2. Fußball-Bundesliga

Friedhelm Funkel kann auf Marcel Sobottka nicht verzichten

Wieder ein Gegner gestoppt: Marcel Sobottka (31) nimmt dem Kieler Alexander Mühling den Ball ab.

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Wieder ein Gegner gestoppt: Marcel Sobottka (31) nimmt dem Kieler Alexander Mühling den Ball ab. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Düsseldorf.   Beim 2:2 in Kiel war Fortuna gegenüber dem 1:3 gegen Dresden nicht wiederzuerkennen. Die Rückkehr des Mittelfeldspielers war wichtig.

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Wer Marcel Sobottka auf Fortunas kleinem Weihnachtsmarkt in Flingern ausfindig machen wollte, musste schon genau hinsehen. Der 23-Jährige versteckte sich unter gleich zwei dicken Kapuzen – allerdings nur vor dem rheinischen Schmuddelwetter auf dem Hermannplatz, nicht etwa vor den Fans. Denen gab Sobottka, wenn sie ihn denn einmal erkannt hatten, fleißig Autogramme und stellte sich auch unermüdlich allen Gesprächen und Fotowünschen.

Der gebürtige Gelsenkirchener ist sehr gefragt bei Fortunas Anhängern, die längst erkannt haben, welche Bedeutung der Mittelfeldspieler für die Stabilität der Mannschaft hat. Dem letzten Zweifler musste das bei der 1:3-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden deutlich werden, die Sobottka gelbgesperrt auf der Tribüne erlebte. Ohne ihn war Fortunas zentrales Mittelfeld praktisch nicht existent, fehlte jede Bindung zwischen der Innenverteidigung und den Angreifern.

Funkel macht eine Ausnahme

Trainer Friedhelm Funkel ist Einzellob für gewöhnlich fremd, doch bei Marcel Sobottka macht selbst er eine Ausnahme. Nach dem starken Auftritt beim 2:2 in Kiel erklärte der 63-Jährige seine Wechsel vor der Schlussoffensive so: „Es war klar, dass wir Havard Nielsen und Emir Kujovic einwechseln wollten, um noch den Ausgleich zu erzwingen. Jean Zimmer haben wir dabei herausgenommen, um in Julian Schauerte wenigstens noch eine defensive Absicherung zu haben. Und dann konnten wir ja nur noch Olli Fink herausholen: Der ist zwar offensiver als Marcel Sobottka, aber den kannst du ja nicht rausnehmen, der ist viel zu wichtig für uns.“

Der Ritterschlag für einen Spieler, der von vielen schon jetzt als künftiger Fortuna-Kapitän gehandelt wird. Seine Einstellung ist stets über jeden Zweifel erhaben, er ist kämpferisch ein Anführer, kombinationssicher und obendrein torgefährlich. Im Juni unterschrieb er einen Fünf-Jahres-Vertrag und gab damit ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Düsseldorf ab, wohin er inzwischen mit Frau und Tochter auch gezogen ist.

Ansteckender Ehrgeiz

Sobottka ist aber nicht nur wegen seiner sportlichen Qualitäten wichtig für den Zweitliga-Zweiten, sondern auch wegen seines ansteckenden Ehrgeizes. „Wir haben nach der Pause zu viele Chancen zugelassen“, sagte er leicht angefressen – ihm war der Auswärtspunkt im Gipfeltreffen nicht genug. „Aber so zurückzukommen, wie wir es nach dem Rückstand getan haben, spricht schon für unsere Mannschaft“, ergänzte er versöhnlicher.

Am nächsten Montag gegen den 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr, Arena) lastet endlich wieder etwas weniger Last auf Sobottkas Schultern, denn dann ist die Sperre von Florian Neuhaus abgelaufen. Dann hat Fortuna ihr Sieben-Tore-Duo in der Zentrale zurück – und die Hoffnung darauf, sich etwas vom Verfolger aus Mittelfranken abzusetzen. (jol)

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