Regionalliga

RWO-Boss Sommers über das "Derby-Endspiel" gegen RWE

RWO-Präsident Hajo Sommers

RWO-Präsident Hajo Sommers

Foto: Kerstin Bögeholz / Funke FotoServices

Oberhausen.  Am Sonntag (14 Uhr) steigt das Verfolgerduell in der Regionalliga. Essen trifft auf Oberhausen. RWO-Präsident Hajo Sommers über das Derby.

Am Sonntag (14 Uhr) steigt das Verfolgerduell in der Regionalliga. Rot-Weiss Essen trifft im Stadion Essen auf Rot-Weiß Oberhausen. Der Verlierer hat im Kampf um die Meisterschaft schlechte Karten. Reviersport sprach mit RWO-Präsident Hajo Sommers über die 90 Minuten.

Hajo Sommers, wir sprachen am Mittwoch darüber, ob es vor dem Anpfiff mehr kribbelt als sonst? Da sagten Sie dies.

Es kribbelt tatsächlich etwas mehr, das muss man zugeben. Allerdings nicht wegen Rot-Weiss Essen, sondern aufgrund dieser beiden Großstädte Verl und Rödinghausen. Beide haben Geld, da machen wir uns nix vor. Da wird kein Feierabendfußball gespielt mit zwei Kisten Bier. Weder in Verl noch in Rödinghausen. Wobei eins klar ist. Da wird auch sehr gute Arbeit geleistet, Hut ab davor. Daran sieht man wieder, wie wichtig Ruhe im Fußball ist. Es gibt dort keine Schreier. Wir haben schon öfter gegen Verl oder Rödinghausen gespielt. Aber ich habe es noch nicht erlebt, dass dort einer pfeift, wenn ein Spiel verloren geht. Da muss man schon Ruhrgebietler sein. Dagegen ist der Nordsauerländer aber mehr als relaxed.

Dann kam am Donnerstag die Nachricht, dass Rödinghausen keine Lizenz beantragen wird. Wie haben Sie das aufgefasst?I

Ich will ja jetzt kein Klugscheißer sein, aber ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Rödinghausen aufgrund dieser Lizenz-Problematik nicht aufsteigen wird. Für mich kommt das nicht überraschend. Aber wirklich, das meine ich total ernst: Glückwunsch an Rödinghausen. Es scheint in Fußball doch noch Vereine mit Vernunft und Verstand zu geben. Denn eines ist doch klar: In der Regionalliga ist die Lizenz für Liga drei nur für Rot-Weiss Essen ein Klacks. Sie müssen es nur sportlich schaffen, sonst steht da alles für Liga drei oder noch höhere Ligen bereit. Wir haben das Umfeld, das Stadion, aber müssen finanziell einen Kraftakt hinlegen. Verl muss noch andere Voraussetzungen schaffen, dafür haben sie aber das nötige Kleingeld. In Rödinghausen ist es noch eine andere Situation. Da sieht man mal, wie schwer es ist aus dieser Liga herauszukommen - es geht nicht immer nur um Sport.

Wenn man von dem Führungsquartett Rödinghausen, Verl, RWE und RWO die Etats nimmt. Wo liegt RWO denn da?

Da bin ich nicht sicher. Verl und Rödinghausen werden vermutlich auf den Gesamtetat kommen, den wir auch haben. Wobei ich nicht genau weiß, wie sie im Nachwuchsbereich aufgestellt sind. Das ist mir auch egal. Beide machen gute Arbeit und knicken nicht ein.

Zuletzt gab es zwischen RWE und RWO häufig ein Remis in der Regionalliga. Diesmal müssen beide Teams auf Sieg spielen, oder?

Ich weiß nicht, was Essen macht. Aber unser Trainer Mike Terranova wird sicher bis zur 90. Minute auf den Sieg gehen.

RWO hat zuletzt fünf Partien in Serie gewonnen. Wie breit ist die Brust der Kleeblätter?

Wir haben nichts zu verlieren. Wir haben einen Lizenzantrag, der ist in Arbeit. Der Wirtschaftsprüfer hat mir gerade die letzten Sachen diesbezüglich geschickt. Da sind wir durch. Die technischen Dinge rund um das Stadion sind auch in Arbeit. Also können wir nur noch eins machen. Wir müssen sportlich oben dranbleiben.

Wie lautet Ihre bisherige Saisonbilanz? Ist es erstaunlich, dass RWO so kontinuierlich oben dabei ist?

Für mich nicht. Wer sieht, wie Mike Terranova mit der Mannschaft arbeitet, den wundert das nicht. Da ist sehr viel Einheit vorhanden, das war uns immer wichtig. Wir sind von den ersten vier Mannschaften eine Mannschaft mit mehr Tradition als Verl oder Rödinghausen. Wir sind aber auch der Vierte, wenn es um die Chancen geht, aufzusteigen.

Glauben Sie denn, dass Verl noch einbricht? Bisher ist der Punkteschnitt ja schon außergewöhnlich.

Man weiß ja, wie das mit einem Lauf ist. Wenn der da ist, bleibt der auch erst einmal. Spannend wird es, wenn der mal unterbrochen wird. Ich sage, Verl ist noch lange nicht durch, dafür gibt es noch zu viele Partien.

Was spricht in Essen für RWO?

Wir werden wahrscheinlich nicht noch einmal so auftreten wie beim 0:3 im Hinspiel. In der ersten Halbzeit habe ich mich damals gefragt, vor wem haben wir denn hier so viel Respekt, weil wir die Buchse richtig voll hatten. Danach gab es das so nicht mehr in dieser Saison.

Wie viele Fans werden RWO begleiten?
Ich denke, wir landen so zwischen 2000 und 3000 eigenen Fans im Stadion Essen. Und ich erwähne es noch mal für alle die, die es nicht wissen. Oberhausen ist auch nur ein Drittel so groß wie Essen. Das Vergessen einige gerne.

Sind Sie denn auch im Stadion am Sonntag?

Ja, ich versuche es mal. Das mache ich auswärts eigentlich nie, weil es meistens ein schlechtes Omen ist. Gegen Essen besonders. Der Vorstand hat gesagt, er nimmt mich mit. Verlieren wir, bin ich schuld.

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