Fortuna Düsseldorf

So will Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga wieder begeistern

Immer schön lächeln: Lutz Pfannenstiel (links) begrüßt Nana Ampomah in Düsseldorf.

Immer schön lächeln: Lutz Pfannenstiel (links) begrüßt Nana Ampomah in Düsseldorf.

Foto: Fortuna Düsseldorf

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf versucht, Abgänge durch kreative Transfers zu ersetzen. Für Sportvorstand Lutz Pfannenstiel wird der Sommer zur ersten Bewährungsprobe.

Nana Ampomah tummelte sich am Donnerstag bereits im Kreise seiner neuen Kollegen. Ein Video, das Fortuna Düsseldorf schleunigst in den sozialen Netzwerken verbreitete, zeigt, wie er mit der Mannschaft über den Rasen trabt. Nachdem der Klub kurz zuvor den Transfer offiziell bestätigt hatte. Der Stürmer kommt vom belgischen Erstligisten Waasland-Beveren. Er erhält einen Dreijahresvertrag und wird nun in die große Bundesliga katapultiert, in der sich der eine oder andere wohl fragen wird: „Nana, wer?“.

Denn wieder einmal basteln die Düsseldorfer an einem Kader, der aus einigen eher unbekannten Gesichtern besteht, in dem zudem viele Leih-Spieler versuchen, ihre Karriere in Schwung zu bringen. Die begrenzten finanziellen Mittel zwingen den Klub, bei Transfers um die Ecke zu denken. Keine leichte Aufgabe, denn Sportvorstand Lutz Pfannenstiel muss schmerzhafte Abgänge wie Benito Raman (Wechsel zum FC Schalke), Dodi Lukebakio (Leih-Ende vom FC Watford) oder Marcin Kaminski (Leih-Ende vom VfB Stuttgart) ersetzen. Während im Umfeld nach der rauschhaften vergangenen Saison, die auf dem zehnten Tabellenplatz endete, die Erwartungen steigen.

Funkel setzt auf klassische Werte

Trainer Friedhelm Funkel versucht deswegen, seinen Spielern den Druck zu nehmen. „Was vergangenes Jahr passiert ist, war ein Wunder. Und Wunder lassen sich nicht wiederholen“, meint er. „Die Spieler, das Trainerteam und der ganze Verein haben das verinnerlicht. Ich hoffe, dass auch von außen keine Unruhe bei Rückschlägen aufkommt.“

Der dienstälteste Trainer der Bundesliga (65) wird wieder auf Werte wie Teamgeist und Fitness setzen. In der vergangenen Saison trumpfte seine Mannschaft häufig mit einer dicht gestaffelten Defensive auf, um dann bei Ballgewinn enormes Tempo zu entwickeln. Das Problem: Mit Raman und Lukebakio hat der Klub zwei rasante Profis verloren. Sie reißen eine Lücke, auch wenn Funkel ankündigt: „Wir wollen unser Spiel nicht großartig umstellen.“

Ein möglicher Ersatz: Neuzugang Nana Ampomah. Mit seinem Landsmann Lukebakio hat sich der Belgier bereits vor seinem Wechsel ausgetauscht, sich Düsseldorf empfehlen lassen. Nun möchte auch er seine Schnelligkeit einbringen. „Aber ich bin hier, um zu arbeiten. Taten sprechen lauter als Worte“, sagt er. Dafür lobt Pfannenstiel. „Nana Ampomah ist ein schneller, beidfüßiger und trickreicher Spieler für die offensive Außenbahn“, sagt der Sportvorstand. „Wir haben ihn mehrfach beobachtet und sind davon überzeugt, dass er nach seiner starken Saison in der belgischen Jupiler League auch in der Bundesliga einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.“

Kownacki ist neuer Rekordtransfer

Lange arbeitet Pfannenstiel noch nicht für die Fortuna. Erst im Dezember 2018 zog es ihn von der TSG Hoffenheim an den Rhein. In der Winterpause ergänzte er den Kader, doch im Grunde ist die aktuelle Transferperiode die erste echte Bewährungsprobe für den 46-Jährigen.

Bislang leiht er aufgrund des kleinen finanziellen Spielraums vor allem Spieler aus. Etwa Offensivspieler Erik Thommy vom VfB Stuttgart. Oder Torhüter Zack Steffen von Manchester City. Auch Bernard Tekpetey von Schalke.

Für Dawid Kownacki hat der Verein allerdings doch tief in die Tasche gegriffen, um ihn vom italienischen Erstligisten Sampdoria Genua zu locken. Etwa 7,5 Millionen Euro wurden nach Italien überwiesen. Kownacki ist damit der bislang teuerste Spieler der Vereinsgeschichte. Schon in der Winterpause hatte die Fortuna den polnischen Stürmer ausgeliehen, er erzielte in zehn Spielen vier Treffer.

Nun soll er wieder dabei helfen, die Klasse zu halten. „Ich bin sehr froh, dass alles geklappt hat“, sagte Kownacki, als der Transfer offiziell bestätigt wurde. „Die Fortuna hat mich schon sehr früh kontaktiert und sich intensiv um mich bemüht. Daher wollte ich unbedingt nach Düsseldorf wechseln.“

In der Vorbereitung soll jetzt der Grundstein gelegt werden, damit die Pläne aufgehen. Eine erste Antwort wird es beim Bundesliga-Auftakt geben. Dann reist die Fortuna zu Werder Bremen.

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