Kaderplanung

Zwölf Abgänge stehen beim MSV Duisburg bereits fest

Ein Kämpfer geht: Routinier Enis Hajri – hier bei seinem Torjubel gegen den 1. FC Magdeburg – verlässt den MSV Duisburg.

Ein Kämpfer geht: Routinier Enis Hajri – hier bei seinem Torjubel gegen den 1. FC Magdeburg – verlässt den MSV Duisburg.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus

Duisburg.   Auch Kapitän Gerrit Nauber geht. Mit einigen Spielern – darunter Kevin Wolze und Moritz Stoppelkamp – verhandeln die Verantwortlichen noch.

Das war es dann. Am Montag zogen Verantwortliche und Spieler des MSV Duisburg einen Schlussstrich unter eine der schlechtesten Spielzeiten der Vereinsgeschichte. Die Spieler des Tabellenletzten der 2. Fußball-Bundesliga verabschiedeten sich in den Urlaub, zwölf Spieler räumten bei dieser Gelegenheit ihre Schränke leer.

Wie der MSV bekanntgab, werden Kapitän Gerrit Nauber, Cauly Oliveira Souza, Enis Hajri, John Verhoek, Christian Gartner, Borys Tashchy, Young-jae Seo, Joseph Baffoe, Jan-Niklas Pia, der ohnehin bereits aussortierte Yanni Regäsel sowie die Leihspieler Felix Wiedwald und Havard Nielsen beim Neustart in der 3. Liga nicht mehr dabei sein.

Routinier Enis Hajri durfte am Sonntag bei der 0:3-Niederlage beim Hamburger SV noch einmal für die letzten zehn Minuten ran. Der Vertrag des 36-Jährigen hätte sich verlängert, wenn der MSV die Klasse gehalten hätte. Das gilt auch für Joseph Baffoe, der im Zuge seines Kreuzbandrisses ohnehin frühestens im Winter zurückgekehrt wäre.

MSV plant mit Schnellhardt

Cauly Oliveira Souza kann ablösefrei den Verein wechseln, da sein Arbeitspapier keine Gültigkeit für die 3. Liga hat. Der Brasilianer kam vor zwei Jahren von Fortuna Köln und fasste in Duisburg schnell Fuß. Sein Marktwert erhöhte sich – davon hat der MSV aber nun nichts. Zuletzt war der Flügelspieler bei Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV im Gespräch gewesen.

Der MSV schaffte am Montag auch Klarheit bezüglich der gültigen Verträge für die kommende Saison. Demnach plant der Absteiger mit Fabian Schnellhardt, Lukas Daschner, Migel-Max Schmeling, Ahmet Engin, Sebastian Neumann, Joseph-Claude Gyau, Heimkehrer Thomas Blomeyer und Torwart Jonas Brendieck.

Warten auf die Lizenz

Die berufliche Zukunft von neun Spielern – die zum Teil unter der Rubrik Leistungsträger fallen würden, wenn sie denn in den letzten Monaten angemessene Leistungen erbracht hätten – ist noch offen: Daniel Mesenhöler (Tor), Kevin Wolze, Andreas Wiegel, Dustin Bomheuer, Vincent Gembalies (alle Abwehr), Tim Albutat, Lukas Fröde, Moritz Stoppelkamp (alle Mittelfeld) und Stanislav Iljutcenko (Angriff).

„Jeder von den Jungs, die wir gerne halten würden, muss sich die Frage stellen: Krempel‘ ich auch mit finanziellen Einbußen die Ärmel weiter in Zebrastreifen auf“, zitiert der MSV seinen Sportdirektor Ivica Grlic auf seiner Internetseite. Grlic kann derzeit nur eingeschränkt handeln: Erst Ende des Monats wird feststehen, ob der MSV die Drittliga-Lizenz erhalten wird.

Erst danach können die Meidericher einen Etat aufstellen und sich mit einem Saisonziel befassen. Trainer Torsten Lieberknecht baute im Vorfeld der letzten Partie beim Hamburger SV schon einmal vor. Er verwies darauf, dass Vereine wie Eintracht Braunschweig und der 1. FC Kaiserslautern in der nächsten Saison angreifen würden. Ohnehin ist die 3. Liga mittlerweile wesentlich stärker besetzt als bei den Duisburger Aufstiegen in den Jahren 2015 und 2017.

Das Training nehmen die Zebras am Mittwoch, 12. Juni wieder auf – der Kader wird bis dahin höchstwahrscheinlich noch nicht komplett sein. Am Freitag, 27. Juli, beginnt die neue Drittliga-Saison.

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