Gladbach

In Mönchengladbach ist die Trainerfrage tabu

Trainer Dieter Hecking von Borussia Mönchengladbach

Foto: firo

Trainer Dieter Hecking von Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach.  Die Fans von Borussia Mönchengladbach zählten ihr Team nach dem 0:2 in Leverkusen lautstark an. Trainer Dieter Hecking genießt Vertrauen.

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Es gibt eine interessante Zahlenparallele zwischen Borussia Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking und seinem Vorgänger André Schubert. Letzteren kostete kurz vor Weihnachten 2016 eine Bilanz von drei Siegen, fünf Unentschieden und neun Niederlagen den Job. Nur drei Monate nach der Vertragsverlängerung direkt vor dem Barcelona-Gastspiel. Schubert-Nachfolger Dieter Hecking steht nach dem 0:2 (0:1) in Leverkusen bei nun drei Siegen, zwei Unentschieden und neun Niederlagen – seit dem 2:1-Heimsieg über Meister Bayern München.

Doch eine erneute Trainerdiskussion wird rund um den Borussia-Park nicht entfacht. Auch wenn Gladbachs sportliche Krise mit nun 630 Spielminuten ohne Treffer der Offensive Beharrlichkeit ausstrahlt. Auch wenn die Anhängerschar ihren Lieblingen nach dem Schlusspfiff eine ungenügende Einstellung vorhielt. Auch wenn das sportliche Ziel, möglichst Platz sieben zu erreichen und wieder international spielen zu dürfen, spätestens seit dem schwachen Auftritt bei Bayer Leverkusen ernsthaft in Gefahr geraten ist.

Trotzdem scheint die Trainerdiskussion tabu. Das liegt nicht nur am Fakt, dass der grippekranke Sportdirektor Max Eberl das Fußball-Wochenende sausen lassen musste und deshalb auch seine Sicht der Dinge nicht verbalisieren konnte. Aber der 44-Jährige, der die personellen Baustellen der Borussia seit Oktober 2008 meist unaufgeregt regelt, steht ohnehin nicht unter dem Verdacht, dass bei ihm populistische Gedanken die Entscheidungen beeinflussen.

Mittelfußbruch bei Vestergaard

Die aktuelle Schwächeperiode ist mit den Verletzungsausfällen erklärbar. Auch mit unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen. Aber nicht restlos. Trainer Dieter Hecking rätselt öffentlich darüber, warum eine immer noch erstklassige Gladbacher Besetzung gerade im Vorwärtsgang beständig unter ihren Möglichkeiten spielt.

„Bevor jetzt wieder Fragen aufkommen: Ich weiß es auch nicht“, hatte Hecking jüngst nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Bremen erklärt. Obwohl niemand eine Frage nach der Offensive gestellt hatte. Der Trainer gab dabei unaufgefordert ehrlich seine Ratlosigkeit preis.

In Leverkusen räumte Hecking ein: „Unser Auftritt hier hat nicht nur etwas mit den Verletzungen zu tun.“ Der belgische Nationalspieler Thorgan Hazard etwa oder auch Kapitän Lars Stindl könnten eine gedankliche Pause gut gebrauchen. Allein die Alternativen sind rar gesät. Stichwort: Verletzte.

Das weiß auch Eberl. Dessen Besonnenheit und die genannten Umstände verschaffen Hecking eine deutlich längere Schonzeit als an anderen Bundesliga-Standorten. Und dennoch zeigt allein das Empfinden der Gladbacher Anhänger in Leverkusen, dass die Geduldsschnur kürzer wird.

Die Verletztenliste indes wird immer länger. Innenverteidiger Jannik Vestergaard zog sich im Zweikampf mit Kai Havertz einen Mittelfußbruch zu, hielt bis zum Ende zwar durch, fällt nun aber erst einmal aus. Auch der WM-Start könnte für den Dänen wackeln.

Ohne Grifo und Oxford

Dazu verletzte sich Weltmeister Christoph Kramer im rechten Knie den Hoffa-Fettkörper, der direkt hinter der Kniescheibe liegt und bei einer Verletzung Schmerzen verursacht. Ob Kramer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Hoffenheim mit einer Bandage spielen kann, ist fraglich. Freistoßexperte Vincenzo Grifo (Bänderdehnung im Knie) und West-Ham-Leihgabe Reece Oxford (Muskelfaserriss im Oberschenkel) dürften ausfallen – neben acht weiteren Borussen.

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