Kommentar

So wird Fortuna Düsseldorf zum Gespött der Fußball-Branche

Der Vorstandschef von Fortuna Düsseldorf: Robert Schäfer.

Der Vorstandschef von Fortuna Düsseldorf: Robert Schäfer.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Nach der Cheftrainer-Posse um Friedhelm Funkel gibt es bei Fortuna Düsseldorf keine Sieger. Frieden ist dort nicht eingekehrt. Ein Kommentar.

Dickköpfigkeit und Emotionalität sind nicht immer die besten Ratgeber. Das haben sie bei Fortuna Düsseldorf mit Verspätung erkannt. Trotzdem muss man sich die Frage stellen, warum es überhaupt zu seiner solchen Rolle rückwärts kommen kann, die den Klub öffentlich zum Gespött der Fußballbranche macht. Einem Cheftrainer erst kein Vertrauen zu schenken, was mit einer Vertragsverlängerung nur für die Bundesliga relativ risikolos gewesen wäre, und nach dem öffentlichen Abschied doch wieder auf eine Zusammenarbeit zu steuern, weil es vom Aufsichtsrat angemahnt wird – das klingt nach unprofessionellem Verhalten.

Die dickköpfige Haltung von Vorstandschef Robert Schäfer ist selbstverständlich zu hinterfragen. Der toughe Marketingexperte mischte sich in der Vergangenheit immer wieder in sportliche Belange ein, geriet mit Funkel öffentlich aneinander. Der Bundesliga-Aufstieg schloss zwar manches Fass, das Schäfer und Funkel aufgemacht hatten.

Doch das Verhältnis von Vorstand und Cheftrainer bleibt mindestens ein angespanntes. Angeblich hatte das Führungsgremium schon vor Weihnachten einen Wechsel an der Seitenlinie vorbereitet. Dann allerdings gewann Funkel dreimal in Serie, darunter gegen Borussia Dortmund, verdoppelte im Schluss-Spurt unerwartet die Punktezahl von neun auf 18. Das gab Funkel Rückenwind.

Natürlich besitzt auch der Cheftrainer seine Aktien in der Dauer-Posse. Der Trainer hält mit seiner Meinung nie hinter dem Berg. Auch nicht, wenn es um Vorgesetzte geht. Wie eben Vorstandschef Schäfer oder auch der erst seit knapp fünf Wochen im Amt arbeitende Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, an dem der 65-Jährige nicht nur unterschwellig bislang kein gutes Haar lässt.

Genau deshalb ist bei den Düsseldorfern mit der Rolle rückwärts noch lange kein Frieden eingekehrt. Aufsichtsratschef Reinhold Ernst und sein Gremium werden ein waches Auge auf die Protagonisten haben müssen. Ansonsten ist der Klassenerhalt in der Bundesliga, der Fortuna vor allem aufgrund der üppigen Fernseheinnahmen im Oberhaus etablieren soll, mehr in Gefahr, als mancher mit Blick auf die sportlich derzeit günstige Tabelle befürchtet.

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