Analyse

Ein gebrauchter Tag für den MSV Duisburg in Regensburg

„Ein gebrauchter Tag“ – die Spieler um Gerrit Nauber (rechts) gerieten in Regensburg bei der 0:4-Niederlage unter die Räder.

Foto: Armin Weigel/dpa

„Ein gebrauchter Tag“ – die Spieler um Gerrit Nauber (rechts) gerieten in Regensburg bei der 0:4-Niederlage unter die Räder. Foto: Armin Weigel/dpa

Duisburg.   Zebras erleiden nach fünf Spielen ohne Niederlage Rückschlag. Ersatztorwart Zeaiter feiert sein Debüt und träumt vom internationalen Fußball.

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Die Rückfahrt aus Regenburg hatte es am Samstag für die Zweitliga-Fußballer des MSV Duisburg in sich. Die Stimmung war gedrückt, der Mannschaftsbus kämpfte sich auf der A 3 durch das erste Schneegestöber der Saison. Und die Duisburger Profis verfolgten die turbulenten Ereignisse beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Von einer Aufholjagd, die die Schalker in der Bundesliga hinlegten, waren die Meidericher zuvor Lichtjahre entfernt gewesen. Die 0:4 (0:3)-Schlappe bei Mitaufsteiger SSV Jahn Regensburg war eindeutig. Ein Schuss vor den Bug.

Nach fünf Spielen ohne Niederlage wollten die Duisburger mit gestärktem Selbstvertrauen ihre Serie fortsetzen. Doch eine wichtige Säule im zuletzt so erfolgreichen Zebra-Spiel brach am Samstag in der Oberpfalz weg. Gerrit Nauber und Dustin Bomheuer erlebten einen Tag, der so schwarz war, wie die Auswärtstrikots, die sie trugen. „Es war ein gebrauchter Tag“, gab Nauber nach der Partie zu Protokoll.

Wenig Durchschlagskraft

Es wäre aber zu einfach, das Dilemma allein an den beiden Innenministern im Duisburger Abwehrverbund festzumachen. Das Fehlen des gelbgesperrten Lukas Fröde machte sich im defensiven Mittelfeld bemerkbar. Tim Albutat bestritt am Samstag nach langer Verletzungspause sein Startelf-Debüt auf der Sechserposition. Dort machte Albutat zwar nicht viel falsch, der Zugriff und die Absicherung vor der Abwehrreihe gelang ihm aber noch nicht. Hinzu kam, dass Fabian Schnellhardt in der Zentrale zwar stark begann, im weiteren Spielverlauf aber immer weiter abtauchte.

Mit langen Bällen stellten die Regensburger den MSV immer wieder vor Probleme. Vor dem frühen 1:0 durch Marco Grüttner schlug Dustin Bomheuer über den Ball, beim 2:0 durch Jonas Nietfeld gaben beide Duisburger Innenverteidiger nur Geleitschutz, vor dem 3:0 durch Marc Lais hob Nauber die Abseitsposition des Regensburgers auf.

Der dritte Treffer der Gastgeber hatte vorentscheidenden Charakter, doch ohne die Ereignisse aus Dortmund zu erahnen, wollte Jahn-Trainer Achim Beierlorzer nach der ersten Halbzeit ein ähnliches Spektakel in Regensburg nicht ausschließen. „Ich habe meinen Jungs in der Pause klargemacht, dass wir das 3:0 verteidigen müssen. Wir wussten, dass Duisburg noch einmal kommen kann“, so Beierlorzer, der sich am Ende aber über die „extreme Effizienz“ seiner Mannschaft freuen konnte. MSV-Trainer Ilia Gruev musste einräumen: „Unser Matchplan ging nicht auf.“

Im Spiel nach vorne konnte der MSV am Samstag wenig ausrichten. Ein Kopfball von Stanislav Iljutcenko nach nur 41 Sekunden schien ein positives Zeichen zu sein, doch in der Folgezeit erspielten sich die Gäste nur wenig Zwingendes. Auf den Flügeln fehlte die Durchschlagskraft. Cauly Oliveira Souza hatte eine Woche nach seiner Galavorstellung gegen den FC Erzgebirge Aue diesmal einen schweren Stand.

Trainer Gruev brachte mit Ahmet Engin kurz nach der Pause für ihn einen frischen Mann. Engin sorgte zwar für mehr Wirbel, eine Wende konnte aber auch er nicht herbeiführen. Am Ende sprang nicht mehr als eine Torchance von Borys Tashchy aus kurzer Distanz (81.) heraus.

Flekken knallte gegen den Pfosten

Der einzige Duisburger, der sich am Samstag über etwas freuen durfte, war Torwart Daniel Zeaiter. Der 22-Jährige bestritt nach der Pause sein Zweitliga-Debüt. In der ersten Halbzeit war Stammkeeper Mark Flekken bei einer Rettungsaktion mit dem Kopf gegen den Pfosten geknallt. Der Niederländer spielte zwar bis zur Pause weiter, warf dann aber das Handtuch.

Zeaiter, der in der Rangfolge der Duisburger Schnapper die Nummer drei ist, saß zum zweiten Mal in Folge auf der Bank, da der etatmäßige Ersatzkeeper Daniel Davari mit Kniebeschwerden außer Gefecht ist. „Natürlich ist es nicht schön, reinzukommen, weil sich Mark verletzt hat. Trotzdem freue ich mich über mein Debüt“, so Zeaiter, der den letzten seiner zuvor fünf Profi-Einsätze im April 2016 für die U 23 des FSV Mainz 05 in der 3. Liga bestritten hatte.

Auch wenn er in Duisburg nur die Nummer drei ist, macht sich Zeaiter, der beim 0:4 in der 87. Minute machtlos war, Hoffnungen auf eine internationalen Karriere. Denn er hat neben der deutschen auch die libanesische Staatsangehörigkeit und gehörte schon zweimal dem Aufgebot des Libanons an, kam aber nicht zum Einsatz.

In der letzten Saison musste er seine Nationalmannschaftsambitionen allerdings auf Eis legen, da er sonst seinen Status als U-23-Spieler verloren hätte und der MSV nicht die erforderliche Quote erreicht hätte. Nun ist Zeaiter, dessen Vater Libanese ist, für seine zweite Heimat wieder ein Thema. „Mein Ziel ist die Asien-Meisterschaft 2019“, so Zeaiter, der auch die libanesische Sprache beherrscht. Der nächste Zweitliga-Einsatz von Zeaiter dürfte allerdings wieder auf sich warten lassen. Wie der MSV mitteilte, ist Flekkens Blessur nicht schwerwiegend. Zudem soll Daniel Davari am Dienstag wieder ins Training einsteigen.

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