Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf funkelt wieder - dank Zack Steffen

Stark gehalten: Fortuna Düsseldorfs Torwart Zack Steffen.

Stark gehalten: Fortuna Düsseldorfs Torwart Zack Steffen.

Foto: firo

Bremen.  Überragender Saisonstart für Fortuna Düsseldorf: Dank der starken Leistung von Torwart Zack Steffen siegte Fortuna 3:1 bei Werder Bremen.

Auch fast drei Jahrzehnte Altersabstand können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Friedhelm Funkel mit Florian Kohfeldt mehr verbindet, als viele denken. Sonst hätten sich der Trainer von Fortuna Düsseldorf, 65, und sein Kollege von Werder Bremen, 36, am Samstag nicht zweimal umarmt wie beste Kumpel, die sich das erste Mal seit Monaten wiedersehen. Erst am Platzrand, dann nach der Pressekonferenz drückten sich zwei Fußballlehrer, die beide als „Trainer des Jahres“ gelten.

Der eine (Funkel) hat kürzlich beim „11Freunde“-Event diese Auszeichnung erhalten, der andere (Kohfeldt) wurde vom DFB mit dem Trainerpreis des deutschen Fußballs bedacht. Doch den Vergleich zum Bundesligastart entschied der Ältere für sich. „Wir hatten in einigen Situationen sicherlich Glück. Wir müssen besser Fußball spielen, waren aber sehr effektiv“, meinte Funkel nach dem nicht unverdienten 3:1 (0:1)-Auswärtserfolg, der der Fortuna den ersten Sieg an der Weser seit 42 Jahren bescherte. Damals, am 22. April 1977, trafen noch Dieter Brei und Klaus Allofs für Düsseldorf.

Doppel-Schlag von Fortuna Düsseldorf

Ihre Nachfolger konnten ihr Glück kaum fassen. „Nach 13 Minuten habe ich mal auf die Anzeigetafel geschaut und festgestellt, dass ich noch keinen Ball berührt hatte“, sagte Fortuna-Stürmer Rouven Hennings. „Dann haben wir uns reingekämpft. Denn wir wissen, was wir können und was wir nicht können.“

War es Zufall, dass Hennings Torschütze der unverhofften 1:0-Führung (36.) werden sollte? Mal wieder war der pragmatische Ansatz des Lehrmeisters erfolgreich. Nachdem Johannes Eggestein das 1:1 geköpft hatte (47.), schlugen Kenan Karaman (52.) und Kaan Ayhan (64.) zu wie ein Boxer, der sich genau im richtigen Moment aus einer sicheren Deckung wagt. „Wir müssen auch dieses Jahr jeden Punkt mitnehmen, der uns angeboten wird“, meinte Abwehrchef Ayhan. Funkel fordert, dass sich niemand nach der starken vergangenen Saison zurücklehnt: „Ich habe nicht eine Sekunde gezweifelt, dass wir in Sachen Teamgeist nahtlos an die Saison anknüpfen können.“

Prächtig fügten sich die Neuzugänge ein: Lewis Baker erwies sich im zentralen Mittelfeld ebenso als Gewinn wie auf dem Flügel Leihspieler Erik Tommy, der das zweite und dritte Fortuna-Tor mustergültig vorbereitete. Der beste Düsseldorfer stand zwischen den Pfosten: Wie Zackary Steffen bei einem halben Dutzend guter Möglichkeiten – teilweise auch noch sehr unkonventionell – reagierte, nötigte sogar dem früheren Amateurkeeper Kohfeldt ein dickes Kompliment ab: „Düsseldorf hat mit einem fantastischen Torwart gespielt.“ Funkel wiederum dankte explizit seinem Sportvorstand, dem Torwart-Weltenbummler Lutz Pfannenstiel, dafür, den 24-jährigen US-Amerikaner auf Leihbasis von Manchester City an den Rhein gelotst zu haben: „Es war nicht so einfach, Pep Guardiola zu überzeugen, ihn auszuleihen. Zack hat grandios gehalten. Er ist ein sehr lockerer Typ, hat eigentlich immer gute Laune, ist sehr diszipliniert und ist neben seinen Torwartqualitäten zudem noch fußballerisch gut.“ Pfannenstiel hatte den Weg des selbstbewussten Modellathleten schon in der amerikanischen Profiliga MLS und beim SC Freiburg II verfolgt, „jetzt ergab sich eine perfekte Konstellation“. Steffen freute sich über seinen Einstand und versicherte: „So kann es weitergehen.“ Der Sonnyboy dürfte auch am kommenden Spieltag gegen Bayer Leverkusen genug Gelegenheiten bekommen, sich auszuzeichnen.

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