. „Hier”, das heißt für ihn nun Venlo. In der kleinen Einkaufsstadt beim Ere­divisie-Rückkehrer FC VVV wird der bei Fortuna Düsseldorf zuletzt als Dauerreservist arbeitende Unnerstall zum Grenzgänger.

Die Chance des Fußballprofis, sich in der Provinz für höhere Aufgaben zu empfehlen, liest sich privat so: Unnerstall behält seine Wohnung in Düsseldorf und pendelt täglich die rund 35 Autobahnminuten in die Niederlande. Seine Frau Kim arbeitet weiter in der Kardiologie der Düsseldorfer Uniklinik. Genügend Zeit für Labrador Kurt bleibt auch noch übrig.

Sportlich gilt die Ehrendivision mit der Liga NOS aus Portugal als Nummer sechs in Europa und damit als gute Bühne, sich zu zeigen.

Genau dies ist Unnerstalls Plan: viele Spiele machen gegen starke Gegner wie Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven oder Feyenoord Rotterdam, dabei überzeugen, dann auf ein Angebot hoffen. Der 1,98-Meter-Riese hat sich bewusst nur für einen Einjahresvertrag bei Venlo entschieden, um am Ende der Saison ablösefrei zu sein. Das Gehalt bei VVV ist ziemlich schmal. Mit nur 6,5 Millionen Euro Gesamtetat müssen die Schwarz-Gelben auskommen. Zum Vergleich: So viel gab der MSV Duisburg in der 3. Liga aus.

Bei Manuel Neuer gelernt

Hinter drei wenig erbauliche Saisons in Düsseldorf hat Lars Unnerstall den Haken gesetzt. „Wenn man nicht spielt, nagt das am Anfang sehr an einem. Man ärgert sich, bekommt schnell schlechte Laune. Irgendwann erkennt man aber, dass die Welt nicht untergeht”, versichert Unnerstall. Der bekam im Zweikampf mit dem starken Michael Rensing bei nur zehn Profi-Einsätzen in drei Jahren zuletzt in der Düsseldorfer U23 Spielpraxis. In der Regionalliga.

Nicht das, was sich ein Profi vorstellt, der bei Manuel Neuer gelernt und vom Schalker Jahrhunderttrainer Huub Stevens einst zum Starttorhüter auserkoren worden war. Der schon vor 80 000 Zuschauern in Dortmund als Derbysieger vom Rasen ging. Der fünfmal für Schalke in der Champions League zum Einsatz kam. Ohne Niederlage.

Nun also – Venlo. Neue Liga, neues Glück? 2014 hat der Umweg für Unnerstall schon mal funktioniert. Beim Schweizer Erstligisten FC Aarau empfahl er sich als Ausleihe-Schalker für Düsseldorf.

Unnerstall trifft Huntelaar wieder

Ein Wiedersehen mit einem seiner früheren Kollegen könnte diesmal helfen. Am 27. August gastiert Ajax Amsterdam mit Klaas-Jan Hunterlaar am Kaldenkerkerweg. „Ich hoffe, der Hunter ist dann noch nicht so gut in Form”, sagt Unnerstall. VVV ist Abstiegskandidat Nummer eins und gegen Vizemeister Ajax krasser Außenseiter.

„Unser Ziel ist es, Viertletzter zu werden”, sagt Unnerstall. Er weiß: Ohne einen starken Torhüter wird die Elf von Cheftrainer Maurice Steijn das nicht schaffen. Am Samstag (18.30 Uhr) startet Unnerstall gegen Sparta Rotterdam deshalb in eine doppelte Mission.

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