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Marcus Sorg: "Wir wollen die Begeisterung mitnehmen"

Marcus Sorg war nach dem hohen Sieg zufrieden.

Marcus Sorg war nach dem hohen Sieg zufrieden.

Foto: dpa

Mainz  Marcus Sorg ist erleichtert. Seinen Sechs-Punkte-Auftrag hat er souverän erfüllt. Der Aushilfs-Cheftrainer sieht die junge deutsche Mannschaft auf einem guten Weg. Sein Chef aber wird weiter gebraucht.

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Fragen an Löw-Vertreter Marcus Sorg in der Pressekonferenz nach dem 8:0 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Estland am Dienstagabend in Mainz.

Zwei Spiele, zwei Siege als Chef. Wie fällt ihre Bilanz aus?

Marcus Sorg: Natürlich bin ich sehr zufrieden und ein wenig stolz auf die Mannschaft, die nach einer langen, kräftezehrenden Saison und nur wenigen Tagen Freizeit zehn Tage unfassbar konzentriert gearbeitet hat. Die Mannschaft sprüht vor Energie. Die ist gewillt, Siege einzufahren und mit Leidenschaft zu spielen. Sie versucht, die Menschen zu begeistern. Die Aufgabe war es, sechs Punkte einzufahren. Das haben wir mit einem tollen zweiten Spiel erreicht. Der Bundestrainer kann im September mit einer optimalen Ausgangsposition weiterarbeiten.

Wie erleichtert sind Sie?

Sorg: Schon erleichtert, da ein gewisser Druck da war, auch wenn die Gegner nicht die schwersten waren. Aber ich bin beruhigt in den Lehrgang gegangen, weil ich die Spieler kannte und in sie Vertrauen hatte. Genauso wie der Bundestrainer Vertrauen in mich hatte. Es war eine gelungene Sache.

Die Mannschaft hat auch nach der Pause nicht nachgelassen.

Sorg: Wir wollten der Ursprung für die Begeisterung sein. Die Zuschauer haben uns fantastisch unterstützt. Zur Halbzeit haben wir gesagt: Das ist ein Qualifikationsspiel und es ist wichtig für die Entwicklung der Mannschaft. Dass sie dann bis zum Schluss Gas gibt, ist nicht selbstverständlich.

Sie gehen jetzt wahrscheinlich mit zwei Siegen und 10:0 Toren als erfolgreichster Bundestrainer in die DFB-Geschichte ein. Was bedeutet das für Sie?

Sorg: Nein, ich gehe nicht in die Geschichtsbücher ein. Ich bin kein Bundestrainer.

Das Ziel ist es, wieder in die Weltspitze zurückzukommen. Wo steht das Team jetzt, was muss noch besser werden?

Sorg: Wir sind am Beginn einer Entwicklung. Es wird mit Sicherheit noch den einen oder anderen Hänger geben. Das Wichtigste aber hat man gesehen: Die Mannschaft hält unfassbar zusammen. Sie versucht, begeisternd zu spielen. Sie kann mittlerweile auch Widerstände überwinden. Das lässt darauf schließen, dass wir wirklich wieder ganz nach vorn kommen können. Jeder Sieg hilft.

Im September geht es gegen die größten Gruppenrivalen Holland und Nordirland. Wie sehen Sie die Ausgangslage?

Sorg: Da haben wir noch ein bisschen Zeit. Wir wollen die Begeisterung mitnehmen. Wir wollen uns souverän für die EM qualifizieren. Es wächst etwas zusammen, das hat man gesehen. Aber jetzt Prognosen zu geben, ist schwer. Natürlich werden wir versuchen, auch im September die Spiele zu gewinnen. Das ist unser Auftrag, und den werden wir mit Sicherheit erfüllen.

Nordirland hat schon vier Siege, die Niederlande erst ein Spiel. Ist die Konstellation in der Gruppe dadurch komplizierter geworden?

Sorg: Es ist mit Sicherheit unglücklich, wenn man in der Tabelle hinterherhinkt wie die Niederlande. Das ist sehr unangenehm und nicht immer förderlich. Aber man muss sich den Dingen stellen, so wie sie sind. Wir wollen unsere Aufgaben erfüllen, nicht nach links und rechts schauen.

Warum ist es nach den zwei souveränen Siegen dennoch wichtig, dass Bundestrainer Joachim Löw im September zurückkehrt?

Sorg: Der Bundestrainer ist hier derjenige, der vorangeht, an dem sich alle orientieren und festhalten. Man hat in dem Lehrgang gemerkt, dass jeder gewillt ist, das Maximale zu geben. Aber er hat gefehlt. Deshalb sind alle froh, wenn er bald wieder gesund wird und bei uns sein wird.

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