Europa League

Gladbach will nach Polizei-Eklat die Uefa einschalten

Gladbach-Geschäftsführer Stephan Schippers kritisiert den Polizeieinsatz in Istanbul

Gladbach-Geschäftsführer Stephan Schippers kritisiert den Polizeieinsatz in Istanbul

Foto: dpa

Istanbul.  Türkische Polizisten haben den Fans von Borussia Mönchengladbach vor dem 1:1 in Istanbul Fahnen abgenommen. Der Verein kontaktiert die Uefa.

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Borussia Mönchengladbach wird sich nach den skandalösen Vorfällen am Rande des Auswärtsspiels in der Europa League bei 1:1 Basaksehir Istanbul (1:1) über den Umgang mit den mitgereisten Gästefans beschweren. Türkische Polizisten nahmen den Borussen-Fans Fahnen ab, weil diese christliche Symbole gezeigt hätten. Dabei handelte sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, in dem unter anderem ein Kreuz abgebildet ist. Dies brachte unter anderen Sportdirektor Max Eberl in Rage. Der 46-Jährige sprach von „Polizeidiktatur“ und kündigte an, sich bei der Uefa beschweren zu wollen.

Dies hat der Fußball-Bundesligist nun in einer Stellungnahme bekräftigt. Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers hat zu den Vorfällen auf der Homepage des Vereins Stellung bezogen. "Der Umgang mit unseren Fans war nicht gut", unterstreicht er. Es ist sehr schade, wie einige Dinge vor so einem schönen, friedlichen Spiel abgelaufen sind – dass unsere Fans so viele Probleme hatten beim Fanmarsch und beim Betreten des Stadions. Zum Teil wurden Fans, die ein Borussia-Trikot getragen haben, des Stadions verwiesen – nach dem Motto, man dürfe kein Trikot tragen oder Schals und Fahnen dabei haben, auf denen irgendwelche Zeichen zu sehen sind. Das war nicht angekündigt."

Aus diesem Grund wolle sich die Borussia mit der Uefa "zusammensetzen und diesbezüglich nachhaken." Die Tatsache, dass den Anhängern die Fahnen abgenommen und somit das Stadtemblem zurückgewiesen wurde, sei laut Schippers "respektlos". Der Borussia-Funktionär betont: "Diese Haltung ist so weit weg von uns, das hätten wir uns niemals vorstellen können, dass so etwas passiert – auch auf anderen Reisen nicht. Es ist uns zum ersten Mal zu Ohren gekommen, dass danach selektiert worden ist. Bei allem Respekt: Das entzieht sich jeglicher Realität."

Gladbach-Fans wurden gezwungen, in Bussen anzureisen

Nach Clubangaben war es vor dem Spiel zu Rangeleien gekommen. Zwei Borussen-Fans waren vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, weil sie angeblich Polizisten geschlagen haben sollen. Videoaufnahmen bewiesen aber das Gegenteil. Für Unmut sorgte auch der Zwang für die rund 1400 Gladbacher Fans, in Bussen anzureisen. „Das sind für mich bizarre und groteske Bilder und Szenen, die man heutzutage in Europa nicht mehr erwartet. Das hat nichts mit Europapokal zu tun. Das ist Polizeidiktatur", hatte Sportchef Eberl gesagt.

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