Fortuna

Funkel schimpft über den Schiedsrichter und den Videobeweis

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Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf hat gegen Eintracht Frankfurt 0:3 (0:0) verloren. Für Trainer Friedhelm Funkel lag das auch am Schiedsrichter.

So ganz war im Innenraum des Düsseldorfer Stadions immer noch nicht klar, warum nun das frühe Tor von Fortuna Düsseldorf nicht gezählt hatte. Dawid Kownacki zurückgepfiffen wurde, nachdem er schon jubelnd in Richtung der Anhänger rennen wollte. Dem Aufsteiger so die Führung gegen Eintracht Frankfurt genommen wurde.

Am Ende verlor die Fortuna 0:3 (0:0). Die Tore erzielten Goncalo Paciencia (48.) und zweimal Sebastien Haller (90.+1/90.+3).

„Mir wurde gesagt, dass es wegen Handspiel war“, erklärte Rouwen Hennings. Also Hand. Kaan Ayhan meinte hingegen, dass Schiedsrichter Robert Hartmann eine Abseitsstellung erkannt hatte. Also Abseits. Für vermeintliche Klarheit sorgte erst Trainer Friedhelm Funkel. „Er hat es wegen Abseits zurückgenommen“, erklärte er. Denn: „Er hat sich deswegen in der Halbzeit bei mir entschuldigt.“

Diskussionen über einen Abseitspfiff

Entschuldigt deswegen, weil Kownacki nicht im Abseits stand, so sahen es zumindest die Düsseldorfer. Der Pass sei nämlich unfreiwillig vom Frankfurter Jonathan de Guzman gekommen. Kurz zuvor hatte allerdings Dodi Lukebakio den Ball mit der Hand berührt. Ziemlich kompliziert. Da hätte der Videoschiedsrichter durchaus helfen können. Der konnte aber nicht mehr eingreifen, denn Hartmann hatte die Situation direkt zurückgepfiffen. Anders als dies aufgrund der neuen Technik mittlerweile üblich ist.

Hartmann aber wollte nach Spielende von einer Fehlentscheidung nichts wissen: "Wir haben Abseits gepfiffen, da geben uns die Bilder glaube ich auch recht", sagte der Schiedsrichter - räumte aber ein, dass das Zustandekommen der Entscheidung verbesserungswürdig sei: "Ich habe zu früh gepfiffen. Der Video-Assistent hätte uns nicht korrigieren können. Aber es gibt Bilder, die belegen, dass als letztes ein Düsseldorfer am Ball war. Deswegen ist die Entscheidung am Ende des Tages richtig. Der Kontakt reicht aus, der ist definitiv gegeben.“

Ärger über nicht gegebenen Elfmeter

Auf Düsseldorfer Seite war man anderer Meinung: „Wir sind mit Sicherheit keine Freunde“, schimpfte Funkel. „Er muss weiterlaufen lassen. Dann kann der Videoschiedsrichter sich melden“, ergänzte der Trainer, der sich auch noch über eine andere Aktion ärgerte. „Beim Elfmeter meldet sich der Videoschiedsrichter auf einmal.“

In der zweiten Halbzeit war dies. Lukebakio wartete schon am Elfmeterpunkt, um die Chance zu erhalten, den Ausgleich zu erzielen. Doch diesmal meldete sich Videoschiedsrichter Felix Zwayer. Hartmann schaute sich die Szene anschließend noch einmal am Spielfeldrand in der Wiederholung an. Und erkannte nun doch kein absichtliches Handspiel von Martin Hinteregger.

Videobeweis "in vielen Situationen ungerecht"

„So lange sich die Schiedsrichter nicht irgendwann mal einigen, wann gepfiffen wird und wann nicht, dann wird es diese Diskussionen immer geben“, meinte Funkel. „Aber dass ausgerechnet wir so oft benachteiligt werden, das ist natürlich nicht schön“, sagte der 65-Jährige weiter. „Über Hand kann man immer streiten, aber wir wurden jetzt fünfmal benachteiligt. Ich habe bisher nie was gesagt. Aber jetzt muss ich das mal.“ Und der Videobeweis? „Er ist auf jeden Fall in vielen Situationen ungerecht.“

Funkels Spieler ziehen ein ähnliches Fazit. „Ich war eigentlich immer ein Befürworter für den Videobeweis“, erklärte Ayhan, „aber wenn wir jetzt bei Abseitsentscheidungen so krasse Fehlentscheidungen machen, dann ist das bitter.“ Hennings meinte: „Die wurschteln sich das so ein bisschen im Keller zusammen.“

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