Analyse

Gladbachs Kapitän Stindl: "Es war ein frustrierender Abend”

Sichtlich frustriert: Gladbachs Lars Stindl.

Sichtlich frustriert: Gladbachs Lars Stindl.

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Für Gladbach war das 2:2 gegen Werder Bremen ein ärgerliches Resultat. In Hälfte zwei hätte es einen Handelfmeter für die Borussia geben müssen.

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Lars Stindl redete am Freitagabend nach 93 spannenden, weitgehend auch gutklassigen Bundesligaminuten im Borussia-Park nicht lange um den heißen Brei herum. “Es war für uns ein frustrierender Abend”, versicherte Borussia Mönchengladbachs Kapitän nach dem unterhaltsamen, gerechten, aber trotzdem ärgerlichen 2:2 (2:0) im Heimspiel gegen Werder Bremen. Die große Mehrheit der 52.211 Zuschauer mit eingeschlossen.

Die verspielte Führung gegen den kampfstarken Abstiegsaspiranten wurde durch eine Schienbeinverletzung von Christoph Kramer in der Schlussphase fast noch getoppt. Nachdem der Weltmeister wegen eines eingeklemmten Nervs vom Platz gehumpelt war, kassierte die Borussia noch den Ausgleich durch den eingewechselten Isländer Aron Jóhannsson.

Dazu hätte es sieben Minuten nach der Halbzeit einen Handelfmeter für Gladbach geben müssen. Maximilian Eggestein hatte einen Kopfball von Jonas Hofmann mit dem Arm aus der Torecke geboxt. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied trotz Videostudium nicht auf Elfmeter.

“Für mich war das einer. Wir müssen uns ärgern, auch über die zweite Halbzeit”, befand Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem verdienten Remis für die Bremer.

Kramer muss verletzt den Platz verlassen

Eberl fügte aber einen weiteren wichtigen Aspekt an: “Wenn bei uns eine wichtige Achse plötzlich nicht mehr da ist, spielt das sicher auch eine Rolle.” In der Halbzeit musste Trainer Dieter Hecking den gelb-rot gefährdeten 1:0-Torschützen Denis Zakaria vom Feld holen, dann auch noch verletzungsbedingt Kramer. “Das waren zwei bittere Wechsel, dadurch haben wir Stabilität verloren”, so Hecking.

In der Endphase besetzten der 19-jährige Franzose Mickael Cuisane und Außenverteidiger Tony Jantschke die Gladbacher Doppel-Sechs vor der Abwehr.

Die Defensive der Borussia war bei beiden Gegentoren ungeordnet. Vor dem 1:2 durch einen Kopfball von Thomas Delaney wurde Reece Oxford weggeblockt. Die englische Leihgabe von West Ham United hatte in der Endphase arge Wadenprobleme, musste deshalb acht Minuten vor dem Ende vom schnellbedeckten Rasen humpeln.

Trainer Hecking vermisst die Aggressivität

“Auch das 2:2 müssen wir besser verteidigen, da war unsere linke Abwehrseite ziemlich entblößt”, kritisierte Trainer Dieter Hecking. Chancen zum entscheidenden 3:1 gab es im Konter auch, allerdings nur wenige wirklich gute. “Uns hat nach einer guten ersten Halbzeit die Aggressivität gefehlt. Wir haben nicht mehr nach vorn verteidigt, sondern uns zu weit nach hinten drängen lassen”, betonte Außenbahnspieler Jonas Hofmann, “das 2:2 fühlt sich wie eine Niederlage an.”

Die Bremer sahen das ganz anders. Sogar das Siegtor war am Ende noch möglich. “Wir haben eine wirklich gute zweite Halbzeit hingelegt”, versicherte der schwedische Außenverteidiger Ludwig Augustinsson. “Ich hatte nach meinem blöden Fehler zum ersten Tor für Gladbach noch etwas gutzumachen. Da kam mein Kopfballtor gerade recht”, kommentierte Werders Däne Thomas Delaney das 1:2 kurz nach der Pause.

Trainer Florian Kohfeldt betonte, dass “der Punkt wichtig für die Moral im Abstiegskampf” sei. Letzterer ist noch nicht gewonnen, während Gladbach so langsam nur noch auf Platz sieben schielt, der für die Qualifikationsrunde zur Europa League ausreichen dürfte.

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