MSV Duisburg

MSV Duisburg schlägt die Bayern und ist Herbstmeister

Herbstmeister! Die Zebras feierten nach dem Sieg über die Bayern den inoffiziellen Titel mit ihren Fans.

Herbstmeister! Die Zebras feierten nach dem Sieg über die Bayern den inoffiziellen Titel mit ihren Fans.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Der MSV Duisburg besiegt die U 23 des FC Bayern mit 3:2 und sichert sich vorzeitig die Herbstmeisterschaft. Es gab Aufregung um Sven Beuckert.

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Am frühen Abend setzten die U-23-Fußballer des FC Bayern München zum temporären Höhenflug an. Per Flugzeug ging es für die Bayern-Bubis zurück in die Heimat. So ist das eben beim Branchenführer des deutschen Fußballs. Als die Münchener wieder am Boden waren, stand der MSV Duisburg immer noch oben. Und daran wird sich auch erst einmal nichts ändern. Mit dem 3:2 (2:0)-Erfolg feierten die Zebras am vorletzten Hinrunden-Spieltag die Herbstmeisterschaft.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht erwähnte von sich aus die Herbstmeisterschaft nicht, meinte aber auf Nachfrage mit einer großen Portion Stolz: „Der Weg bis hierhin ist kein gewöhnlicher.“ Was der 46-Jährige damit sagen wollte: Die Mannschaft hat in den letzten Monaten Großes geleistet und dabei immer wieder neuen Widrigkeiten getrotzt.

Boeder und Gembalies erkrankt

Auch am Sonntag brach wieder Ungemach über die Zebras herein. Am Vormittag meldete sich der gerade erst genesene Lukas Boeder krank. Unmittelbar vor dem Anpfiff erkannte Vincent Gembalies, dass die Kräfte krankheitsbedingt nicht reichen würden. So spielte der MSV am Sonntag ohne etatmäßigen Innenverteidiger. Marvin Compper saß zwar auf der Bank, Lieberknecht entschied sich im Abwehrzentrum aber für die gelernten Außenverteidiger Arne Sicker und Joshua Bitter. Mit Migel-Max Schmeling und Florian Brügmann gehörten zwei weitere Außenverteidiger dem Kader an, Lieberknecht setzte auf den defensiven Außenbahnen aber auf die Offensivkräfte Lukas Scepanik und Arnold Budimbu, der so zu seinem Startelf-Debüt kam.

Die 13.380 Zuschauer sahen von Beginn an eine lebhafte Partie, mit leichten Vorteilen für den MSV. In der 31. Minute verwertete Tim Albutat – am Sonntag stärkster Mann auf dem Platz – ein Zuspiel von Vincent Vermeij zum 1:0. Fünf Minuten später legte der Niederländer das 2:0 nach und profitierte dabei von mehreren Patzern in der Bayern-Abwehr.

Fragwürdiger Elfmeter

Die Gäste kamen durch eine fragwürdige Foulelfmeter-Entscheidung zurück ins Spiel. Kwasi Okyere Wriedt verkürzte in der 55. Minute vom Punkt für die Bayern. Der MSV geriet anschließend in Not. Die Münchener erhöhten den Druck, von dem sich die Zebras erst nachhaltig befreien konnten, als Lukas Scepanik in der 67. Minute auf 3:1 erhöhte, nachdem Leroy-Jacques Mickels zuvor den Pfosten getroffen hatte.

Bayern -Trainer Sebastian Hoeneß lobte später sein Team, weil es weiter nach vorne gespielt hätte. Am Ende wurde es für den MSV dann doch noch einmal eng. Es hätte sich beinahe gerächt, dass erst der eingewechselte Ahmet Engin (86.) und später Moritz Stoppelkamp (90.) frei vor dem Münchener Tor hochkarätige Chancen vergaben. Wriedt sorgte mit dem 3:2 (90.) für eine spannende Nachspielzeit. Bei einem finalen Freistoß war MSV-Torhüter Leo Weinkauf aber mit den Fäusten zur Stelle.

Für Torwarttrainer Sven Beuckert war das Spiel schon nach 29 Minuten beendet. Schiedsrichter Asmir Osmanagic zeigte ihm die Rote Karte. Zuvor war Leroy-Jacques Mickels nach einem Zweikampf mit dem Münchener Außenverteidiger Christopher Richards mit Karacho in die Duisburger Bank geknallt. Die Wogen schlugen hoch, Beuckert kickte den Ball mit Wut im Bauch zurück aufs Feld.

Torsten Lieberknecht, der den Bayern-Spieler in Schutz nahm – „Das war kein Foul“ – sprach später von einer „Übersprungshandlung“. Der Coach, selbst als Heißsporn an der Seitenlinie bekannt, konnte sich einen Scherz nicht verkneifen: „Er hat vor dem Trainer die Rote Karte bekommen. Ich bin in dieser Saison noch ohne gelbe Karte.“

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