Fußball

Neuer Sportchef ist Teil eines ambitionierten Plans bei RWE

Ein eingespieltes Team: RWE-Trainer Karsten Neitzel und Sportdirektor Jürgen Lucas.

Ein eingespieltes Team: RWE-Trainer Karsten Neitzel und Sportdirektor Jürgen Lucas.

Foto: Mark Bohla

Essen.   Rot-Weiss Essen ist entschlossen, in der nächsten Saison eine Spitzenmannschaft aufzubieten. Eine erfolgreiche Rückrunde wäre dabei hilfreich.

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Karsten Neitzel ist ein Fuchs, er weiß genau, wie das Fußballgeschäft funktioniert. Und deshalb hatte der Chefcoach von Rot-Weiss Essen vor der obligatorischen Pressekonferenz am Mittwoch auch so eine Ahnung: Der Start in die Regionalliga-Restrunde am kommenden Samstag gegen Schlusslicht TV Herkenrath (14 Uhr, Hafenstraße) werde wohl kaum das Top-Thema des Fragenkatalogs sein. Dabei wird gerade dem sportlichen Geschehen der nächsten Wochen eine ganz entscheidende Bedeutung beigemessen.

Trainer Neitzel hätte gern mit Jürgen Lucas weitergearbeitet

Die Rot-Weissen beginnen wieder mit der Punktejagd, doch die Ankündigung von Jürgen Lucas, dass er mit dem Ende dieser Saison als Sportdirektor aufhören wird, hat für weitaus größere Schlagzeilen gesorgt. Das Umfeld diskutiert diese persönliche Entscheidung, und dabei gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen, ob sie nun gut oder schlecht ist für den Traditionsklub. Dass Lucas aber durch und durch Rot-Weisser ist, darüber ist man sich einig.

Neitzel macht keinen Hehl daraus, wie er über diese Entscheidung denkt: „Es kotzt mich an.“ Selbstverständlich respektiert der Cheftrainer den Entschluss, doch er hätte seinen Sportdirektor nur allzu gern auch in der nächsten Spielzeit an der Seite gesehen. „Die Zusammenarbeit ist überragend, das habe ich selten so erlebt“, schwärmt der Coach. Schon vor drei, vier Monaten habe Lucas ihm gegenüber Andeutungen in Richtung Rückzug gemacht. „Aber das habe ich damals gar nicht richtig wahrgenommen, weil ich es mir auch gar nicht vorstellen konnte.“

Noch aber ist Lucas an Bord und wird auch weiterhin engagiert Dinge regeln, die für die Zukunft relevant sind, weil es noch keinen Nachfolger gibt. Denn längst hat die Phase begonnen, in der die Pflöcke für die sportliche Zukunft eingeschlagen werden. Da muss RWE zwingend am Ball bleiben, alles andere wäre fahrlässig.

Hinter verschlossenen Türen wird Konzept erarbeitet

Zumal Rot-Weiss bereits eine klare Ansage macht. „Wir haben nach dieser Saison erst recht das Ziel und die Verpflichtung, in der nächsten Saison eine Spitzenmannschaft ins Rennen zu schicken“, sagt der RWE-Vorsitzende Marcus Uhlig. „Und dafür haben wir einen klaren Plan.“ Und wie sieht der aus? „Kein Kommentar.“

Erfolg lässt sich zwar nicht planen, aber offenbar arbeiten sie an der Hafenstraße an einem Konzept, das den Erfolg zumindest noch wahrscheinlicher machen soll als bisher. Bislang ist es RWE gelungen, all das intern und hinter verschlossenen Türen zu diskutieren und zu bearbeiten. So lange bis erste Details durchsickern, was trotz aller Verschwiegenheit meistens passiert, bleibt einem also nur, zu spekulieren.

Klar ist, dass ein entsprechender Etat aufgestellt werden muss. Woher das Geld dafür kommt, wird eine der zentralen Frage sein. Aber wenn RWE schon offiziell bekundet, dass man eine Top-Mannschaft aufstellen wolle, dürften die Verantwortlichen zumindest die eine oder andere mögliche Lösung im Köcher haben. Und danach dürfte sich dann auch das Profil des neuen Sportdirektors richten.

„Es wird enorm wichtig sein, dass wir eine erfolgreiche Rückrunde spielen“, betont Uhlig. Denn nichts überzeugt und begeistert mehr als der Erfolg. Und mit dieser Überzeugungsarbeit könnte Rot-Weiss gleich am Samstag beginnen. „Wir können“, sagt auch Trainer Karsten Neitzel, „die Saison nicht einfach ausklingen lassen.“

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