Regionalliga

Der Mäzen ist weg: Wattenscheid 09 droht die Insolvenz

Hat sein Amt niedergelegt: Oguzhan Can ist nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender der SG Wattenscheid 09.

Hat sein Amt niedergelegt: Oguzhan Can ist nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender der SG Wattenscheid 09.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Oguzhan Can ist Hauptgeldgeber der SG Wattenscheid 09. Sein Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender stellt den Regionalligisten vor Fragen.

Peter Neururer konnte nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln. „Der Aufsichtsratsvorsitzende tritt zurück, und man selbst als Angestellter des Vereins bekommt das nicht mit“, sagte er verdutzt. Gerade hatte der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 im Gespräch mit dieser Redaktion von der Entscheidung Oguzhan Cans erfahren.

Dieser Schritt wirft Fragen auf. Vor allem die, ob und wie es mit dem ehemaligen Bundesligisten weitergehen wird. Schließlich plagen den Klub hohe Verbindlichkeiten. Der größte Gläubiger: Can.

Im Mai hatte der Aufsichtsrat zwar die finanzielle Sicherheit für die kommenden zwei Spielzeiten zugesagt und erklärt, dass Can gemeinsam mit Gremiums-Kollege Hans Mosbacher dafür aufkommen werde. Kurz darauf jedoch beschwerten sich Spieler wiederholt über ausbleibende Gehaltszahlungen.

Wird jemand Wattenscheid retten?

Fordert der Unternehmer nun das von ihm geliehene Geld zurück und findet sich kein neuer Mäzen, droht dem Traditionsverein die Insolvenz. Oder wird jemand den Klub retten? Wie diese Redaktion erfuhr, soll es bereits in Kürze eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, auf der das Spitzen-Gremium neu gewählt werden soll. Der ehemalige Schalke-Präsident Josef Schnusenberg, der dem Wattenscheider Aufsichtsrat angehört, soll sich dem Vernehmen nach um die Einberufung der Versammlung kümmern.

Die mit dem Rücktritt verbundene Verwirrung ist groß: Denn am vergangenen Wochenende soll Can seine Absicht, den Klub weiter zu unterstützen, gegenüber dem Aufsichtsrat und der sportlichen Leitung um Ex-Profi-Trainer Peter Neururer versichert haben. Am frühen Montagnachmittag informierte er schließlich zunächst die Medienvertreter über seine Entscheidung. „Persönliche Gründe“ spielten dabei eine Rolle. Genaueres ließ Can offen.

Auch Schnusenberg, der zuletzt öffentlich auf Missstände in der Führungsriege aufmerksam gemacht hatte, erfuhr durch einen Anruf dieser Redaktion vom Can-Rücktritt.

Sportlich habe der Rücktritt zunächst keine Auswirkungen. „Die Spieler haben alle gültige Verträge und es ist meine Pflicht, die Mannschaft entsprechend vorzubereiten“, sagte Trainer Farat Toku. Wattenscheid startet am Samstag (14 Uhr) beim SC Verl in die Saison. (mit ebbi)

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