Spielbericht

RB Leipzig verpasst Achtelfinale der Königsklasse

RB Leipzigs Timo Werner (r.) setzt sich gegen Necip Uysal von Besiktas Istanbul durch.

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RB Leipzigs Timo Werner (r.) setzt sich gegen Necip Uysal von Besiktas Istanbul durch. Foto: Getty

Leipzig.  RB Leipzig muss sich mit der Teilnahme an der Europa League begnügen. Die Sachsen unterlagen Besiktas Istanbul 1:2, Porto besiegte Monaco.

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Gewirkt hat es nicht, aber niemand in der Leipziger Arena konnte sich Mittwochabend vorwerfen, er hätte es nicht mitversucht, dass RB Leipzig doch noch auf Rang zwei der Champions-League-Gruppe G springt und damit in der Königsklasse überwintert. Die 42.000 Zuschauer pfiffen sich neun Minuten lang die Luft aus den Lungen.

Es sollte ein Zeichen an Besiktas Istanbul sein, dessen Fans die Leipziger im Hinspiel mit einem infernalischen Pfeifkonzert empfangen hatten. Ausgang bekannt: Die Sachsen verloren erst den Mut, dann das Spiel 0:2.

Elfmeter-Treffer von Negredo

Neun Minuten – danach verstummten die Ränge. Elfmeter für die Türken: Alvaro Negredo traf zum 0:1, während 2500 Kilometer weiter westwärts in exakt derselben Minute der FC Porto gegen die AS Monaco 1:0 in Führung ging. Damit war es eigentlich besiegelt. RB Leipzig hätte Minimum einen Punkt mehr holen müssen als die punktgleichen Portugiesen. So aber war es früh entschieden und 81 offizielle Minuten später bestätigt: Porto gewann 5:2 (3:0), Leipzig verlor 1:2 (0:1). Porto folgt Besiktas ins Achtelfinale. Leipzig rutscht hinunter in die Europa League.

Immerhin. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hatte schon vor dem angeblichen Schicksalsspiel erklärt: „Welches Schicksal? Wir sind weiter im Europapokal vorbei. Das ist nicht schlecht für unsere erste internationale Saison.“

Es ist auch leistungsangemessener eine Etage tiefer. Denn gegen die Türken hatte RB große Probleme, seinen Fußball aufs Feld zu bringen. Und dass gegen einen Kontrahenten, dessen Trainer Şenol Güneş sechs Schlüsselspieler aus dem Kader genommen hatte.

Leipzig ohne Forsberg

RB, ohne den bauchmuskelverletzten Spielmacher Emil Forsberg, fand kaum ein Mittel gegen die feinfüßigen Türken, die sich dem hohen Pressing durch sauberes Passspiel entzogen und clever konterten. Einer dieser Gegenstöße führte zum 1:0, als Orban in der Not grätschen musste und dabei Jeremain Lens zu Fall brachte (9.). Negredo verwandelte sicher.

Lens hätte leicht auch das 2:0 erzielen können, rutschte bei seinem Versuch aber aus, und schoss Peter Gulacsi in die Arme (26.). RB antwortete auf das 0:1 wütend, doch Besiktas’ B-Elf hatte keine große Mühe, sich die Sachsen vom Hals zu halten. Orbans Pfostenschuss nach einer Ecke war die größte Chance zum Ausgleich (15.). Timo Werner traf zwar sechs Minuten später ins türkische Netz, stand dabei aber im Abseits.

Pfiffe folgten der Entscheidung, minutenlang kochten die Ränge vor Ingrimm, doch das hatte sich erledigt, als es in die Kabine ging. Der Stadionsprecher vermeldete wie Hiob: „Porto führt 3:0.“

RB erspielt sich Chancen

Also für die Ehre spielen. RB begann die 2. Halbzeit mit vier Schüssen, Naby Keita (48.) und Jean-Kévin Augustin (46.) zielten daneben, Timo Werner (47.) und nochmals Keita (52.) scheiterten an Besiktas’ Schlussmann Tolga Zengin.

Zengin, jetzt auf Temperatur, hatte fortan seinen Spaß. Während seine Vorderleute gegen Ende des Spiels zwei große Gelegenheiten ausließen, hielt er sein Tor sauber. Er lenkte einen Schuss von Kevin Kampl um den Pfosten (56.), noch einen von Keita (63.), einen von Bruma (74.), und weil auch Augustin bei seinem Tor im Abseits stand (64.) stand die Null bis Keita Zeugin überwand (87.).

Das Ende aber war das nicht. Eine Mannschaft hatte nämlich noch etwas zu gewinnen an diesem Abend. Und das war Besiktas. Noch nie hat eine türkische Mannschaft ein Europapokalspiel in einem deutschen Stadion gewonnen. Bis zum christlichen Nikolaustag 2017: Talisca besorgte mit der Stirn den 2:1-Endstand (90.).

Die Live-Ticker zum Nachlesen:

Leipzig - Besiktas 1:2
Porto - Monaco 5:2
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