Zwickau

Arbeit statt Zauber beim MSV Duisburg gegen Zwickau

Der zweite Doppelpack in dieser Saison: Moritz Stoppelkamp (Mitte) feiert mit Yassin Ben Balla (links) und Leroy-Jacques Mickels.

Der zweite Doppelpack in dieser Saison: Moritz Stoppelkamp (Mitte) feiert mit Yassin Ben Balla (links) und Leroy-Jacques Mickels.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der FSV Zwickau bereitete dem MSV Duisburg Probleme. Trainer Torsten Lieberknecht sprach nach dem 3:1-Erfolg über einen Arbeitssieg.

Der MSV Duisburg kann in der 3. Fußball-Liga nicht nur zaubern und auf wundersame Weise die Gegner beherrschen, die Zebras können auch arbeiten. Trainer Torsten Lieberknecht verbuchte am Samstag den 3:1 (0:0) über den FSV Zwickau unter der Rubrik „Arbeitssieg“. „Wir nehmen die Punkte gerne mit, weil sie hart umkämpft sind“, sagte der 46-Jährige.

Die Partie gegen die Sachsen war die bislang schwerste Heimaufgabe der noch jungen Saison. Die Gäste ließen sich nicht an die Kette legen, von der zuletzt beeindruckenden Dominanz der Meidericher war am Samstag nichts zu spüren. „Wir haben mutig gespielt und sie so zu Fehlern gezwungen“, sagte FSV-Stürmer Ronny König, der vor zehn Jahren mit Moritz Stoppelkamp – am Samstag zum zweiten Mal in dieser Saison als Doppeltorschütze erfolgreich – gemeinsam bei Rot-Weiß Oberhausen gespielt hat.

Der MSV verbuchte in der sechsten Minute einen Hochkaräter – Vincent Vermeij köpfte den Ball in Anschluss an eine Ecke an die Latte – danach waren die Gäste einem Tor näher als der MSV. Torhüter Leo Weinkauf zeigte starke Paraden und vereinzelte Schwächen. Linksverteidiger Arne sSicker hätte ihm beinahe mit einem Rückpass ein Ei ins Netz gelegt, doch Weinkauf kratzte den Ball im letzten Moment von der Linie (38.).

Verdiente Gästeführung

Die Führung der Gäste in der 49. Minute war verdient. Marvin Compper konnte eine Flanke nicht per Kopf klären, und Ex-Zebra Gerrit Wegkamp ließ sich die Chance aus acht Metern nicht entgehen und traf zum 0:1. „Hätten wir die Führung länger gehalten, hätten wir hier etwas mitnehmen können“, klagte FSV-Trainer Joe Enochs nach der Partie.

Doch die Führung der Sachsen hielt gerade einmal fünf Minuten, weil die beiden herausragenden Duisburger Spieler in dieser Saison das Blatt wenden konnten. Wieder einmal machten Moritz Stoppelkamp und Lukas Daschner den Unterschied aus. Für beide Kicker gab es am Samstag genügend Gründe zu feiern.

Stoppelkamp erzielte seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison. In der 54. Minute schloss er eine starke Einzelleistung in der Mittelfeld-Zentrale mit dem Ausgleich ab. In der Schlussminute entschied der 32-Jährige mit dem Treffer zum 3:1 die Partie. „Stoppel“ kommt nun schon auf sieben Saisontore. Als Jugendspieler sei er zuletzt so erfolgreich gewesen, merkte der Flügelspieler an. Die Frage, ob er seinen Doppelpack mit einem Gläschen am Abend gebührend feiern würde, beantwortete er so: „Ich vertrage doch nichts.“

Mickels verbucht zwei Assists

Für Lukas Daschner gab es am Samstag mehrere Gründe, anzustoßen. In der 68. Minute brachte der 20-Jährige den MSV mit seinem Treffer zum 2:1 auf die Siegerstraße. Am Vormittag hatte der Verein die Vertragsverlängerung mit dem Mittelfeldspieler bis Sommer 2021 bekanntgegeben.

Daschner, der bislang für vergleichsweise kleines Geld seiner Arbeit nachging, darf sich nun über höhere Bezüge freuen. Und Sportdirektor Ivica Grlic muss nun nicht mehr befürchten, dass den Meiderichern das Talent am Saisonende ablösefrei von der Fahne gehen könnte. Wenn Daschner sich auch in den kommenden Monaten so stark wie in den ersten Wochen der Saison präsentieren sollte, dürfte das Interesse anderer Klubs nicht abreißen. Doch nun müssen sie Geld auf den Tisch legen, wenn sie das Ausnahmetalent abwerben wollen.

Abseits des Arbeitssieges gab es dann doch noch etwas Zauberei. In der 61. Minute wechselte Lieberknecht Neuzugang Leroy-Jacques Mickels ein. Er saß zunächst nur auf der Bank, weil sich Stürmer Vincent Vermeij fit zurückgemeldet hatte. Der 24-Jährige bereitete die Treffer zum 2:1 und 3:1 vor. Der Mann der vom Oberligisten SSVg Velbert kam, schreibt für seine märchenhafte Story weiter fleißig neue Kapitel.

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