2. Bundesliga

Fortuna-Spieler sind kritischer als ihr Trainer Funkel

Foto: dpa pa

Düsseldorf.   Seit fünf Pflichtspielen läuft es bei Fortuna Düsseldorf nicht mehr. Die Spieler sind vor dem Topduell in Kiel kritischer als Friedhelm Funkel.

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Friedhelm Funkel kennt den Profifußball seit 1973 aus der fast täglichen Naherfahrung. Der gebürtige Neusser wirbelte 17 Jahre lang als Mittelfeldspieler bei Bayer Uerdingen und beim 1. FC Kaiserslautern, dazu seit nunmehr 27 Jahren als Cheftrainer eines Erst- oder Zweitligisten. Funkel weiß also genau, wann er welche Worte zu wählen hat.

Nach dem 1:3-Montagsdebakel seiner Düsseldorfer Fortuna gegen den Tabellendrittletzten Dynamo Dresden schwamm der Aufstiegsexperte, der als Trainer fünfmal den Sprung in die Bundesliga bewerkstelligt hat, gegen den Strom. Überaus forsch sogar. Vermutlich auch deshalb, um nur ja niemandem die Gelegenheit zu geben, der Fortuna eine sportliche Krise einzureden. Was nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg mit nur drei eigenen Treffern auf der Hand läge.

„Macht mir hier doch nicht so lange Gesichter! Wir sind Tabellenzweiter, wir haben bisher eine gute Gesamtleistung hingelegt. Und wir werden wieder gewinnen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, hielt Funkel der verblüfften Journalistenschar entgegen.

Krampf im Kopf und in den Beinen

Ähnliches hatte der Trainer seinen Spielern bereits in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben. Krise? Pah! Doch die Wirkung, seiner Elf irgendwie den latenten Krampf aus Kopf und Beinen zu reden, zielte ins Leere.

Gegen Dresden präsentierte sich Fortuna erstmals in dieser Saison durchgängig mies. Über 90 Minuten. Das wussten auch die Protagonisten. Und die zeigten sich deutlich kritischer als ihr Chef Funkel. Gerade auch mit Blick auf die finalen drei Pflichtspiele des Jahres 2017: Am Samstag (13 Uhr/Sky) steht das Topduell bei Spitzenreiter Holstein Kiel an, am 11. Dezember (20.30 Uhr) kommt der Tabellendritte 1. FC Nürnberg nach Düsseldorf, am 15. Dezember (18.30 Uhr) geht es zum abgestürzten Mitfavoriten Eintracht Braunschweig.

Der zweimalige DFB-Pokalsieger läuft mit den Eindrücken von nunmehr fünf sieglosen Pflichtspielen im Hinterkopf Gefahr, seine exzellente Position im Aufstiegsrennen zu verspielen. Vier Punkte Vorsprung auf die Verfolger Nürnberg und Union Berlin wirken ganz und gar nicht mehr komfortabel.

„Wir stecken in einem leichten Negativstrudel. Und das seit vier Spielen“, sagt Innenverteidiger André Hoffmann und klammert nur den formidablen Pokalfight gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) aus. „Schon am Samstag in Kiel wird sich zeigen, welchen Charakter die Mannschaft besitzt.“

Der ehemalige Bundesligaspieler von Hannover 96 benennt auch den Knackpunkt dafür, warum die Düsseldorfer seit dem glücklichen 1:0 über Darmstadt 98 Mitte Oktober nur noch drei Tore zustande brachten. Eines davon per Elfmeter gegen Heidenheim, eines per Gastgeschenk nach einer verunglückten Torwartrückgabe des Dresdener Außenverteidigers Paul Seguin.

„Wir haben stets viel Ballbesitz, spielen aber kaum Chancen heraus. Im Spiel nach vorn fehlen derzeit Feuer und Klarheit“, kritisiert André Hoffmann. „In der zweiten Halbzeit ist uns gegen Dresden der Glaube an die Wende abhanden gekommen. Das darf uns nicht noch einmal so passieren“, fügte Kapitän Oliver Fink an.

Ex-Schalker Sobottka kehrt zurück

Es kamen kaum brauchbare Flanken von den Außenpositionen. Ideen und Impulse aus dem defensiven Mittelfeld, das mit den beiden ehemaligen Schalker Bundesligaspielern Kaan Ayhan und Lukas Schmitz prominent besetzt schien, blieben weitgehend aus.

Zum Topspiel in Kiel am Samstag kehrt ein weiterer früherer Schalker ins defensive Mittelfeld zurück: Marcel Sobottka, ein Leistungsträger, hat seine Gelb-Sperre abgesessen. Auf seinen Lieblingspartner, Gladbachs Leihgabe Florian Neuhaus, muss Sobottka wegen einer Dreispielesperre erneut verzichten.

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