MSV Duisburg

MSV muss am Samstag mehr als Dienst nach Vorschrift leisten

Ahmet Engin (links) war schon 2017 beim letzten Pokaleinsatz in Oberhausen dabei. Er dürfte am Samstag in der Startelf stehen.

Ahmet Engin (links) war schon 2017 beim letzten Pokaleinsatz in Oberhausen dabei. Er dürfte am Samstag in der Startelf stehen.

Foto: Thorsten Tillmann

Duisburg.  Der Drittligist MSV Duisburg geht als klarer Favorit in das Pokalspiel beim Bezirksligisten SC 20 Oberhausen. Die Trikots feiern ihre Premiere.

Der Rasen wird zum Laufsteg. Der Fußball-Drittligist MSV Duisburg kleidet sich am Samstag um 15 Uhr im Oberhausener Niederrhein-Stadion zum ersten Mal offiziell in sein schickes Köpi-Trikot. So viel ist sicher, die Kicker werden die Hemdchen in der ersten Runde des Niederrhein-Pokals nicht bloß spazieren tragen. Trainer Torsten Lieberknecht verspricht „Vollgas“ gegen den Bezirksligisten SC 20 Oberhausen.

2500 MSV-Fans wollen aus Duisburg anreisen

Es besteht nun auch kein Anlass, sich mit Standgas zu begnügen. Nach dem Ausfall der Partie gegen den SV Meppen tut ein bisschen Wettkampfpraxis gut. Lieberknecht wird gegen den Tabellenachten der Bezirksliga vermutlich dem einen oder anderen Reservisten eine Einsatzchance geben. So ein Auftritt lässt sich sehr gut für ein ganz persönliches Schaulaufen nutzen. 2500 Zebra-Freunde wollen aus Duisburg anreisen. Torsten Lieberknecht weiß, was die wollen: „Wenn so viele Fans mitkommen, ist das auch eine Verpflichtung.“ Seit Montag bereite man sich gezielt auf die Partie vor. „Das ist ein Pflichtspiel, das wir sehr ernst nehmen“, so der Trainer.

Solche Sätze verlangt nicht zuletzt die Geschäftsleitung. Der Niederrhein-Pokal ist weit mehr als ein Dienst nach Vorschrift. Zum Beispiel wäre der Sponsor wenig vergnügt, wenn sein Werbeaufdruck nur einmal öffentlich zu sehen sein würde. Der Wettbewerb kennt sechs Runden. Die sollte der MSV als Schaufenster nutzen. Auch die Fans entscheiden sich leichter zum Trikot-Kauf, wenn es nicht mit dem hässlichen Fleck eines Knockouts in der ersten Runde verunreinigt wäre. Und schließlich: Der Pokalerfolg kann unter Umständen ausgesprochen wichtig werden. Der Finalsieger zieht in die erste DFB-Hauptrunde ein. Marktwert: mehr als 130.000 Euro. Einen festen Platz am Futtertrog (auch ohne Erfolg im Landespokal) haben nur die ersten vier Teams der Drittliga-Tabelle.

Dennoch wird Lieberknecht eindringlich sprechen müssen. Die Versuchung ist groß, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Der SC Oberhausen verlor sein letztes Ligaspiel mit 2:6 beim FC Blau-Gelb Überruhr. Der SCO-Vorsitzende Thorsten Möllmann wird dazu vom Reviersport mit dem Satz zitiert: „Wenn wir so wie gegen Überruhr spielen, dann bekommen wir von Duisburg 20 Stück eingeschenkt.“

Freilich, der Verein rechnet mit 6000 oder 7000 Zuschauern. Da möchte man sich keineswegs als Schießbudenfiguren blamieren. Der Siebtligist verspricht deshalb ebenfalls „Vollgas“. Das große Publikumsinteresse freut die Zebras. Sie sind an den Einnahmen beteiligt. Erst aber hat der MSV in das Spiel investiert. Damit sich der Gastgeber den Ordnungsdienst leisten kann, hat der Drittligist schon mal mehr als 5000 Euro vorgeschossen. Die Summe wird mit dem Erlös aus dem Spiel verrechnet.

Jansen könnte MSV-Pflichtspieldebüt geben

Zum Personal: Dem MSV fehlen die verletzten Sebastian Neumann, Connor Krempicki, Cem Sabanci und Lukas Scepanik. Arnold Budimbu musste dem Trainer auf die Frage nach seinem Mitwirken wegen eines grippalen Infekts was husten. Dafür könnte der kurz vor Schließung des Transferfensters geholte Max Jansen sein erstes Pflichtspiel verbuchen.

Und dann noch: Das Erinnerungen an den „Laufsteg Niederrheinstadion“ sind meliert. Im April 2015 gab es ein 0:2 im Finale des Niederrhein-Pokals gegen Rot-Weiß Oberhausen. Zwei Jahre später gewannen die Zebras mit 3:0. Dieses Ergebnis ist ein guter Maßstab für den Pokalauftakt am Samstag.

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