Kommentar

Nonstop bis Weihnachten: Fußball Total mit Corona-Risiko

Vorbildliches Verhalten mit Mund-Nasen-Schutz in Corona-Zeiten: Naldo, Co-Trainer von Schalke 04 (links), und Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB.

Vorbildliches Verhalten mit Mund-Nasen-Schutz in Corona-Zeiten: Naldo, Co-Trainer von Schalke 04 (links), und Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB.

Foto: Firo

Essen.  Von Samstag bis zum 23. Dezember bleibt nur ein Tag ohne Live-Fußball. Übernehmen die Klubs die Corona-Sorgen der Nationalteams? Ein Kommentar.

Die Niederländer haben den Fußball-Fans den Voetbal Total geschenkt. Ein Spielsystem, das in den 70er Jahren auf Johan Cruyff und Ruud Krol zugeschnitten war und Zuschauer wahrlich verzaubert hat. Im übertragenen Sinne, also völlig losgelöst von einer taktischen Ausrichtung, erwartet die Anhänger in Deutschland in den nächsten Tagen ebenfalls Fußball Total.

Von Samstag an wird es bis Heiligabend nur einen Tag geben, an dem mit keinem Vertreter der Bundesliga oder 2. Bundesliga in einem nationalen oder internationalen Wettbewerb im Fernsehen mitzufiebern wäre. Jeweils sechsmal Bundesliga und 2. Liga, jeweils dreimal Champions League und Europa League, dazu als Abschluss vor Heiligabend noch die 2. Runde im DFB-Pokal – einzig am Montag, 14. Dezember, gibt es keinen Live-Fußball.

Länderspiele haben bei den Klubs für viel Corona-Verwirrung gesorgt

Wobei in Zeiten der Geisterspiele und der Corona-Pandemie aus Fußball Total auch schon wieder Risiko Total wird.

Auch wenn die Länderspielphase seit Mittwoch beendet ist, nehmen die Klubs die Folgeerscheinungen mit in den Endspurt der Bundesliga. An manchen Spielen wurde in den vergangenen anderthalb Wochen irrsinnigerweise festgehalten, andere Begegnungen wie die der Norweger um BVB-Star Erling Haaland in Rumänien oder die der vom Corona-Virus besonders hart getroffenen Ukraine in der Schweiz abgesagt. Zahlreiche Infektionen von Spielern, sei es nun unmittelbar vor oder eben während der Abstellungsphase, bereiten nun ihren Arbeitgebern Sorgen: Was kommt bis zum Jahresende noch auf sie zu, in der international beschäftigte Klubs nahezu ausschließlich in Englischen Wochen spielen? Werden noch mehr Spieler angesteckt? Mehr denn je kommt es darauf an, die Hygiene-Schutzmaßnahmen penibel einzuhalten.

Anders als andere Sportarten wie der Handball und Basketball oder die erst im Dezember startende Deutsche Eishockey-Liga ist der Fußball in der 1. und 2. Bundesliga bisher gut weggekommen, was Absagen von Spielen wegen des Corona-Virus betrifft. Doch auch im ersten Halbjahr 2021 wird es nicht viele freie Termine für Neuansetzungen geben, die die ohnehin schon bestehenden Sorgen um die sportliche Überbelastung der Topathleten noch weiter vergrößern würden.

DFL-Absage an Hoffenheim ist ein gutes Signal in Richtung 3. Liga und Regionalliga

Übrigens: Dass die DFL vor dem anstehenden Spieltag hart geblieben ist und den Antrag der TSG Hoffenheim abgelehnt hat, die Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart von Samstag auf Sonntag zu verlegen, weil die Kraichgauer sieben Corona-Infektionen im Team haben, ist äußerst begrüßenswert. Zwar war es nur eine angedachte Verschiebung um einen Tag, aber es ist auch so ein Zeichen in Richtung der von etlichen Verlegungen geplagten Dritt- und Viertligisten: Auch in der obersten Klasse müssen sich die Klubs an alle Richtlinien halten und bekommen keine Extra-Bratwurst serviert.

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