Bundesliga

Gladbach-Kapitän Stindl: „Jetzt geht's ans Eingemachte“

Enttäuscht: Gladbachs Kapitän Lars Stindl (links) mit Trainer Marco Rose nach dem 1:2 gegen Dortmund.

Enttäuscht: Gladbachs Kapitän Lars Stindl (links) mit Trainer Marco Rose nach dem 1:2 gegen Dortmund.

Mönchengladbach.  Durch das 1:2 gegen Dortmund ist Gladbach aus den Champions-League-Rängen gerutscht. Im Nachholspiel gegen Köln am Mittwoch geht es um viel.

Lars Stindl blickte kurz nach unten, kratzte sich zweimal an der Stirn, ehe er in der Interviewzone Fragen beantwortete. Der Kapitän von Borussia Mönchengladbach wirkte bei seiner Analyse des Bundesliga-Topspiels nicht nur nachdenklich, sondern auch ernüchtert. „Die Enttäuschung ist schon da“, bilanzierte der 31-Jährige. Seine Mannschaft, die in der Hinrunde noch der Dauer-Spitzenreiter war, ist durch das 1:2 (0:1) gegen Borussia Dortmund vorerst auf Rang fünf abgerutscht.

Die Gladbacher liegen mit 46 Zählern einen Punkt hinter Bayer Leverkusen, haben allerdings schon am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) im Nachholspiel gegen den 1. FC Köln die Chance, ihre Platzierung wieder zu verbessern. Der ehemalige Dortmunder Jonas Hofmann formulierte die Zielvorgabe deutlich: „Wir gewinnen einfach das Derby. Dann sind wir wieder da, wo wir wir sein wollen.“ Was konkret heißt: auf einem Champions-League-Rang. Das Ringen um einen Platz in der Königsklasse beginnt nun für die Fohlen. Sie stehen vor ganz entscheidenden Wochen.

Gladbach mit schwarzer Serie gegen den BVB

Erst kommt Köln, am Sonntag geht es zu Eintracht Frankfurt, eine Woche später trifft Gladbach im Borussia-Park auf die Werkself aus Leverkusen – einen direkten Konkurrenten. „Jetzt geht's ans Eingemachte“, sagte Stindl. Sein Tor gegen Dortmund (50. Minute) nach dem Führungstreffer des ehemaligen Gladbachers Thorgan Hazard (8.) reichte den Gastgebern nicht zu einem Punktgewinn, weil Achraf Hakimi noch traf (71.). Gladbach verlor damit die vergangenen elf Borussen-Duelle. Zugleich riss die Serie von zuvor neun Liga-Spielen im eigenen Stadion ohne Niederlage.

Dabei bestimmte die Mannschaft von Trainer Marco Rose vor allem in der ersten Hälfte das Geschehen. Bis zur Pause verzeichnete sein Team in einem intensiven Duell ein Chancenplus. „Unsere erste Halbzeit war sehr gut“, lobte Rose. „Wir haben Dortmund, eine spielstarke Mannschaft, eigentlich gar nicht ins Spiel kommen lassen.“

Zakaria gibt nach Zusammenprall mit Sommer Entwarnung

Wie bei der Zweitrunden-Partie im DFB-Pokal in Dortmund (1:2) Ende Oktober bot Rose eine Dreier-Abwehrkette mit Denis Zakaria als zentralem Mann auf. Der Schweizer musste aber schon in der 36. Minute ausgewechselt werden, weil er mit Gladbachs Torwart Yann Sommer zusammengeprallt war. Zakaria wollte die Kugel in dieser Szene die Kugel wegköpfen, Sommer den Ball klären. Der Torhüter traf seinen Mitspieler mit voller Wucht am Knie – ein Schock-Moment.

Zakaria gab allerdings noch am Samstagabend auf Instagram Entwarnung: „Es ist nichts Schlimmes. Ich werde schnell wieder zurück sein“, schrieb der 23-Jährige nach einer MRT-Untersuchung. Rose erklärte am Sonntag: „Es ist keine strukturelle Verletzung. Es sieht schon ein bisschen besser aus. Trotzdem hat er große Schmerzen. Es ist schon ein bisschen was passiert in seinem Oberschenkel und seinem Knie. Wir müssen von Tag zu Tag gucken.“ Zakarias Einsatz im Rheinderby ist offen – gegen Köln definitiv fehlen wird Florian Neuhaus. Der Mittelfeldspieler ist gesperrt, weil ihm Schiedsrichter Sascha Stegemann in der Schlussphase wegen eines taktischen Handspiels seine fünfte Gelbe Karte zeigte.

Gladbach-Profi Hofmann ist verärgert

In der 45. Minute war ein möglicher Elfmeterpfiff ausgeblieben. BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou hatte den Ball zu Torwart Roman Bürki zurückgepasst, dann aber den heranstürmenden Hofmann im Strafraum rüde geblockt. Hofmann ging zu Boden – und war hinterher ziemlich verärgert. „Ich weiß nicht, warum wir einen Video-Schiedsrichter haben. Ich denke, dass uns mindestens ein Punkt geraubt wurde, zum Teil“, sagte der 27-Jährige.

Nach dem 1:1 durch Stindl, der den Ball bei einem Schuss von Alassane Pléa unbedrängt vor dem Dortmunder Tor über die Linie geschoben hatte, war der BVB mit mehr Ballbesitz das spielbestimmende Team. „Wir wollten vielleicht ein bisschen viel“, sagte Rose. „Wir sind weiter extrem angelaufen und haben unglaubliche Wege gemacht. Es ist klar, dass irgendwann ein paar Körner fehlen.“

Viel Zeit zum Regenerieren bleibt nicht. Am Montag um 10 Uhr bittet Rose sein Team zum öffentlichen Training, die Einheit am Dienstag ist nicht-öffentlich. Und am Mittwoch kämpft Gladbach im Rheinderby um die Rückkehr auf Platz vier.

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