Fußball

In aller Freundschaft – aber nur abseits des Rasens

Marco Rose (2.v.l.), Trainer von Borussia Mönchengladbach, und Sandro Schwarz (2.v.r.), Trainer von Mainz 05, sitzen als Fans von Pascal  Hens im Publikum in der RTL-Tanzshow Let's Dance

Marco Rose (2.v.l.), Trainer von Borussia Mönchengladbach, und Sandro Schwarz (2.v.r.), Trainer von Mainz 05, sitzen als Fans von Pascal Hens im Publikum in der RTL-Tanzshow Let's Dance

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Marco Rose und Sandro Schwarz sind seit Mainzer Tagen eng verbunden. Am Samstag begegnen sie sich erstmals als Trainer

Eine der Lieblingsgeschichten von Jürgen Klopp, Trainer der Liverpooler Champions-League-Sieger, datiert aus dem Frühjahr 2004 und erzählt von Sandro Schwarz und Marco Rose. Klopp trainierte damals noch die Mainzer, kürzlich nun plauderte er über die wilde Aufstiegsfeier in einem örtlichen Hotel und über zwei seiner damaligen Spieler. „Wir waren zwar alle rabenschwarz besoffen“, erinnerte sich der 52-Jährige. „Aber in dieser Nacht habe ich zu Sandro und Marco gesagt: Ihr beide werdet Trainer.“

Erstes Treffen als Cheftrainer in der Bundesliga

Und so kam es dann auch: Der frühere Mittelfeldakteur Schwarz (40) ist seit zwei Jahren Chefübungsleiter beim FSV Mainz 05, und die Gladbacher machten den einstigen Verteidiger Rose (42) in diesem Sommer zu ihrem ersten Bank-Angestellten. An diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) treffen die Klopp-Schüler erstmals in der Bundesliga aufeinander.

Nach dem Spiel zum Essen verabredet

In Mainz, wo sich die WG-Kollegen aus gemeinsamen Profitagen für den Abend längst zum Essen verabredet haben. Als beste Freunde, die gegenseitig Patenschaften für ein Kind des anderen übernommen haben. Rose ist zudem Schwarz‘ Trauzeuge – und er sagt: „Eigentlich geht nichts zwischen uns. Aber am Samstag geht doch mal der Fußball für 90 Minuten dazwischen.“

Viel Lob für Marco Rose

Das freundliche Statement passt bestens zum Image des Mannes, der seit Bekanntwerden seines Engagements in Gladbach Anfang April täglich mehr zu Everbody’s Darling wurde. Jürgen Klopp, unter dem Rose sechs Jahre in Mainz spielte, kurvte unter den etlichen Lobrednern an die Pole Position, als er erwähnte: „Marco könnte jeden Job haben und jeden Job der Welt machen. Ich traue ihm alles zu.“ Während Max Eberl dem neuen Mann zumindest mal zutraut, die „Fohlen“ sportlich voranzubringen – mit einem Spielstil, der aggressives Pressing und kontrollierten, aber zügigen Ballbesitz vereint.

Die Spieler sind fürs Erste sehr angetan von der Arbeit des gebürtigen Leipzigers. Beim Ligastart gegen Schalke (0:0) stellte der Faktor Kraft die gewohnte Kreativität im Gladbacher Spiel dann jedoch deutlich in den Schatten. „Wir sind weit weg von Zufriedenheit. Aber ich habe das Gefühl, dass viele Fans verstehen, was hier gerade passiert“, bat Rose anschließend charmant um Geduld, formulierte allerdings auch die klare Parole: „Wir wollen so schnell wie möglich einen Dreier holen.“ Und zwar am liebsten schon heute – auch wenn es die Punkte gewiss nicht zum Freundschaftspreis geben wird.

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