Köln. Rot-Weiss Essen bleibt weiter ohne Sieg im Jahr 2023. Die 0:1-Niederlage bei Viktoria Köln verärgerte aber auch die mitgereisten RWE-Fans.

Am Wochenende hat die Drittliga-Konkurrenz den perfekten Steilpass gespielt. Verl, Bayreuth, Halle, Dortmund II, Oldenburg und Zwickau, sie alle haben verloren. Auf acht Punkte hätte sich Rot-Weiss Essen am Montagabend bei Viktoria Köln von den Abstiegsrängen absetzen können, hätte: RWE verlor 0:1 (0:0).

Die einzige Änderung in der Mannschaft war, dass Oguzhan Kefkir draußen bleiben musste und nicht im Kader stand, die Adduktoren hatten sich gemeldet. Für Trainer Christoph Dabrowski eine gute Gelegenheit, Felix Götze elegant in die Startelf zu schieben. Denn das Mittelfeld hatte gegen Duisburg eigentlich überzeugt. Neuzugang Torben Müsel, zuletzt auf der Zehn, rückte auf die rechte Außenbahn, und die Essener, sie kamen gut an. Früh und hoch pressten sie, die Kölner hatten damit so ihre Probleme.

Anfangs kam viel zu wenig

Sie stellten sich darauf immer mehr ein. Wenn Olaf Janßens Team schnell und direkt spielte, dann wurde es gefährlich. Simon Stehle hatte die erste Großchance der Partie (10. Minute), zwei Minuten später köpfte Niklas May in die Gefahrenzone, Jakob Golz war zur Stelle.

RWE und Clemens Fandrich meldeten sich erst einige Zeigerumdrehungen später zurück. Der Achter hatte die gute Idee, Isaiah Young zu schicken, der US-Amerikaner war links ganz frei und sprintete los. Sein Abschluss übers Tor: viel zu wenig (20.).

News und Brennpunkte bei RWE:

  • RWE-Manager Jörn Nowak äußert sich zur Torflaute.
  • Rot-Weiss Essen kassiert viertes spätes Gegentor – Kefkir bleibt gelassen.
  • Wie Torben Müsel Rot-Weiss Essens Offensive belebt.

Müsels Kopfball war kein Problem für Torwart Ben Voll (26.), über die Flügel war Köln verwundbar, aber die altbekannten Probleme des rot-weissen Offensivspiels wurden sichtbar: Im letzten Drittel kommt zu wenig, ein echter Torjäger mit Präsenz in der Box fehlt. Ron Berlinski malocht vorbildlich, Chancen kreiert er jedoch kaum.

Einige Drittligisten haben das mit gnadenloser Konsequenz ausgenutzt, und auch die Kölner begannen nach einer halben Stunde, RWE in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Die Essener standen stabil, José-Enrique Rios Alonso fing mehrere Bälle ab. Und dann ging’s schon in die Kabinen.

Pyro im Essener Block

Viel Rauch im Essener Block...
Viel Rauch im Essener Block... © Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Die einzigen Essener, die nach dem Seitenwechsel ein Feuerwerk veranstalteten, waren mitgereiste Fans im Gästeblock. Zwei Dutzend Bengalos gingen an, dazu weitere Pyrotechnik. Das kostet. Etwas vernebelt von der Einlage gingen die Essener in Rückstand: Zu leicht ließ Felix Herzenbruch Robin Meißner ziehen, der prüfte Jakob Golz. Von seinen Fäusten prallte der Ball zu Mike Wunderlich ab – das 1:0 (50.).

Anschließend schaltete RWE wieder einen Gang höher, ohne zwingend zu werden. Herzenbruchs Schuss aus der Distanz prüfte Ben Voll, aber dass ein Distanzschuss das Gefährlichste war, das die Gäste nach dem Rückstand zustande brachten, spricht für sich – dem Offensivspiel fehlte die Struktur.

Christoph Dabrowski reagierte, nahm Clemens Fandrich und Andres Wiegel runter, dafür kamen Lawrence Ennali und Meiko Sponsel. Aber es wurde ja nicht besser. Isaiah Young sah Gelb-Rot, er trat seinem Gegenspieler auf den Fuß. Sportdirektor Jörn Nowak ließ beim vierten Offiziellen Dampf ab (67.). Es half nichts, die zweite Gelbe war sicherlich hart, aber stellvertretend für den bisweilen pomadigen RWE-Auftritt.

Lawrence Ennali versuchte viel, sah dann aber eine unnötige Gelbe Karte, es war seine fünfte, damit ist er im nächsten Spiel gesperrt. Die Fans waren genervt, machten zum ersten Mal in dieser Saison ihrem Unmut Luft und skandierten: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Viel ging trotzdem nicht zusammen – Köln war dem zweiten näher als Essen dem ersten Tor. Golz rettete sein Team mit einer starken Parade (77.), die Domstädter ließen mehrere gute Kontermöglichkeiten liegen. Auch die Hereinnahmen von Luca Wollschläger und Björn Rother halfen RWE nicht weiter, der Gästeblock schwieg.

Und so blieb es beim 0:1. Rot-Weiss Essen hat seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen.

RWE: Golz – Wiegel (Sponsel), Rios Alonso, Herzenbruch, Bastians, Fandrich (Ennali), Tarnat (Eisfeld), Götze (Rother), Young, Müsel (Wollschläger), Berlinski.

Viktoria Köln gegen Rot-Weiss Essen: Das Spiel im Live-Ticker

Viktoria Köln - RWE