Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen kann mit dem 1:1 im Spitzenspiel gut leben

Der Essener Dennis Grote nimmt gegen die Rödinghauser Lars Lokotsch (l.) und Felix Backszat Fahrt auf.

Der Essener Dennis Grote nimmt gegen die Rödinghauser Lars Lokotsch (l.) und Felix Backszat Fahrt auf.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen verdient sich im Top-Spiel beim SV Rödinghausen einen Punkt. Die Gastgeber hatten jedoch bessere Chancen.

Rot-Weiss Essen ist weiterhin ungeschlagen. Und mit dem 1:1 (0:1) beim SV Rödinghausen, der wie die Essener als Ligafavorit gehandelt wird, kann man auch durchaus leben. „Vier Spiele, zehn Punkte, alles gut”, meinte RWE-Sportdirektor Jörn Nowak. Sein Cheftrainer Christian Titz sprach von einem „fairen Ergebnis”. Und aus Essener Sicht auch gut für die Optik: Rot-Weiss ist nach wie vor Spitzenreiter. Grundsätzlich waren nach diesem intensiven und spannenden Spiel in der ostwestfälischen Fußball-Provinz beide Seiten zufrieden. Im Detail aber gab’s dann doch das eine oder andere zu mäkeln.

„Wir hatten die hundertprozentige Chance, das Spiel zu entscheiden”, ärgerte sich SRV-Coach Enrico Maaßen. Sein Team hatte in den 90 Minuten kaum etwas zugelassen und in der ersten Hälfte die besseren Möglichkeiten in diesem alles in allem chancenarmen Duell. In Hälfte zwei stockte dem nimmermüden RWE-Anhang der Atem, als Franz Pfanne den Ball auf Linus Meyer durchsteckte, dieser völlig frei vor Marcel Lenz auftauchte, aber an dem famosen RWE-Keeper scheiterte (78.). Da hatten die Gäste Riesendusel.

Zwei, drei strittige Szenen gegen Rot-Weiss entschieden

„Dafür hätten wir zwei Elfmeter bekommen müssen”, meinte Jörn Nowak. Titz sprach von zwei, drei strittigen Szene, die gegen RWE entschieden worden seien. Zweimal sei ein Rot-Weisser im Strafraum gehalten bzw. heruntergedrückt worden, einmal sei der Ball einem Rödinghauser Spieler an die Hand gesprungen. „Es sind manchmal Kleinigkeiten, die so ein enges Spiel entscheiden“, sinnierte der Fußballlehrer.

Dieser hatte schon vor der Partie eine kleine Überraschung parat. Die Aussage, dass jeder Spieler im Kader die Chance habe, in die Startelf zu rutschen, ist offenbar kein bloßes Lippenbekenntnis. Titz jedenfalls bot Florian Bichler und Jan-Lucas Dorow auf, die zuletzt nach ihrer Einwechselungen am 2:1-Heimerfolg gegen Köln II maßgeblich beteiligt waren. Dafür saß ausgerechnet Linksaußen Oguzhan Kefkir nur auf der Bank, ein sogenannter Unterschiedsspieler. Was er ja auch ist, wie er kurz nach der Pause bewies. Kaum im Spiel, schlängelte er sich in der unsortierten Abwehr des Gegners um seinen Bewacher herum und schob die Kugel ins lange Eck zum 1:1 (46.).

Oguzhan Kefkir macht auch in Rödinghausen den Unterschied aus

An diesem Tag wurde Kefkir ein Opfer der Taktik. Titz hatte „lange Schläge“ des Gegners erwartet, wie er erklärte „Wir haben uns deshalb für zwei sehr gute Anlaufspieler entschieden, damit der Kampf um die zweiten Bälle nicht so tief in unserer Hälfte stattfindet, sondern in Höhe der Mittellinie.” Das funktionierte zwar, doch der Offensive fehlte der Zug, sie blieb ziemlich harmlos.

Die Rot-Weissen kontrollierten zwar mit viel Ballbesitz die Partie - was Enrico Maaßen auch als seinen Plan auslegte - gleichwohl waren sie im Aufbau zu unpräzise und auch zu langsam. Rödinghausen ließ die Gäste gewähren, stand kompakt und langte mitunter auch mal rustikal hin.

Knapp zwanzig Minuten dauerte es, bis der SVR seinen Rhythmus gefunden hatte und nicht nur mit Langholz gefährlich wurde. Simon Engelmann prüfte RWE-Keeper Marcel Lenz (19.), nur eine Minute später musste der Keeper einen Schuss von Julian Wolff entschärfen.

Superbes Solo von SVR-Torjäger Engelmann

Dann folgte der große Auftritt von Engelmann. Mit dem Ball am Fuß nahm der Angreifer Fahrt auf und drängte entschlossen in den Essener Strafraum. Ein Haken, ein weiterer inklusive Beinschuss und der Abschluss: hart und trocken unter die Latte zum 1:0 (24.). Ein superbes Solo, das die verdiente Führung brachte, weil die Spielanlage der Ostwestfalen etwas reifer wirkte.

Gleichwohl gefällt dieser Stil dem Ästheten Christian Titz offenbar nicht wirklich. „Wir wussten, dass wir auf eine nickelige, eklige Herrenmannschaft treffen, die es körperlich spielt”, beschrieb der Trainer. Alles nur, um den gegnerischen Spielfluss zu stören. Aber der Zweck heiligt die Mittel, weshalb Kollege Maaßen wiederum sehr zufrieden war „mit der Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben“.

So haben sie gespielt

SV Rödinghausen - Rot-Weiss Essen 1:1 (1:0). RWE: Lenz - Heber (46. Kefkir), Kehl-Gomez, Hahn, Grund (80. Herzenbruch)- Grote - Bichler, Dorow, Condé - Dahmani (69. Platzek), Endres (87. Erwig-Drüppel).

Schiedsrichter: Schütter.

Zuschauer: 1830.

Tore: 1:0 Engelmann (24.), 1:1 Kefkir (46.).

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