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Fortuna Düsseldorf: Erik Thommy ist heiß auf den 1. FC Köln

Düsseldorfs Erik Thommy.

Düsseldorfs Erik Thommy.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Düsseldorfs Mittelfeldspieler Thommy entschied in der Hinrunde das Spiel gegen Köln. Im Rückspiel am Sonntag will er daran anknüpfen.

Die Atmosphäre in Düsseldorf vor dem letzten Derby gegen den 1. FC Köln hat Erik Thommy in bester Erinnerung. Die spezielle Stimmung in der Stadt habe er während der ganzen Woche vor der Partie gespürt, erklärte Fortunas flinker Mittelfeldspieler damals. Am Sonntag steht für das Team von Uwe Rösler nun der Gegenbesuch in der Domstadt an (18 Uhr/Sky) – und alles ist anders. „Keiner von uns geht groß raus, jeder macht nur das Nötigste. Man vermeidet einfach jegliches Risiko, damit am Wochenende alle wieder auf dem Platz stehen können“, erzählt Thommy im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Konsequenz: „Man nimmt nicht wirklich wahr, was in der Stadt passiert, weil man keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen hat.“

Bei Fortuna fehlte am Ende des ersten Spiels nach der Corona-Pause auch ein bisschen was: zwei Punkte, wieder mal. Das 0:0 gegen Schlusslicht Paderborn bot dabei – als habe es die zehnwöchige Unterbrechung nicht gegeben – einen bekannten Makel des Liga-Sechzehnten: „Wir müssen einfach unsere Chancen besser nutzen. Und wir zerbrechen uns den Kopf darüber, wie wir das verbessern können“, seufzt der Ende Januar installierte Chefcoach Rösler – unter dem der 25-jährige Thommy Fahrt aufgenommen hat. In der zweiten Februarhälfte traf er in den drei aufeinander folgenden Partien gegen Gladbach, in Freiburg und gegen Hertha BSC – und kam so auf 60 Prozent seiner bislang fünf Saisontore.

Thommy ist ein Fan der Fortuna-Spielweise

Er habe sich auch unter Röslers Vorgänger Friedhelm Funkel sehr wohl gefühlt, betont Thommy dabei. Der etwas mutigere Stil der Fortuna unter Rösler kommt ihm aber schon entgegen. „Ich kann mich mit unserer Spielweise momentan gut anfreunden. Wir schaffen es einfach, defensiv gut zu stehen und auch vorne immer wieder viele Chancen zu kreieren. Ich bin Offensivspieler, das macht mir natürlich Spaß. Jetzt gilt es nur noch, das effektiver zu nutzen“, betont der gebürtige Ulmer, der beim Hinspielerfolg über Köln das entscheidende 2:0 beisteuerte. Nach einem der für ihn typischen Sturmläufe Richtung generisches Tor, kühler Abschluss in dem Fall inklusive.

In Freiburg gelang ihm dreieinhalb Monate später – im Laufduell mit SC-Nationalspieler Luca Waldschmidt – ein ähnlich spektakuläres Sprintertor. In seiner persönlichen Hitliste rangiert der Treffer vom 3. November allerdings ganz oben. „Zum einen war es das Derby, dann auch noch zu Hause – und es war mein erstes Bundesligator für die Fortuna. Wichtig waren beide Tore, beide haben sich auch gut angefühlt. Aber direkt vor der Kurve das 2:0 zu machen, war schon etwas Besonderes. Dazu die Lautstärke – das war einmalig“, schwärmt Thommy.

Thommys Vertrag läuft bis Juni 2022

Achim Beierlorzer saß anschließend nur noch einmal auf der Trainerbank des FC, es folgte der Doppelwechsel des Geißbockklubs auf der Position des Cheftrainers (Markus Gisdol) und des Sportchefs (Horst Heldt). „Ab da ging es bei den Kölnern peu à peu bergauf. Sie stehen jetzt im gesunden Mittelfeld, haben mit dem Abstieg nichts mehr am Hut. Das ist eine gute Mannschaft, die einen Lauf hat. Und den versuchen wir jetzt mal zu unterbrechen“, kündigt Erik Thommy an.

Weniger Einfluss hat der vom VfB Stuttgart bis Saisonende entliehene Spieler auf seine nähere berufliche Zukunft. Thommys Vertrag bei den Schwaben läuft bis Juni 2022, im Sommer hätte Düsseldorf eine Kaufoption von rund drei Millionen Euro. Aber auch auf diesem Feld ist wegen der Corona-Pandemie momentan alles anders. „Personalentscheidungen müssen derzeit erst mal hinten angestellt werden. Zum einen, weil der Markt aufgrund der Situation etwas stagniert. Zum anderen weiß man nicht zu hundert Prozent, wie es weitergeht“, erläutert Thommy. Sich selbst bezeichnet er als „eher bodenständig“, rosarote Wölkchen sind ihm entsprechend fremd. „Wenn ich mal zwei, drei Tore schieße, muss mich keiner vom Sockel herunterholen. Dass ich noch Entwicklungsbedarf habe, steht außer Frage“, erklärt Erik Thommy bescheiden.

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