Fußball

MSV Duisburg bekommt in Corona-Krise Hilfe von seinen Fans

2014 wurde der Fanshop schon einmal „leergekauft“ – auch damals, um dem finanziell angeschlagenen Verein zu helfen.

2014 wurde der Fanshop schon einmal „leergekauft“ – auch damals, um dem finanziell angeschlagenen Verein zu helfen.

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.  Der Arena-Fanshop ist geschlossen, soll aber online „leergekauft“ werden. Auch eine Blutspendeaktion könnte dem MSV Duisburg einen Erlös einbringen.

Für einige Zeit war vor der Schauinsland-Reisen-Arena ein Banner zu sehen. Die Aufschrift: „Kein Virus kann uns von dir trennen.“ Damit „auf ewig unsere Liebe zu den Meiderichern hält“, haben die Ultras des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg nun zu einer Spendenaktion aufgerufen. Genauer gesagt: zu einer Blutspendenaktion. Der Erlös soll in die langsam austrocknende Vereinskasse fließen.

Und so sieht der Plan aus, den der MSV auch über seine Kanäle bewirbt: Wer im Blutspendezentrum BZD Duisburg auf der Königstraße in der Innenstadt „sein Bestes“ gibt, erhält eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Für jeden geworbenen Blutspender zahlt das Unternehmen weitere 20 Euro. Der Geldbetrag wird direkt von dem BZD an den Dachverein des MSV überwiesen. Der positive Haupt- oder Nebeneffekt: Die Blutspenden helfen nicht nur dem MSV, sondern auch Patienten, die darauf angewiesen sind.

Sammelkarte für Fans

Der MSV entlohnt die Spender mit einer Sammelkarte. Insgesamt drei verschiedene Motive gibt es. Nicht mehr, denn allzu großer Sammeleifer könnte zu Blutarmut führen. Die Ultras, darunter auch die PGDU, sind von selbst auf den Verein mit ihrer Idee zugekommen, berichtet Martin Haltermann, der Pressesprecher des MSV.

Wer es weniger blutig mag, kann einer zweiten Idee der Fans folgen: Kauft den Fanshop leer. Dort liegen die Umsätze derzeit am Boden. Durch die Corona-Krise bleibt der Shop geschlossen. Laufkundschaft gibt es ohnehin nicht. Bestenfalls am 2. Mai mit dem Heimspiel gegen Halle könnte der Ball wieder laufen und Kasse klingeln. Online aber kann jeder gefahrlos einen Einkaufsbummel unternehmen und so dem MSV das (Über-)Leben ein wenig erleichtern. Im Online-Portal der Zebra-Fans werden direkte Geldspenden an den Verein angeregt. Der Ruf findet Gehör: „Es rufen immer wieder Anhänger unserer Mannschaft an, die wissen wollen, wie sie uns finanziell unterstützen können“, berichtet Martin Haltermann.

Zusammenhalt ist notwendig

Die Aktionen sind durchaus im Sinne der Zebra-Verantwortlichen. Dort betet man das Mantra: „Die Zwangspause können wir nur überstehen, wenn wir alle zusammenhalten.“ Mitarbeiter, die Spieler des Drittliga-Teams und auch die Frauen aus der Bundesliga verzichten auf Geld. Der Beitrag des MSV zur Fanhilfe zitiert Präsident Ingo Wald mit den Worten: „Dass in Duisburg nicht nur von Solidarität gesprochen, sondern sie wirklich gelebt wird, erleben wir bei euren starken Aktionen für den MSV. Was soll ich sagen? Einfach nur: Danke!“

Im Gegenzug denkt der MSV Duisburg nicht nur an sich, sondern auch an andere: Auch wenn sie im wilden Rauschen der Corona-Nachrichten kaum Gehör finden. Bis Sonntag laufen noch die internationalen Anti-Rassismus-Wochen. Der MSV beteiligte sich daran mit einem Video. Gegen Diskriminierung positionieren sich in dem einminütigen Film unter anderem die Spieler Leroy-Jacques Mickels und Lukas Daschner sowie Vanessa Fürst aus der Frauen-Bundesliga-Mannschaft.

Noch kurz: Was machen die Kicker derzeit? Sie trainieren in Heimarbeit. Das Pensum wurde inzwischen hochgefahren. Trainer Torsten Lieberknecht räumt die Spülmaschine ein und aus, spricht mit seinen Spielern und widmet sich dem Video-Studium. Auch auf die Gefahr, dass es vielleicht nicht gebraucht wird: Varianten für Eckbälle und Freistöße könnte er dabei ausbaldowern. Ja, man darf in diesem Tagen auch Scherze machen, in denen das Wort Toilettenpapier nicht vorkommt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben