Fußball

Frauen-WM: Oranje-Team will Erfolgsgeschichte fortschreiben

Zuversichtlich vor dem WM-Halbfinale: Die niederländische Torjägerin Vivianne Miedema am Dienstag bei der Pressekonferenz.

Zuversichtlich vor dem WM-Halbfinale: Die niederländische Torjägerin Vivianne Miedema am Dienstag bei der Pressekonferenz.

Foto: Reuters

Lyon.   Vor zwei Jahren wurden die Niederländerinnen Fußball-Europameister. Am Mittwoch wollen sie bei WM gegen Schweden ins Finale stürmen.

Die niederländische Frauen-Nationalmannschaft präsentierte sich beim Abschlusstraining für das WM-Halbfinale gegen Schweden (Mittwoch, 21 Uhr/ARD) optimistisch. Das Oranje-Team will bei der Frauen-WM als amtierender Europameister gleich die nächste Erfolgsgeschichte schreiben.

Kritik an der Spielweise

Als während einer kurzen Pause vor der malerischen Kulisse die orange-schwarzfarben gekleideten Spielerinnen meinten, sich gegenseitig aus den Trinkflaschen bespritzen zu müssen, klickten die Auslöser der Fotografen von der schattigen Tribüne wie ein Maschinengewehr. Obwohl die „Oranjeleuwinnen“ bei EM 2017 und WM 2019 übergreifend elf Partien hintereinander gewonnen haben, hatten die Protagonisten erstaunlicherweise einige Kritik aus der Heimat einstecken müssen.

Zu unterkühlt, zu mühselig, zu ausrechenbar sei die Spielanlage, weil sich Trainerin Sarina Wiegmann beharrlich weigert, von ihrem 4-3-3-System mit immer denselben Gesichtern auch nur ansatzweise abzuweichen. „Wir wissen selbst, dass wir nicht den besten Fußball gespielt haben, aber am Ende haben wir schon unglaublich viel erreicht“, entgegnete Vivianne Miedema solchen Vorhaltungen.

Erinnerungen an Birgit Prinz

Die Mittelstürmerin erinnert in ihrer Spielweise an die deutsche Rekordtorjägerin Birgit Prinz. Wenn sie mit langen Schritten und leicht gebeugter Haltung losstürmt, ist das ja genau die Masche, mit der die zweifache Weltmeisterin und Weltfußballerin in 241 Länderspielen für Deutschland 128 Tore erzielte. Die Nummer neun der Niederlande steht in 80 Auswahlspielen bei 61 Treffern. Mit 22 Jahren. Keine andere Mittelstürmerin verfolgt bei dieser WM so fokussiert ihre Kernaufgabe, um mit Kopf und Fuß zum Abschluss zu kommen. „Die Leute erwarten von mir, dass ich Tore schieße“, sagt die bei der WM bislang dreimal erfolgreiche Miedema. Sie wohl am meisten.

Die Torjägerin negiert gar nicht, dass sie ein höheres Niveau erreicht hat als 2017. Weil sie auch bei Arsenal Ladies reihenweise überragende Leistungen anbot, hat sie die Women’s Super League (WSL) in England zur besten Spielerin ausgezeichnet. Jetzt will sie ihre Klasse am Mittwoch gegen Schweden zeigen.

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