Gladbach

Gladbach fehlt beim 0:1 gegen Leipzig wieder mal der Punch

Kapitän Lars Stindl hadert mit sich und dem Gladbacher Spiel.

Foto: Getty

Kapitän Lars Stindl hadert mit sich und dem Gladbacher Spiel.

Mönchengladbach.  Die 0:1-Niederlage von Gladbach gegen Leipzig war durchaus verdient. Sie brachte zudem die bittere Erkenntnis über eine derzeitige Schwäche.

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Der Leipziger Freudentaumel am Samstagabend im Borussia-Park löste bei den Gladbachern Katzenjammer aus. Wie schon beim Derby in Köln vor drei Wochen (1:2) gaben die Fohlen die Partien auf der Zielgeraden aus der Hand. Bitterer als das letztlich irgendwie verdiente 0:1 (0:0) in der 89. Minute durch ein vortreffliches Solo des eingewechselten Leih-Angreifer Ademola Lookman war die neuerliche Erkenntnis, dass der Mannschaft von Cheftrainer Dieter Hecking derzeit völlig der Punch, die Vollstrecker-Mentalität abgeht.

Natürlich wirkten die Bullen über weite Strecken einen Tick besser, schneller, gefährlicher, spielstärker. Ohne einen in Glanzform spielenden Tobias Sippel im Borussia-Gestänge als Yann-Sommer-Ersatz wäre die Partie in Halbzeit zwei früher zugunsten der Gäste entschieden gewesen.

Zweimal fischte der ehemalige Lauterer Distanzschüsse des Österreichers Marcel Sabitzer mit einer Flugparade aus dem rechten Torwinkel. Bei einer Chance von Naby Keita in der Schlussviertelstunde hatte Gladbach Glück, dass dem Guineer der Flankenball freistehend vor dem leeren Tor ans Knie geprallt und von dort ins Toraus gesprungen war.

Drei vortreffliche Möglichkeiten für Gladbach

Aber auch die Borussia hatte im zweiten Durchgang dreimal die vortreffliche Möglichkeit, den eingangs geschilderten Katzenjammer zu vereiteln.

51. Minute: Eine Linksflanke von Vincenzo Grifo -- der Neuzugang aus Freiburg war nach einer schweren Hinrunde mit wenig Spielanteilen etwas überraschend zu seinem fünften Starteinsatz gekommen -- brachte erst Patrick Herrmann freistehend vor RB-Torhüter Peter Gulacsi nicht im Ziel unter. Den Abpraller schoss dann Kapitän Lars Stindl, ebenfalls frei vor dem Tor, dem kurz vor der Torlinie stehenden Verteidiger Lukas Klostermann ans Schienbein.

62. Minute: Diesmal war der eingewechselte Mickael Cuisance im Leipziger Strafraum vielversprechend am Ball. Doch der 18-jährige Franzose zögerte die eine Sekunde zu lang mit dem Schuss -- wieder abgeblockt!

93. Minute: Das 1:1 war mit dem letzten Angriff des Spiels tatsächlich noch drin. Doch diesmal versiebte Thorgan Hazard freistehend vor Torhüter Gulacsi den möglichen Punktgewinn.

“Wir schließen nicht kühl genug ab, waren aber in der zweiten Halbzeit auch nicht mutig genug. Ich hatte den Eindruck, Leipzig hatte da defensiv Probleme”, kritisierte Weltmeister Christoph Kramer nach dem späten Tiefschlag durch Lookmans Treffer in der 89. Minute.

Enttäuschung bei Trainer Hecking

Cheftrainer Dieter Hecking machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: “Man darf auch mal aus einer Großchance ein Tor machen. Man darf auch mal zu Null spielen. Derzeit läuft einiges gegen uns. Der Ansatz muss aber sein, die Gründe bei uns zu suchen. Und nicht bei den Umständen.”

Damit meinte der 53-jährige Westfale vor allem die zahlreichen Verletzungsausfälle, aktuell neun Spieler an der Zahl. Aber auch die unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen der vergangenen Wochen gegen Gladbach.

Die Gäste ließen sich davon die gute Laune und die Freude über den Sprung auf Tabellenplatz drei vor den Sonntagsspielen nicht vermiesen. “Ich bin vor allem darüber glücklich, dass wir auswärts mal ohne Gegentor vom Platz gekommen sind”, hob Trainer Ralph Hasenhüttl hervor, “das ist uns in dieser Saison bislang noch nicht gelungen. Insgesamt haben wir uns heute das Glück mit einer großen Laufleistung erarbeitet.” Dem mochte im Borussia-Park niemand widersprechen.

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