MSV Duisburg

Duisburg - Kaiserslautern: Ein Spiel für Fußballromantiker

Jena 28092019 Fußball 3. Liga FC Carl Zeiss Jena - MSV Duisburg 1:2 Torsten Lieberknecht (Trainer MSV Duisburg)

Jena 28092019 Fußball 3. Liga FC Carl Zeiss Jena - MSV Duisburg 1:2 Torsten Lieberknecht (Trainer MSV Duisburg)

Foto: Tino Zippel

Duisburg.  Der MSV Duisburg empfängt heute Kaiserslautern. In der 3. Liga. MSV-Trainer Lieberknecht spielte beim 1:7-Spektakel vor 25 Jahren für den FCK.

Wenn Duisburg am Abend um 19 Uhr (Magenta-Sport) den 15. der Drittliga-Tabelle aus Kaiserslautern empfängt, gibt es für den gebürtigen Pfälzer und MSV-Trainer Torsten Lieberknecht keinen Platz für Nostalgie. Nach zuletzt drei Niederlagen will er seine Zebras, aktuell auf Platz vier, wieder in die Erfolgsspur bringen. Vor 25 Jahren waren die beiden Traditionsklubs noch Bundesligisten. Als sie damals in Duisburg aufeinandertrafen, gab es ein denkwürdiges 1:7. Und Lieberknecht stand im Trikot der Roten Teufel auf dem Rasen.

Dunkle Erinnerungen an die erste Halbzeit

„Ich kann mich dunkel an die erste Halbzeit erinnern, auch an die Auswechslung für Michael Lusch in der 46. Minute“, sagt Lieberknecht. „Ich glaube, ich bin damals wegen einer Gehirnerschütterung in der Kabine geblieben, die hängt noch nach. Das würde die Gedächtnislücken erklären“, scherzt er.

Der damals 20-Jährige hatte erst zur Vorsaison seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Ein Moment, der dem Fußball-Lehrer auch über 25 Jahre später noch sehr präsent ist: „Das war für mich etwas ganz Großes, in dieser Truppe dabei sein zu dürfen, zusammen mit Spielern wie Andi Brehme, Martin Wagner, Gerry Ehrmann – ein Highlight, als Pfälzer sowieso“, erinnert sich der Trainer. „Pavel Kuka war auch dabei, dem ist ja sogar ein Dreierpack in dem Spiel in Duisburg gelungen.“

Der haushohe Sieg sollte nicht das letzte Spektakel des Lauterer Saisonschlussspurts gewesen sein. Einen Spieltag später gewann die Mannschaft von Trainer Friedel Rausch gegen den direkten Konkurrenten Bayern München mit 4:0. Wiederum eine Woche später schrieb Thomas Helmer mit seinem Phantomtor gegen Nürnberg Geschichte. Das Spiel wäre sonst 1:1 ausgegangen – nun aber wurde es wiederholt, die Bayern siegten 5:0 und hielten damit den FCK auf Distanz. Denn der verlor kein Spiel mehr. „Ich weiß noch, als wir nach dem letzten Spiel in Hamburg weggefahren sind und es feststand, dass wir Vizemeister sind“, sagt Lieberknecht. „Das war eine gemischte Gefühlslage. Auf der einen Seite war Stolz dabei, dass du eben wider Erwarten Vizemeister geworden bist. Auf der anderen Seite war auch Enttäuschung mit dabei, klar.“ Als Lautern vier Jahre später als Aufsteiger unter Otto Rehhagel Sensationsmeister wurde, spielte Lieberknecht schon für den FSV Mainz 05.

Der Reiz der Arbeit mit solchen Klubs

Mit Blick auf die Ligazugehörigkeit seines alten und seines aktuellen Vereins schwingt ein wenig Wehmut mit: „Für mich als Fußballromantiker, der um die jetzige Situation weiß, ist das schon schade. Man möchte, dass diese Klubs auch wieder dahinkommen“, sagt Lieberknecht und gesteht: „Mich reizt die Arbeit mit solchen Klubs, das ist für mich das größte Glücksgefühl. Weil ich weiß, dass die Leute danach lechzen, diese Zeit zu erleben.“

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