Champions League

Leverkusens Volland kann Werbung in eigener Sache betreiben

Wirkt nachdenklich: Leverkusens Kevin Volland beim Training vor dem Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau.

Wirkt nachdenklich: Leverkusens Kevin Volland beim Training vor dem Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau.

Foto: dpa

Leverkusen  Bei Bayer Leverkusen ist Kevin Volland unumstrittener Leistungsträger. Seinen Platz im DFB-Team sucht er seit fast drei Jahren jedoch vergebens.

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Lückenreißer, Vorbereiter, Vollstrecker - seine Klasse hat Kevin Volland auf nationalem Niveau längst nachgewiesen. 14 Tore und zwölf Vorlagen in der Vorsaison, vier Torbeteiligungen in vier Spielen in der aktuellen Spielzeit - doch all das konnte Bundestrainer Joachim Löw nicht von einer neuerlichen Nominierung für die Nationalmannschaft überzeugen. Nun kann der bullige Angreifer auf der höchsten europäischen Bühne Werbung in eigener Sache betreiben.

Am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) startet Volland mit Bayer Leverkusen gegen den russischen Vizemeister Lokomotive Moskau in die Champions League. „Die Champions-League-Hymne ist immer ein absoluter Gänsehautmoment“, sagte der 27-Jährige im Werkself-Podcast: „Ich freue mich brutal auf die Spiele. Das ist ein guter Gradmesser für dich als Spieler. Das ist ein Topniveau, du kannst dich mit den besten Europas messen.“

2018 mit Leverkusen in Zwischenrunde gescheitert

Bislang durfte sich Volland nur in der Saison 2016/17 in sechs Spielen in der Königsklasse beweisen, im Vorjahr scheiterte er mit Bayer in der Zwischenrunde der Europa League. In seinen bislang elf Europapokalspielen gelangen ihm lediglich ein Treffer und zwei Vorlagen - gegenüber seinen insgesamt 125 Torbeteiligungen in 224 Bundesliga-Spielen eine ausbaufähige Bilanz. In der Vorsaison war der Allgäuer in der höchsten deutschen Spielklasse mit 26 Torbeteiligungen hinter Marco Reus zweitbester deutscher Scorer.

„Die Statistik lügt nicht“, sagte Volland angesprochen auf die dennoch ausbleibende Nationalmannschaftsnominierung: „Ich kann mir nicht viel vorwerfen, gehe aber professionell damit um. Ich finde, dass ich meine Leistung in den letzten Jahren gebracht habe, aber es ist halt die Entscheidung vom Trainer, wen er nominiert. Das muss man akzeptieren. Ob man das für richtig hält oder nicht, steht auf einem anderen Papier.“

Früherer Kapitän der U21-Nationalmannschaft

Zehn Länderspiele absolvierte Volland seit seinem Debüt im Mai 2014, das letzte allerdings vor knapp drei Jahren am 15. November 2016 gegen Italien. Kopfzerbrechen bereitet dies dem früheren Kapitän der U21-Nationalmannschaft nicht: „Die Hoffnung habe ich natürlich nicht aufgegeben, sonst wäre ich ja kein professioneller Sportler“, sagte der Stürmer dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Ich bin aber entspannt bei dem Thema. Ich sitze nicht nervös vor dem Handy und bin dann enttäuscht, wenn kein Anruf kommt.“

Selbst als mit Leroy Sane bei den letzten Länderspielen gegen die Niederlande und Nordirland eine wichtige Offensivkraft gefehlt hatte, waren die Qualitäten des kräftigen, aber dennoch schnellen und kombinationssicheren Angreifers nicht gefragt.

Ihm droht ein Schicksal wie Kießling

Ihm droht damit ein ähnliches Schicksal wie seinem früheren Teamkollegen Stefan Kießling, der selbst als Bundesliga-Torschützenkönig von Löw nicht mehr berücksichtigt wurde.

Sein Vereinstrainer Peter Bosz mahnt zur Geduld: „Ich glaube nicht, dass es definitiv vorbei ist. Kevin spielt nicht nur über ein oder zwei Spiele, sondern über eine längere Strecke gut. Aber was nicht ist, das kann noch kommen.“ Mit weiteren guten Leistungen bei den „Highlightspielen“ in der Champions League werden Vollands Chancen sicher nicht geringer. (sid)

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