Torwart

Philipp Köhn kam über den MSV Duisburg nach Salzburg

Philipp Köhn ist im Alter von 20 Jahren mittlerweile ein gestandener Profi. Der frühere MSV-Keeper steht nun bei RB Salzburg unter Vertrag.

Philipp Köhn ist im Alter von 20 Jahren mittlerweile ein gestandener Profi. Der frühere MSV-Keeper steht nun bei RB Salzburg unter Vertrag.

Foto: GEPA pictures/ Walter Lugervia www.imago-images.de / imago images / GEPA pictures

Duisburg/Salzburg.  Mit sieben Jahren kam Philipp Köhn zum MSV Duisburg. Mittlerweile ist der Torhüter Profi. Der 20-Jährige steht bei RB Salzburg unter Vertrag.

Viele kennen die Coca-Cola-Werbung, in der sich die Freundin eines Fußballfans plötzlich auf dem Fernsehsofa in Manuel Neuer verwandelt. Philipp Köhn weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Idol auf einmal im Haus auftaucht. Als er noch in der Jugend des FC Schalke 04 spielte, veranstalteten seine Eltern eine Gartenparty in Dinslaken, luden Torhüter und Torwarttrainer aus allen Schalker Mannschaften ein. Neuer war auch da und gab Philipp, der auch in der Jugend des MSV Duisburg spielte, einige Tipps mit auf den Weg.

„Das war ein cooles Erlebnis, ihn mal persönlich kennenzulernen“, erinnert sich Köhn im Gespräch mit dieser Zeitung: „Er sagte mir, dass ich hart an mir arbeiten und mein Ziel nicht aus den Augen verlieren soll.“ Etwa zehn Jahre später steht Phillipp Köhn beim österreichischen Champions League-Teilnehmer Red Bull Salzburg unter Vertrag.

Die Mutter ist Schweizerin

Obwohl der heute 20-Jährige am Niederrhein aufwuchs und beim SuS 09 Dinslaken das Fußballspielen lernte, zählt er zu den Schweizer Torwart-Nachwuchshoffnungen. Mit der U 21 nimmt er an der EM-Qualifikation teil. Bis zur U 18 durchlief er die Nachwuchs-Mannschaften des DFB. Da seine Mutter Jacqueline aus dem schweizerischen Lausanne kommt und sein Vater Deutscher ist, verfügt er über die doppelte Staatsbürgerschaft und konnte zur Schweiz wechseln.

Seine Heimat hat er trotzdem nicht vergessen. „Ich komme in der spielfreien Zeit immer wieder gerne nach Dinslaken“, erzählt Köhn und erklärt, warum er die Schweizer Farben trägt: „Der Verband hatte sich schon immer sehr um mich bemüht und mir bessere Perspektiven aufgezeigt.“

Sowohl im Verein als auch in der Nationalelf kämpft er aktuell um den Stammplatz. Die nötige Spielpraxis sammelte er in der letzten Saison beim FC Liefering, dem Kooperationsklub von Red Bull Salzburg. Nicht zuletzt aufgrund der schweren Verletzung von Alexander Walke rückte er in der Hierarchie nach oben. In der Saisonvorbereitung im Sommer machte er gegen den FC Chelsea nachdrücklich auf sich aufmerksam. Sein Trainer Jesse Marsch wechselte ihn zur Halbzeit beim Stand von 0:3 ein. Obwohl Salzburg das Spiel am Ende mit 3:5 verlor, überzeugte er mit guten Paraden und leitete den ein oder anderen gefährlichen Angriff mit ein.

„Agil und beweglich“

Dass Köhn vor allem mit dem Ball am Fuß stark ist, bestätigt auch sein ehemaliger U-8-Trainer Mark Gebler. Der mittlerweile im Schalker Nachwuchsscouting tätige Dinslakener entdeckte ihn einst auf einem Jugendturnier und holte ihn im Alter von sieben Jahren zum MSV Duisburg: „Philipp war schon in jungen Jahren ein sehr guter moderner Fußballer und technisch sehr weit in seiner Entwicklung.“ Er sei „von vornherein ein Bewegungstalent“ gewesen, „sehr agil und beweglich.“

Mit Tedesco im Finale

Philipp Köhn kommt aus einer sportbegeisterten Familie. Seine Eltern hätten es jedoch lieber gesehen, wenn er Leichtathlet geworden wäre. Anfangs nahm er beim SuS Dinslaken an den Bundesjugendspielen teil. Doch die Anziehungskraft des runden Leders war stärker. „Meine Familie war zunächst vom Thema Fußball nicht so begeistert. Allerdings war ich im Kopf immer Fußballer“, sagt Köhn rückblickend.

Bereits nach zwei Jahren beim MSV Duisburg wechselte er 2007 zum FC Schalke 04, wo er auch mit Duisburgs aktuellem Mittelfeldspieler Lukas Daschner zusammen kickte. „Man konnte damals schon erkennen, dass er über Spielmacherqualitäten verfügt. Ich finde es immer toll, wenn es andere Jungs nach oben schaffen – zumal er ja auch aus Duisburg kommt“, freut sich Köhn, dass sein früherer Teamgefährte mittlerweile eine Stammkraft beim Drittligisten ist.

Den größten Entwicklungsschub machte er dann unter einem späteren Schalke-Coach. 2012 wechselte Köhn zu den Junioren des VfB Stuttgart und erreichte 2015 zusammen mit Domenico Tedesco das B-Jugend-Bundesliga-Finale gegen Borussia Dortmund, das der BVB mit 4:0 gewann. Maßgeblich beteiligt an der Verpflichtung war der damalige Stuttgarter Torhüterkoordinator Eberhard Trautner, der inzwischen für RB Leipzig arbeitet.

Philipp Köhn wechselte ebenfalls später nach Leipzig, unterschrieb dort einen Profivertrag. Da RB aber kurzfristig die U-23-Mannschaft abmeldete, ging er Richtung Österreich, um dort Spielpraxis zu sammeln.

Wenn es nach Eberhard Trautner geht, wird von Köhn künftig noch einiges zu hören sein: „Aufgrund seines guten Spielverständnisses passt er sehr gut zur Philosophie von Red Bull. Für seine Entwicklung wird es nun wichtig sein, dass er in der ersten Mannschaft von RB Salzburg regelmäßig zum Einsatz kommt.“

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