Hajri

Warum Hajri noch eine Saison länger beim MSV Duisburg bleibt

Die „Außenminister“ des MSV Duisburg  bleiben zusammen: Linksverteidiger Kevin Wolze (links) und Rechtsverteidiger Enis Hajri.

Foto: Mark Bohla/ Eibner-Pressefoto

Die „Außenminister“ des MSV Duisburg bleiben zusammen: Linksverteidiger Kevin Wolze (links) und Rechtsverteidiger Enis Hajri. Foto: Mark Bohla/ Eibner-Pressefoto

Duisburg.   Für Trainer Ilia Gruev ist Abwehrspieler Enis Hajri ein wichtiger Baustein. Der gebürtige Tunesier darf weiter von der WM-Teilnahme träumen.

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Ilia Gruev erzählte am Donnerstag in der Pressekonferenz des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, dass es Neuzugänge bei den Zebras auch deshalb leicht haben, weil Abwehrspieler Enis Hajri wichtige Tipps parat hat: „Enis erklärt den neuen Spielern, wo sie Autos und Klamotten kaufen können.“ Der Trainer sagte aber auch: „Enis ist ein Kämpfer. Solche Spieler sind selten zu finden.“ Letzteres dürfte der wichtigere Aspekt bei der Vertragsverlängerung um ein Jahr (plus Option) mit dem 35-Jährigen gewesen sein. „Er hat sich das verdient. Wir waren uns schnell einig“, sagte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic.

Seit 2014 trägt Enis Hajri Zebra-Streifen. Er geht nun im Sommer in sein fünftes Jahr beim MSV. Für den Deutsch-Tunesier ist das ein Rekord. Der MSV ist seine elfte Profi-Station. So lange hat er es zuvor noch bei keinem anderen Verein ausgehalten.

„Es ist kein Geheimnis, dass ich mich mit meiner Familie hier sehr wohl fühle. Ich bin mit dem MSV zweimal aufgestiegen, einmal abgestiegen. Ich habe hier alles erlebt. Ich bin stolz und froh, dass ich hier noch etwas dranhängen kann“, sagte Hajri am Donnerstag.

Ob Hajri beim MSV wirklich alles erlebt hat – darüber lässt sich nun diskutieren. Wer weiß, was da noch kommen wird. Der Routinier hat die Dinge auf dem Spielfeld in den letzten Jahren aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt, das heißt auf verschiedenen Positionen: Sechser, Innenverteidiger, Linksverteidiger und derzeit Rechtsverteidiger. „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde“, sagt der Allrounder.

Der Karten-König beim MSV

Für Enis Hajri und den MSV schließt sich am Sonntag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf der Kreis. Im Hinspiel kam Hajri nach der Pause beim Stand von 2:0 für die Fortuna als Rechtsverteidiger für den an diesem Abend indisponierten Tugrul Erat ins Spiel. Was damals noch nicht absehbar war: Enis Hajri dichtete ein Leck in der Abwehrreihe ab und avancierte zum Leistungsträger. Nach der 1:3-Niederlage in Düsseldorf konsolidierte sich der MSV und setzte zu seinem Höhenflug an. Diese Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit Hajri, den Ilia Gruev am Donnerstag als „wichtigen Baustein“ würdigte.

Nach der Hinrunde führte Hajri mit einem Schnitt von 2,82 die MSV-Notenliste dieser Redaktion an. Noten sind natürlich Interpretationssache, eine andere Spitzenposition des Abwehrspezialisten ist hingegen mit harten Fakten belegt. Mit elf gelben Karten führt Hajri nicht nur die vereinsinterne Sünderkartei an, sondern steht auch ligaweit an der Spitze. Damit wandelt er auf den Spuren von Ex-Zebra Tomasz Hajto. Der Pole hält mit 16 gelben Karten in einer Saison den Bundesliga-Rekord.

Von der Teilnahme an der WM in Russland mit Tunesien darf Hajri weiter träumen. „Ich hatte zuletzt vor drei Wochen Kontakt mit dem Verband“, berichtet Hajri, der 1983 im tunesischen M’saken geboren wurde. Für die Länderspiele gegen den Iran und Costa Rica in diesem Monat ist Hajri noch kein Thema. Im Rahmen der WM-Vorbereitung sind aber noch Testspiele in Europa geplant. Hajri: „Das könnte klappen. Aber ich konzentriere mich jetzt nur auf den MSV. Wir wollen Düsseldorf schlagen.“

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