MSV Duisburg

Der MSV Duisburg kann mit der Punkteteilung gut leben

Kapitän Gerrit Nauber (links) mit MSV-Torwart Felix Wiedwald nach dem Spiel.

Kapitän Gerrit Nauber (links) mit MSV-Torwart Felix Wiedwald nach dem Spiel.

Regensburg.   Torhüter Felix Wiedwald war beim 1:1 in Regensburg der überragende Mann auf dem Platz. A-Jugend-Mann Vincent Gembalies feierte sein Profidebüt.

Torwart Felix Wiedwald hielt am Samstag für den Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg beim 1:1 (0:1) beim SSV Jahn Regensburg den Punkt fest. „Dafür hat mich der MSV ja auch geholt“, stellte der gebürtige Niedersachse kühl fest. Wie viel das Remis wert ist, werden die Meidericher im Mai nach dem letzten Spieltag wissen. „Am Ende werden die Punkte gezählt und daher ist jeder Punkt wichtig“, sagte der 28-Jährige.

Der MSV hat nun mit drei Spielen ohne Niederlage eine kleine Serie hingelegt. Die Zebras wissen, dass es nun um kontinuierliches Punkten geht, um im Abstiegskampf Schritt zu halten. „Es war wichtig, nach dem Sieg gegen Magdeburg jetzt nicht wieder einen Nackenschlag zu bekommen“, sagte Kevin Wolze, der per Foulelfmeter in der 67. Minute den Ausgleich für sein Team erzielte und sich damit selbst zum 29. Geburtstag beschenkte.

Der MSV konnte mit der Punkteteilung gut leben. Im ersten Durchgang unternahm Regensburg mehr, um das Spiel zu gewinnen. „Da haben wir viel vermissen lassen. Danach haben wir gut gespielt“, sagte MSV-Präsident Ingo Wald. Aus dem Spiel heraus verbuchten die Gäste wenig Zwingendes, sodass es eines Elfmeters bedurfte. Jahn-Torwart Philipp Pentke verfehlte den hohen Ball und traf MSV-Stürmer John Verhoek am Kopf. Die Schiedsrichterentscheidung war unstrittig.

„Unaufgeregt und gut“

John Verhoek war am Samstag nicht der einzige Duisburger mit einem Brummschädel. In der ersten Halbzeit hatte es – wie schon im Heimspiel gegen Magdeburg – Innenverteidiger Enis Hajri erwischt – und das hefig. In der Anfangsphase prallte er bereits mit dem Regensburger Keeper zusammen. In der 23. Minute stieß er mit Marcel Correia zusammen und verlor dabei das Bewusstsein. „Mir fehlen zwei Minuten“, sagte der 36-Jährige beim Sonntagstraining in Meiderich, dem er nur als Zuschauer beiwohnte.

A-Jugend-Spieler Vincent Gembalies zog sich bereits an der Seitenlinie um und bereitete sich auf seine Einwechslung vor. Hajri entschied sich nach einer mehrminütigen Behandlungspause, doch weiterzumachen. Das war keine gute Idee. Jahn-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui profitierte beim Führungstreffer in der 39. Minute von einem Stellungsfehler des Tunesiers. Ohne Brummschädel hätte Hajri diese Situation vermutlich geklärt.

Zur Halbzeit blieb Enis Hajri in der Kabine. „Er hatte ein Flimmern. Es ging nicht weiter“, berichtete MSV-Trainer Torsten Lieberknecht. So kam Youngster Vincent Gembalies zur zweiten Halbzeit doch noch zu seinen Profidebüt – und erntete nach dem Spiel viel Lob. „Er hat das sehr gut gemacht und hat komplett unaufgeregt gespielt“, sagte Mittelfeld-Regisseur Fabian Schnellhardt. Gembalies beschränkte sich nicht nur auf das Verteidigen, er spielte auch immer wieder den klugen Pass und trug so zur Spieleröffnung bei. „Es war Glück für ihn, dass er sich beweisen konnte und dann so ein Spiel ablieferte“, schwärmte Lieberknecht vom Debüt des 19-Jährigen.

Gembalies empfahl sich für weitere Aufgaben, Lieberknecht könnte ihn schon im nächsten Spiel wieder brauchen. Die Not in der Innenverteidigung der Zebras wird größer. Wann Enis Hajri wieder ins Training einsteigen kann, war am Sonntag noch unklar. Bei Dustin Bomheuer (Verdacht auf Bandscheibenvorfall) gibt es noch keine genaue Diagnose. Joseph Baffoe hofft, in dieser Woche ins Mannschaftstraining einzusteigen, Thomas Blomeyer hält sich ohne Spielpraxis auf Leihbasis bei den Sportfreunden Lotte auf.

Wolze fälschte Ball ab

Abgesehen vom Führungstor – Kevin Wolze fälschte den Ball noch unerreichbar für Felix Wiedwald ab – war der Duisburger Torhüter immer dann zur Stelle, wenn die Abwehr geschlagen war. „Ich habe schon einige Spiele auf dem Buckel. Eins-gegen-Eins-Situationen sind, wie die meisten Leute wissen, meine Stärke“, betonte der 28-Jährige.

Wiedwald klärte in der 32. Minute gegen Sebastian Stolze aus kurzer Distanz. Kurz vor der Pause holte der Keeper den Ball nach einem Kopfball von Hamadi Al Ghaddioui aus dem Winkel. In der 61. Minute klärte er mit einem starken Reflex mit dem Fuß erneut gegen den Marokkaner. Sechs Minuten vor dem Abpfiff war er bei einem Volleyschuss gegen Marco Grüttner zur Stelle. „Marco hat in solchen Situationen in dieser Saison schon öfter getroffen“, ärgerte sich Jahn-Trainer Achim Beierlorzer, der feststellte: „Es war unnötig, dass wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind.“

Näher an Tabellenplatz 15

Die Zebras wollen ihre kleine Serie in den nächsten Wochen ausbauen – auch im Heimspiel gegen Spitzenreiter 1. FC Köln am Sonntag. „Auch wenn wir in unserer Situation fast schon verdammt dazu sind, zu punkten, haben wir gegen Köln nichts zu verlieren“, freut sich Fabian Schnellhardt auf das Match gegen die Geißböcke.

Mit dem Punktgewinn in Regensburg verteidigte der MSV den Relegationsrang. Der 1:0-Sieg des SV Sandhausen in Magdeburg hat für den MSV eine gute und eine schlechte Seite. Die schlechte: Der SV Sandhausen rückte den Duisburgern damit dichter auf den Pelz. Die gute: Der MSV konnte den Rückstand auf Platz 15, der zum direkten Klassenerhalt reichen würde, auf einen Zähler reduzieren.

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