MSV Duisburg

MSV Duisburg verabschiedet sich in Hamburg aus der 2. Liga

Daniel Mesenhöler darf im vorerst letzten Zweitligaspiel des MSV noch einmal das Tor der Zebras hüten.

Daniel Mesenhöler darf im vorerst letzten Zweitligaspiel des MSV noch einmal das Tor der Zebras hüten.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.  Das letzte Spiel des MSV Duisburg vor dem Absturz in die Drittklassigkeit ist auch für Gastgeber HSV eine bittere Sache. Mesenhöler darf spielen.

Martin Haltermann, der Pressesprecher des MSV Duisburg, nennt die beeindruckende Zahl: 2700 Fans werden den scheidenden Fußball-Zweitligisten beim Gastspiel in Hamburg gegen den bleibenden Fußball-Zweitligisten begleiten. Die Zebra-Freunde hatten ihre Tickets plus saftigem Event-Aufschlag in Erwartung eines Spektakels gekauft. Vor 50.000 Zuschauern im Stadion, das im Volkspark steht, sollte ihr Spielverein dem HSV noch einmal erklären: Wo Meiderich liegt, ist überall bekannt. Im Kampf um den Klassenerhalt und den Aufstieg. Seit dem vergangenen Sonntag steht fest: Im Vergleich zu dem Kick am Sonntag um 15.30 Uhr ist ein Staatsbegräbnis vergnügungssteuerpflichtig. Der gescheiterte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht, der bleiben darf, während sein ebenso gescheiterter Kollege Hannes Wolf gehen muss, kramt vergebens in der Erinnerung. Er wisse auch nicht, ob er schon mal an einem Spiel vor so vielen Menschen mit so geringer Bedeutung teilgenommen habe.

Die Begegnung ist ein Muster ohne Wert. Und dann doch wieder nicht. Lieberknecht kann einen Beitrag zum Lizenzerhalt leisten. Einen bescheidenen gewiss, aber immerhin. Die DFL belohnt aus dem Topf mit den Fernsehgeldern Vereine, die U-23-Spieler aus heimischer Pflege aufbieten. Pro Einsatzminute wird die Nachwuchsarbeit belohnt. Mit etwa 100 Euro (nach Daten von 2018). Das half vermutlich schon Vincent Gembalies und Lukas Daschner beim 3:4 gegen Heidenheim zur Spielpraxis in der zweiten Halbzeit.

Gembalies ersetzt Bomheuer beim MSV

Gegen den HSV werden beide vermutlich von Anfang an auflaufen. Das hat nicht nur finanzielle Gründe: Lieberknecht sagt über Daschner, dass er sich mit seinem Tor gegen Heidenheim und der Leistung in der Trainingswoche den Startelfeinsatz verdient hat. Vincent Gembalies kickt mit, weil sich Dustin Bomheuer gegen Heidenheim eine Geldsperre eingefangen hat.

Joseph Baffoe fehlt mit Kreuzbandriss. Andreas Wiegel ist ebenfalls unpässlich. Da muss Enis Hajri nach rechts und es bleibt nur Gembalies für den Posten als Innenverteidiger über. Ob auch Jan Niklas Pia, den der MSV Richtung Mönchengladbach ziehen ließ, zu lohnenden Spielminuten kommt, ist offen. Young-jae Seo könnte auf der linken Seite spielen. Er kam als Talent vom HSV und Kevin Wolze war gegen Heidenheim auch aufgrund von Muskelproblemen eher keine Hilfe. Zur Aufstellung verriet der Trainer noch, dass Daniel Mesenhöler zwischen den Pfosten steht. Migel-Max Schmeling wäre vielleicht zu seinen ersten Saisonminuten gekommen, ist aber verletzt.

Noch nicht klar, wer den MSV verlassen muss

In wie weit die Formation schon Aufschluss auf die Linie für das mögliche Drittliga-Jahr gibt, bleibt offen. Lieberknecht wollte nicht sagen, wer den Klub verlassen muss. Was er sagte: dass er mit allen vertraglich gebundenen Spielern planen wolle. Dazu gehören eben Gembalies, Seo, Engin oder Schmeling. Zu gegebener Zeit wollen die Zebras mit Infos zur Kaderplanung an die Öffentlichkeit gehen.

Was der Trainer zu den Erwartungen an das Spiel sagt: „Dass wir uns noch einmal präsentieren, wie es sich gehört.“ Die Mannschaft solle sich professionell verhalten und so auftreten, als wolle sie das Spiel gewinnen und Leistung zeigen. Ach, hätten sie das doch immer getan, möchte man seufzen! Doch das ist vergossene Milch. Immerhin, den 2700 Fans, die für teures Geld den Abschied aus der 2. Liga schauen, könnten die Zebras den Sonntag so schön wie möglich machen. Wäre doch nett!

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