Fußball

Lok Leipzig baut weiter auf 3G - und erntet viel Kritik

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Das Bruno-Plache-Stadion von Lokomotive Leipzig.

Das Bruno-Plache-Stadion von Lokomotive Leipzig.

Foto: dpa

Leipzig.  Fußball-Regionalligist 1. FC Lok Leipzig möchte weiter auf die 3G-Regelung setzen. Vor allem eine Aussage sorgt für Unverständnis bei Experten.

Normalerweise steht der Fußball-Regionalligist 1. FC Lok Leipzig nicht so sehr im Rampenlicht, wie er es seit gestern tut. Dabei ist die Pressemitteilung des in Ostdeutschland beliebten Traditionsvereins eigentlich gar nichts ungewöhnliches in diesen Tagen. Eine Aussage sorgt jedoch für Aufregung.

Sachsen macht 2G-Regelung möglich

Der FCL hat sich in seiner Pressemitteilung klar für die 3G-Regelung ausgesprochen. "In Pandemie-Zeiten steht der Gesundheitsschutz an oberster Stelle. So wird es auch beim 1. FC Lokomotive Leipzig weiterhin sein. Deshalb wird sich an unserem Hygienekonzept nach den 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) nichts ändern", heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag. So weit, so gut. Zwar könnte der Verein auch auf die in Sachsen eingeführte und von einigen Vereinen inzwischen bevorzugte 2G-Regelung zurückgreifen, doch darauf möchte der FCL verzichten.

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Für die dann folgende Begründung, warum der Verein auch weiterhin lediglich getestete Zuschauer in das heimische Bruno-Plache-Stadion lassen möchte, erntete der Verein viel Kritik. "Fußball hat aus unserer Sicht die Aufgabe, Menschen zu verbinden. Dieser wunderbare Sport ist für alle da - egal welche Nationalität, Hautfarbe, Religion oder welchen Impfstatus jemand hat", begründen die Leipziger ihre Entscheidung.

Vor allem SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisierte diesen Vergleich scharf. "2G hat nicht mit Diskriminierung zu tun", schreibt der Gesundheitsexperte in den Sozialen Medien. Er unterstellt dem Verein Argumente der Querdenker-Szene zu nutzen.

Auch der Chefredakteur des Fußballmagazins 11freunde, Philipp Köster kann die Andeutung an anderwertige Diskriminierungen und Ausgrenzungen der Leipziger nicht nachvollziehen. "Den Impfstatus mit Nationalität, Hautfarbe oder Religion gleichzusetzen, ist lächerlich", schreibt Köster.

Der Regionalligist hat in dieser Saison einen Zuschauerschnitt von aktuell rund 2500 Zuschauern pro Partie. "Nach unseren eigenen Erhebungen sind gut 60 Prozent unserer Zuschauer geimpft oder genesen, alle anderen sind mit Negativtests im Stadion. Deshalb bleibt das Testangebot für die Fans an Spieltagen bestehen", wird Lok-Geschäftsführer Alexander Voigt in der Pressemitteilung des Vereins weiter zitiert. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz möchte Lok Leipzig wie bereits am vergangenen Mittwoch aber weitere Impfangebote im Rahmen der Heimspiele schaffen. (frodo)

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