2. Fußball-Bundesliga

Das Glück ist aufgebracht: Fortuna verliert in Berlin

Jean Zimmer (re.) schreit während eines Zweikampfs mit Unions Sebastian Polter auf.

Jean Zimmer (re.) schreit während eines Zweikampfs mit Unions Sebastian Polter auf.

Foto: Annegret Hilse/dpa

Düsseldorf.   Seit der Winterpause hat Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga spielerische Probleme. Bei Union Berlin gehen so erstmals Punkte verloren.

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Es schien für Fortuna Düsseldorf mal wieder alles gut zu gehen. In der Alten Försterei bei Union Berlin stand sie in den ersten 20 Minuten unter Dauerbeschuss. Die Innenverteidigung hielt jedoch dem Druck stand. Dann der erste Angriff nach 40 Minuten, Florian Neuhaus bringt den Ball Richtung Tor und verwandelt gleich zur Führung. Wie schon in den letzten Wochen schien Fortuna mit dem Gegner Probleme zu haben, doch am Ende trotzdem die Punkte mitzunehmen. Am Samstag gegen Union Berlin ging das seit der Winterpause zum ersten Mal schief: Mit 1:3 verliert Fortuna und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nach der glücklichen Führung nicht alles für den Sieg getan zu haben.

Union erkannte von Beginn eine Schwachstelle der Fortuna: Gegen hohes Pressing haben abgesehen von den technisch stark veranlagten Florian Neuhaus und Kaan Ayhan viele Fortunen Probleme. Gleich fünf daueroffensive Berliner sperrten die Rheinländer für die ersten 20 Minuten im eigenen Strafraum ein. Cheftrainer Friedhelm Funkel wirkte derweil an der Seitenlinie hektischer als üblich und ließ sich zu einer kuriosen Aktion hinreißen: Bevor ein Ball ins Aus rollen konnte, lenkt der Coach den Ball noch im Spielfeld mit Fußspitze ab, so dass der Berliner Gegenspieler nicht sofort einen Einwurf ausführen konnte.

Ein Torschuss reichte zur Führung

Trotz der Aufregung reichte Fortuna gegen Ende der ersten Hälfte ein Torschuss zur Führung. Niko Gießelmann behielt in der 41. Minute beim Konter die Ruhe und wartete, bis Florian Neuhaus aufgerückt war. Die Gladbacher Leihgabe spulte den Automatismus ab: Ballannahme, zielen, Abschluss – und traf genau den Innenpfosten im langen Eck. Nach Meinung des Kollegen Jean Zimmer eine Schuhputz-würdige Aktion.

Fortuna ließ allerdings eine entsprechende Reaktion auf die unerwartete Führung vermissen. „Wir sind heute nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen und haben individuell mehr Fehler gemacht als sonst“, kritisierte Rouwen Hennings seine Mannschaft: „Am Ende waren die Pässe zu unsauber. Deswegen haben wir kaum Torgefahr entwickelt.“ Nach dem 1:0 ging es weiter wie bisher. Nach kurzer Entlastung stürmte Berlin wieder an. Durch eine taktische Justierung in der Halbzeit gelang den Hauptstädtern mehr Zug zum Tor über die Außenspieler. Fortuna verließ sich indes darauf, die Führung zu verwalten. Das monierte auch der Düsseldorfer Niko Gießelmann: „Wir haben offensiv zu wenig Entlastung geschaffen und haben es nicht hingekriegt, die Bälle festzumachen. Hätten wir unsere Situationen besser ausgespielt, hätten wir vielleicht 2:0 in Führung gehen können.“

Elfer bringt den Ausgleich

Nach einigen vielversprechenden, jedoch erfolglosen Aktionen der Berliner war es Fortunas Adam Bodzek, der Union zum Ausgleich verhalf. In der 66. Minute stoppte der Verteidiger während einer Grätsche den Ball mit der Hand. Ohne Absicht war es dennoch ein klarer Elfmeter. Steven Skrzybski verwandelte für die „Eisernen“ zum 1:1. Nur fünf Minuten später legte Berlin nach und drehte die Partie. Zum ersten Mal kamen die Gastgeber bei einer Strafraumaktion zum Abschluss. Sebastian Polters ersten Schuss wehrte Kaan Ayhan noch mit der Hacke auf der Linie ab. Beim zweiten Versuch stand schließlich niemand mehr im Weg: 1:2.

Zum Ende investierte Fortuna nochmal mehr nach vorne, die einzig aufsehenerregende Szene war allerdings eine Parade von Düsseldorfs Torhüter Raphael Wolf, der im Eins-gegen-Eins mit Polter die Oberhand behielt. Den Schlusspunkt setzte stattdessen Union. Steven Skrzybski nutzte den neuen Raum und netzte mit der letzten Aktion vor dem Schlusspfiff zum 1:3 ein.

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