Kommentar

Nur ein starker FC Bayern hilft der Nationalmannschaft

Neuer Anführer des DFB-Teams: Joshua Kimmich.

Neuer Anführer des DFB-Teams: Joshua Kimmich.

Foto: Getty Images

Tallinn.  Der FC Bayern schart den Nationalelf-Kader der Zukunft um sich. Die neue Generation kann sich in München weiterentwickeln. Ein Kommentar.

Es findet in diesen Tagen fast keine Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes statt, ohne dass eine Frage zum Verhältnis des DFB zum FC Bayern gestellt wird. Ob nun in Tallinn. Oder zuvor in Dortmund. Schließlich hat die Aufregung rund um das Torhüter-Duell zwischen Bayerns Manuel Neuer und Barcelonas Marc-André ter Stegen zuletzt die Schlagzeilen bestimmt. Weil Bayern-Präsident Uli Hoeneß polterte. Und DFB-Direktor Oliver Bierhoff konterte. Der Rest: viel Rauch um nichts.

Denn im Grunde wissen ja beide Partien, dass sie gar nicht ohne einander können. Der Rekordmeister aus dem Süden Deutschlands empfindet es als Selbstverständlichkeit, die wichtigsten Nationalspieler zu beschäftigen. Bundestrainer Joachim Löw wiederum profitiert davon, wenn seine entscheidenden Akteure auch im Alltag gemeinsam auf dem Rasen um Punkte kämpfen. Wie ein altes Ehepaar also, das immer wieder streitet, sich aber nie trennen würde. Alles gut, antworten deswegen nun alle Beteiligten. Der Ärger? Ausgeräumt.

Was bei all der Aufregung ein wenig untergeht, ist, dass der FC Bayern gerade dabei ist, den Nationalelf-Kader der Zukunft um sich zu scharen. Schon jetzt tummeln sich in München Serge Gnabry, Joshua Kimmich, Niklas Süle. Kai Havertz könnte dazukommen. Leroy Sané auch. Die Verantwortlichen haben in der Vergangenheit den ein oder anderen Fehler begangen, aber gerade die Transfers von Gnabry (24), Kimmich (24) und Süle (24) waren weitsichtig.

Noch fehlt dieser Generation wohl die Reife für die großen Titel. In der Champions League. Oder bei der Europameisterschaft 2020. Aber so wie einst Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller und Jerome Boateng kann sich auch die neue Generation bei den Bayern weiterentwickeln, Erfahrungen sammeln. Ein Ziel ist die EM 2024 im eigenen Land.

Bis dahin wird sich eine Regel nicht ändern: Nur ein starker FC Bayern nützt der Nationalmannschaft.

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