2. Fußball-Bundesliga

Die neue Führung von Fortuna Düsseldorf legt sofort los

Dieses Quintett gewann am Sonntag die Aufsichtsratswahl bei Fortuna: (von links) Ignacio Ordejón-Zuckermaier, Sebastian Fuchs, Dirk Böcker, Reinhold Ernst und Björn Borgerding. Die bestellten Mitglieder Dieter vom Dorff, Joachim Hunold, Carsten Knobel und Christian Veith (nicht auf dem Foto) ergänzen das Gremium.

Foto: Christof Wolff

Dieses Quintett gewann am Sonntag die Aufsichtsratswahl bei Fortuna: (von links) Ignacio Ordejón-Zuckermaier, Sebastian Fuchs, Dirk Böcker, Reinhold Ernst und Björn Borgerding. Die bestellten Mitglieder Dieter vom Dorff, Joachim Hunold, Carsten Knobel und Christian Veith (nicht auf dem Foto) ergänzen das Gremium. Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.   Die Störgeräusche um den abgelehnten Kandidaten Wolfgang Fiegen und den Rücktritt von Jörg Eicker sind für das Gesamtbild kaum von Belang.

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Mitgliederversammlungen sind eines der letzten großen Abenteuer in einem Sportverein. Man kann noch so gut vorbereitet sein und noch so viele Erfolge vorweisen – vor Überraschungen ist man nie sicher. Im Fall von Fortuna Düsseldorf waren es die Diskussion um den abgelehnten Aufsichtsrats-Kandidaten Wolfgang Fiegen und der Rücktritt des Finanzvorstands Jörg Eicker. Beide warfen unnötige Schatten auf einen Tag, der ansonsten nahezu ausschließlich positive Ergebnisse brachte.

Vor allem für den Aufsichtsrat. Wenn drei bisherige Gremiumsmitglieder erneut zur Wahl antreten und alle drei zu den fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen zählen, so ist das ein echter Vertrauensbeweis. In erster Linie galt das für den Vorsitzenden Reinhold Ernst. Von den 869 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten 632 für ihn – ein außergewöhnliches Ergebnis. Da er damit deutlich mehr Stimmen sammelte als der bei den Fans äußerst beliebte Björn Borgerding (590) und somit die meisten Mitglieder überhaupt hinter sich scharte, war es schon ein demonstratives Votum. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass noch in diesem Sommer eine Gruppe von Mitgliedern über eine Unterschriftenaktion Ernsts Sturz herbeiführen wollte.

Mehrheit steht hinter dem Kurs von Reinhold Ernst

Ganz offensichtlich steht also die große Mehrheit der Fortunen hinter Ernsts Kurs und dem seiner Mitstreiter. Die neu hinzugewählten Aufsichtsräte haben bereits angedeutet, sich diesem Kurs – wenn auch mit eigenen Ideen – anschließen zu wollen. Mit Ex-Kapitän Dirk Böcker ist erstmals ein früherer Profifußballer im Gremium dabei, der obendrein Wirtschafts- und Marketingerfahrung mitbringt, Sanitär-Unternehmer Sebastian Fuchs will das mittelständische Sponsoring wieder stärken.

Eine lange Anlaufzeit wird es für den Aufsichtsrat, zu dem auch der ebenfalls wiedergewählte Rechtsanwalt und Personal-Experte Ignacio Ordejón-Zuckermaier sowie die bestellten Mitglieder Dieter vom Dorff, Joachim Hunold, Carsten Knobel und Christian Veith gehören, nicht geben. Eickers Rücktritt setzt das Gremium zwar nicht unmittelbar unter Zugzwang, da Fortunas Finanzen derzeit gut aussehen und der scheidende Zahlenchef obendrein eine Übergangszeit eingeräumt hat, doch Ernst versichert, dass die Suche nach einem Nachfolger bereits begonnen hat: „Wir sind sofort handlungsfähig.“

Bau des NLZ ist in ein wichtiges Projekt

Jemanden zu finden, der selbst eine starke Persönlichkeit ist und dennoch zum Führungsstil des Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer passt, ist eine ambitionierte Aufgabe. Auch ansonsten wird es dem Rat nicht langweilig werden: Er muss den Bau des Nachwuchsleistungszentrums begleiten, des vielleicht wichtigsten Projekts der jüngeren Fortuna-Geschichte. Und er muss klären, ob er mittelfristig neben Erich Rutemöller noch weitere sportliche Kompetenz in den Vorstand berufen möchte.

Die Frage nach einem Sportdirektor wurde auf der Versammlung interessanterweise gar nicht gestellt, schon gar nicht der Name des in Köln ausgeschiedenen Jörg Schmadtke ins Spiel gebracht. Kontinuität zählt in Düsseldorf dieser Tage offenbar mehr als der Bau von Luftschlössern. (jol)

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