Trainingslager

Alarm im Trainingslager des MSV Duisburg in Mierlo

Trainingslager beendet: Vincent Gembalies (rechts) und Arnold Budimbu verfolgen zerknirscht das Geschehen auf dem Platz.

Trainingslager beendet: Vincent Gembalies (rechts) und Arnold Budimbu verfolgen zerknirscht das Geschehen auf dem Platz.

Foto: E.L.

Mierlo.  Vincent Gembalies und Arnold Budimbu verlassen das Trainingslager des MSV Duisburg. Sportdirektor Ivica Grlic verspricht weitere Verstärkungen.

Alarm im Trainingslager des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Um Punkt 12 Uhr heulten am Montag im niederländischen Mierlo die Sirenen. Bei MSV-Coach Torsten Lieberknecht schrillten schon einige Minuten früher die Alarmglocken. Vincent Gembalies und Arnold Budimbu mussten die Einheit abbrechen. In der Mittagspause stand fest: Das Trainingslager war für beide beendet. MSV-Präsident Ingo Wald packte die beiden Spieler in sein Auto und brachte sie nach Duisburg, wo sich die beiden Kicker in der Buchholzer Unfallklinik Untersuchungen unterzogen.

Gembalies verfolgte die letzten Minuten der Einheit zähneknirschend von der Bank aus. Ein Eisverband kühlte die linke Wade. Für den Innenverteidiger war es eine bekannte Geschichte. Schon im Wintertrainingslager in Portugal habe, wie Lieberknecht erklärte, im Zuge der hohen Belastung der Körper des 19-Jährigen gestreikt. Bei Neuzugang Arnold Bidumbu streikt der Knöchel, seit er im ersten Testspiel in Wanheim einen Schlag am Sprunggelenk abbekommen hatte.

Defensive ist die Schwachstelle des MSV

Jeder Ausfall schmerzt aktuell doppelt. Noch immer ist der Kader des Zweitliga-Absteigers nicht komplett. Vor allem die Defensive, ohnehin in den den letzten zwei Jahren eine Schwachstelle im Meidericher Team, ist noch nicht ligatauglich aufgestellt – vor allem in der Innenverteidigung.

Rückkehrer Thomas Blomeyer fehlt die Spielpraxis, zumal er krankheitsbedingt Trainingsrückstand aufweist. Dass Sebastian Neumann, der sich im Winter einer Hüft-OP unterzogen hatte, zum Saisonstart fit sein wird, ist unwahrscheinlich. Und jetzt auch noch Gembalies.

Torsten Lieberknecht hätte sich eine andere Situation gewünscht. „Ich war es bisher gewohnt, dass ich im Trainingslager safe bin. Es ist das erste Mal, dass ich so arbeite“, sagte der 45-Jährige am Montag. Lieberknecht verglich sich mit „Trainerkollegen, die im unteren Bereich arbeiten, die nicht wissen, wie viele Spieler zum Training kommen.“ Am Nachmittag wollte der Coach „Neun gegen Neun“ spielen lassen. Daraus wurde nichts. So standen auf beiden Seiten nur acht Feldspieler zum Trainingsspiel bereit. Eine Vierer-Abwehrkette kann sich mangels Personal derzeit nicht einspielen. Zuletzt halfen die Außenverteidiger Lukas Boeder und Migel-Max Schmeling notgedrungen im Abwehrzentrum aus.

Sportdirektor Grlic verteidigt seine Personalpolitik

Lieberknecht sprach am Montag viel von Hoffnung, von Improvisation, von Geduld. Nach einer Kampfansage hörte sich das nicht an. „Wir wollen alle den schnellen Erfolg. Ich hoffe auf das gute Ende“, sagte der Coach.

Sportdirektor Ivica Grlic verteidigte seine Personalpolitik. Es sei keinesfalls so, dass der Abstieg ihn kalt erwischt habe. „Wir haben schon lange zweigleisig geplant“, unterstrich der 43-Jährige. Und ein gestandener Innenverteidiger werde demnächst kommen. Grlic: „Das ist ein Spieler, bei dem sich das Warten lohnt.“ Angesichts der neuen Personallage sei es auch nicht ausgeschlossen, dass noch zwei Innenverteidiger zum Kader stoßen.

Torsten Lieberknecht bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu hoffen: „Auch wenn das erst zum Spiel gegen Stoke City sein wird.“ Gegen die Engländer testen die Zebras am Samstag, 13. Juli.

Sechs Tage später beginnt die neue Drittliga-Saison.

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