3. Liga

Rudi Bommer: Was der MSV Duisburg für den Aufstieg benötigt

Betreute von 2006 bis 2008 den MSV Duisburg: Rudi Bommer, hier bei einem Bundesliga-Heimspiel gegen Energie Cottbus im April 2008.

Betreute von 2006 bis 2008 den MSV Duisburg: Rudi Bommer, hier bei einem Bundesliga-Heimspiel gegen Energie Cottbus im April 2008.

Foto: Mangen / WAZ

Essen/Duisburg.  An diesem Wochenende beginnt die 3. Liga. Der MSV Duisburg startet am Samstag in Rostock. Rudi Bommer schätzt die Chancen seines Ex-Klubs ein.

Rudi Bommer hat schon das geschafft, wofür Torsten Lieberknecht in dieser Saison kämpfen wird: Als Trainer mit dem MSV Duisburg aufzusteigen. Der 63-Jährige führte die Meidericher in der Saison 2006/2007 auf den dritten Tabellenplatz - der reichte für die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. In dieser Saison will der MSV wieder in die nächsthöhere Liga. Das ist inzwischen die 2. Bundesliga.

Bommer wird genau hinschauen. Der Ex-Trainer ist als Experte bei MagentaSport tätig. Der Streaming-Dienst überträgt die 3. Liga, die an diesem Freitag startet. Die Duisburger steigen am Samstag bei Hansa Rostock ins Geschehen ein. "Der MSV Duisburg hat 14 richtig gute Spieler für diese Klasse. Die Kaderqualität ist also nicht so tief", schätzt Bommer die Lage bei seinem ehemaligen Klub ein. Doch auch er weiß, dass für mögliche Neuzugänge derzeit das Geld fehlt.

MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp im Krankenhaus

Die fehlende Kadertiefe habe Duisburg schon im Juni, nachdem die 3. Liga nach der Corona-Zwangspause ihren Spielbetrieb wieder aufgenommen hatte, den Aufstieg gekostet. "Duisburg braucht noch mehr als andere Teams das Glück, dass sich keiner von den wichtigen Spielern verletzt", sagt Bommer. Erste schlechte Nachrichten in Sachen Personal gibt es schon wieder. Kapitän Moritz Stoppelkamp wird stationär im Krankenhaus behandelt. „Es hört sich eher langfristig an“, sagt Coach Lieberknecht. „Kurzum: Es geht ihm nicht gut.“

Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden ist nicht erst seit dem deutlichen 4:1 im Pokal gegen den Hamburger SV der Favorit auf den Aufstieg, glaubt Bommer: "Dresden hat in allen Bereichen das größte Potenzial. Mit diesen Möglichkeiten muss Dynamo Erster werden und aufsteigen." Zum Liga-Start ist Dresdens Gegner am Freitag der 1. FC Kaiserslautern. Die Erwartungen seien schon gewaltig, "was zu Unruhe führen kann. Ich bin gespannt, wie die sportliche Leitung den Auftakt meistert." Diese Unruhe gab es zuletzt öfters beim KFC Uerdingen, ein weiterer Titelkandidat, bei dem Bommer sogar mal als Spieler aktiv war. "Da bin ich gespannt, wie groß das Zutrauen in Trainer Stefan Krämer ist."

Rudi Bommer: Für keinen Klub ist es ein Spaziergang

Es könnte auf einen spannenden Titelkampf hinauslaufen. "Durch die Ausgeglichenheit ist die 3. Liga für alle Teams gefährlich: Du darfst Dich als Team niemals sicher fühlen, das ist für keinen Klub ein Spaziergang", so Bommer.

Das ist Rudi Bommer

Der gebürtige Aschaffenburger absolvierte über 400 Partien in der Fußball-Bundesliga und war auch Nationalspieler. Bei der EM in Frankreich 1984 kam er auf einen Einsatz. Mit der deutschen Olympiamannschaft holte er vier Jahre später in Seoul (Südkorea) Bronze. Als Trainer des MSV Duisburg stieg er am Ende seiner ersten Saison 2007 in die Bundesliga auf. Anschließend musste der MSV zurück in Liga 2. Im Oktober 2008 wurde er nach schwachem Saisonstart entlassen. Zuletzt betreute Bommer den Regionalligisten SC Hessen Dreieich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben