Ingolstadt

Das alte Leid des MSV Duisburg mit den Schiedsrichtern

MSV-Mittelfeldspieler Lukas Daschner am Boden – der fällige Elfmeterpfiff blieb allerdings aus

MSV-Mittelfeldspieler Lukas Daschner am Boden – der fällige Elfmeterpfiff blieb allerdings aus

Foto: firo Sportphoto/Marcel Engelbrecht

Ingolstadt.  Der Schiedsrichter verweigerte dem MSV Duisburg in Ingolstadt einen klaren Elfmeter. Die Niederlage hat aber auch andere Gründe.

Der MSV Duisburg wollte das Leid der unsäglichen Zweitliga-Saison abschütteln und hinter sich lassen. In einem Punkt hat das Elend den Fußball-Drittligisten MSV Duisburg schon am zweiten Spieltag der neuen Runde wieder eingeholt. Kurz vor Schluss der Partie verweigerte der ansonsten souveräne Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck aus Freiburg den Zebras einen klaren Foulelfmeter. Auch deshalb ging der MSV Duisburg am Samstag beim FC Ingolstadt 04 mit 2:3 (0:1) als Verlierer vom Platz.

Stoppelkamp: „Das war ein klarer Elfer“

In der 87. Minute brachte der Ingolstädter Peter Kurzweg MSV-Mittelfeldspieler Lukas Daschner im Strafraum zu Fall. „Er hat mir das Standbein weggezogen“, gab Daschner später zu Protokoll. „Das war ein klarer Elfer“, schimpfte MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp. FCI-Trainer Jeff Saibene sah das offenbar auch so und räumte in der Nachbetrachtung der Partie ein, dass sein Team in dieser Situation Glück gehabt hätte.

Etwas unangenehm war das dem Luxemburger auch, er versuchte, seinen Duisburger Kollegen Torsten Lieberknecht zu trösten: „Das mit den unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen gleicht sich im Saisonverlauf aus.“ Das hat nicht geklappt. „Nein, das gleicht sich nicht aus“, entgegnete der 45-Jährige.

Sportdirektor Ivica Grlic berichtete nach dem Spiel von einem Dialog mit dem Schiedsrichter – darin hat der 43-Jährige aus der vergangenen Saison ja ausreichend Übung – und Matthias Jöllenbeck habe sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Doch das machte es nun auch nicht besser.

Kaum Zugriff im Mittelfeld

Doch wie schon in der Abstiegssaison lag es nicht am Schiedsrichter allein, dass der MSV mit leeren Händen nach Duisburg zurückkehrte. Ivica Grlic klagte über „hergeschenkte Gegentore“. „Es hat bei uns die letzte Konsequenz gefehlt – in der Offensive und in der Defensive“, sagte Moritz Stoppelkamp. Torsten Lieberknecht wollte sich nach dem Spiel nicht lange mit der Elfmeter-Diskussion befassen. „Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen. Da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen.“

Dabei hatten die Meidericher stark begonnen und konnten vor allem über Stoppelkamp auf der rechten Seite Akzente setzen. Die Zebras, die erstmals in den leuchtend gelben Auswärtstrikots spielten, fanden allerdings keinen Zugriff im zentralen Mittelfeld. Yassir Ben Balla eroberte Bälle, um sie aber oft sofort wieder zu verlieren. Auch Tim Albutat konnte kaum Akzente setzen. Lukas Daschner spielte erst im zweiten Durchgang in der offensiven Dreierkette hinter der Spitze stark auf.

Neumann brach das Aufwärmen ab

Auch Neuzugang Marvin Compper hatte in seiner Funktion als Abwehrchef Probleme. Vor dem 1:0 durch Stefan Kutschke (32.) hätte der 34-Jährige bei der langen Flanke klären können. Lukas Boeder und Joshua Bitter waren hier allerdings auch in der Verlosung.

Beim 2:0 ließ Maximilian Beister Lukas Boeder aussteigen, ehe er MSV-Keeper Leo Weinkauf keine Chance ließ (58.). Lukas Daschner brachte den MSV nur zwei Minuten später auf Zuspiel von Joshua Bitter mit dem Anschlusstreffer zurück ins Spiel. In der 71. Minute stellte Beister mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her. Marvin Compper machte hier keine gute Figur – auch wenn die Duisburger später monierten, dass dem Treffer ein Foul an den Neuzugang vorausgegangen sein.

In der 86. Minute verkürzte Stoppelkamp – nach einem Zuspiel von Lukas Daschner auf 2:3. Trotz der Niederlage sieht Stoppelkamp das Team auf einem guten Weg: „ Es hat noch nicht alles hundertprozentig gepasst. Aber wir haben gegen den Topfavoriten der Liga gespielt und das Spiel gemacht.“

Am Mittwoch geht es für die Zebras mit dem Heimspiel gegen den SC Preußen Münster (19 Uhr) weiter. Ob dann Sebastian Neumann dem Kader angehören kann, soll sich heute im Rahmen einer MRT-Untersuchung entscheiden. Der Innenverteidiger warf am Samstag beim Aufwärmen nach wenigen Minuten mit Kniebeschwerden das Handtuch.

Am Freitag war der 28-Jährige bei der finalen Trainingseinheit in Ingolstadt im Rasen hängengeblieben, wie Trainer Lieberknecht berichtete. Neumann war im Zuge einer Hüftoperation im vergangenen Winter erst zum Start der neuen Saison in den Kader der Meidericher zurückgekehrt.

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