MSV-Analyse

In Bielefeld hat für den MSV Duisburg fast alles gepasst

Der Türöffner: Moritz Stoppelkamp schoss den MSV nach 19 Minuten in Führung.

Foto: Bohla

Der Türöffner: Moritz Stoppelkamp schoss den MSV nach 19 Minuten in Führung. Foto: Bohla

Duisburg/Bielefeld.  Aufsteiger trumpft bei der Arminia mit einem 4:0 auf. Cauly Oliveira Souza steuert einen Doppelpack bei. Moritz Stoppelkamp ist der Türöffner.

Cauly Oliveira Souza bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, während er in der Mixed-Zone der Bielefelder Schüco-Arena stand. „Heute hat viel gepasst“, meinte der quirlige Außenspieler des MSV Duisburg nach dem Zweitliga-Duell bei Arminia Bielefeld schmunzelnd. Im Vorfeld der Partie hatte der Neuzugang von Fortuna Köln, der auf Anhieb zum Stammpersonal der Zebras zählte, noch gesagt, er müsse sich weiter verbessern, mehr für die Abwehr tun und vorne effektiver werden.

Seine Leistung und Effektivität, die er beim Spiel vor 18 537 Zuschauern auf der Alm bot, zu verbessern, dürfte allerdings schwierig werden. Mit einem Doppelpack binnen vier Minuten (55., 59.) belohnte sich der bislang noch torlose Deutsch-Brasilianer, der am kommenden Freitag seinen 22. Geburtstag feiert, diesmal gleich doppelt selbst für eine erneut starke Vorstellung. Und das galt beim 4:0 (1:0)-Sieg, mit dem die Zebras die Arminen, die bis dahin Saison übergreifend seit neun Spielen nicht verloren hatten, von der Alm fegten, auch für das gesamte Team.

„Bielefeld ist mit zehn Punkten sehr gut gestartet“, stellte Souza die Qualität des bis dahin Tabellendritten heraus. „Vielleicht haben sie uns etwas unterschätzt, aber wir waren von Beginn an fußballerisch und körperlich das bessere Team. Wir haben uns in der Länderspielpause intensiv auf den Gegner vorbereitet und es gut umgesetzt. Diesmal haben wir unsere Chancen genutzt und uns für unsere Leistung belohnt.“

Die Chancenauswertung war das Stichwort für den zweiten Saisonsieg. Hatte der Aufsteiger in den Spielen zuvor noch häufig die Gelegenheiten ausgelassen, die Augenhöhe, auf der sie sich mit Favoriten wie Dresden, Bochum oder Darmstadt bewegten, auch in Ergebnisse umzumünzen, so schlug der MSV diesmal nach schnellem Umschaltspiel eiskalt zu. Zwar scheiterte Moritz Stoppelkamp in der 5. Minute noch an DSC-Keeper Moreno Ortega, über den er den Ball spitzeln wollte. Doch als der für Simon Brandstetter in die Startelf gerückte Stanislav Iljutcenko 14 Zeigerumdrehungen später einen zu kurzen Rückpass von DSC-Verteidiger Florian Dick ablief und quer auf Stoppelkamp legte, war der erneut enorm emsige Linksaußen bei der zweiten Chance mit einer Grätsche zum 1:0 zur Stelle.

Bomheuer rettet im letzten Moment

Nahezu im Anschluss konnten sich die Duisburger bei Dustin Bomheuer bedanken, der im letzten Moment vor dem einschussbereiten Patrick Weihrauch klärte und den MSV vor dem Ausgleich bewahrte. Doch der MSV machte weiter Tempo und die Arminen zunehmend unsicherer. „Wir haben bei jedem Ballgewinn direkt in die Tiefe gespielt“, freute sich Coach Ilia Gruev über die gelungene Umsetzung seines Matchplans. So wie beim 2:0, als Innenverteidiger Gerrit Nauber, den Ball nach der Eroberung in der eigenen Hälfte auf die rechte Seite des 16ers schlug, Cauly Souza DSC-Kapitän die Kugel abluchste und sie anschließend Torwart Ortega durch die Hosenträger schoss. „Ich war etwas schneller als Börner, habe die Ruhe bewahrt und dann einfach mal geschossen“, beschrieb Souza seinen ersten Treffer für den MSV, dem er kurz darauf direkt den zweiten folgen ließ. Mit einem 16-Meter-Flachschuss ins linke Eck nach starker Einzelaktion setzte er dem Spiel nicht nur endgültig seinen Stempel, sondern auch den Deckel auf. „Das ist ein tolles Gefühl, und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich“, so der 21-Jährige, „dafür habe ich im Training einiges getan.“

Gerrit Nauber wollte sich für Souzas ersten Treffer keinen Scorerpunkt ans Revers heften. „Das kann er sich schon ganz allein auf die Fahne schreiben“, lachte der Abwehrchef, der sich vielmehr über das erste Pflichtspiel ohne Gegentor freute. „Wir haben uns gut auf das Spiel der Bielefelder eingestellt. Zwar haben sie diesmal weniger mit langen Bällen auf die Außen agiert und auch viel in die Zwischenräume gespielt. Aber auch das haben wir gut im Griff gehabt.“ Wichtig war für den 25-Jährigen der Lerneffekt aus den letzten Spielen, in denen der MSV gegen Dresden und Darmstadt in letzter Minute noch die verdienten Punkte verspielte. „Wir hatten einige Situationen, die uns Punkte gekostet haben, hatten bei Flanken und Standards unsere Probleme. Daraus haben wir gelernt. Wir sind cleverer mit unserer Führung umgegangen, haben uns nicht zurückgezogen und ergebnisorientierter gespielt.“ Das führte dann auch direkt zum zweiten Saisonsieg und war nicht nur für Nauber „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Die Richtung, dass der Aufsteiger nicht nur in der Liga mithalten, sondern Favoriten auch schlagen kann. Dass der eingewechselte Kingsley Onuegbu nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Simon Brandstetter dann diesmal sogar in letzter Minute den Schlusspunkt für den MSV setzte, war das Sahnehäubchen auf einen Tag, an dem – wie der Mann des Spiels es ausdrückte – „viel gepasst hat.“

Statistik und Noten:

Arminia Bielefeld: Ortega – Dick (59. Hemlein), Behrendt, Börner, Hartherz – Weihrauch, Prietl, Kerschbaumer (77. Schütz), Staude – Voglsammer, Klos (54. Sporar).

MSV Duisburg: Flekken 3 – Erat 3, Bomheuer 2, Nauber 2, Wolze 3 – Oliveira Souza 1 (89. Engin), Fröde 4, Schnellhardt 2, Stoppelkamp 2 – Tashchy 2 (87. Brandstetter), Iljutcenko 3 (72. Onuegbu).

Tore: 0:1 Stoppelkamp (19.), 0:2, 0:3 Oliveira Souza (55., 59.), 0:4 Onuegbu (90.).

Gelbe Karten: Prietl – Iljutcenko, Flekken. Wolze.

Schiedsrichter: Kempter (Stockach).

Zuschauer: 18 537.

So geht’s weiter: MSV Duisburg – 1. FC Nürnberg (Samstag, 16. September, 13 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena).

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