Fußball Regionalliga

RWE-Trainer spricht im Fall Grote von Wettbewerbsverzerrung

Gerade erst in die Starelf zurück gekehrt, nun wieder gelbgesperrt: Um das Fehlen von Dennis Grote entspinnt sich eine lebhafte Diskussion.

Gerade erst in die Starelf zurück gekehrt, nun wieder gelbgesperrt: Um das Fehlen von Dennis Grote entspinnt sich eine lebhafte Diskussion.

Foto: Thorsten Tillmann/FFS

Essen.  Der RWE-Routinier muss eine gelbe Karte aus dem annullierten Wattenscheidspiel absitzen. Spielleiter Wolfgang Jades bezieht sich aufs Regelwerk.

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Drei Siege in Folge haben beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen den November-Blues vertrieben, vor allem der am Ende überraschend deutliche 4:1-Erfolg über die Sportfreunde Lotte hatte die rot-weisse Seele gestreichelt, gerade rechtzeitig vor dem mit Spannung erwarteten Derby beim ewigen Rivalen Wuppertaler SV (Sonntag, 14 Uhr, Stadion am Zoo). War nach Meinung der Fans die erste Halbzeit (1:1) nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig, so zog doch RWE-Trainer Christian Titz ganz antizyklisch ein erstaunliches Fazit: „Mir hat die erste Halbzeit sogar noch besser gefallen, trotz des 0:1 sind wir ruhig geblieben und haben uns den Gegner zurechtgelegt, die Mannschaft hat es einfach gut gemacht, das spricht für ihr Selbstvertrauen“, meinte der Übungsleiter über den Lackmustest.

Vorfreude auf das Derby

Das gesteigerte Selbstvertrauen kann nicht schaden, wenn es am Sonntag zum Erzrivalen geht, auch wenn dort wieder besondere Bedingungen herrschen: „Das ist ein Derby und da freuen wir uns drauf“, so Titz, der noch einige Spieler in seinem Kader weiß, die ihm über die besondere Atmosphäre im Stadion Zoo Auskunft geben können. Allerdings müssen die Gäste bei ihrem Vorhaben, den vierten Sieg in Folge einzufahren und sich in der Spitzengruppe festzusetzen, auf einen wichtigen Akteur verzichten: Dennis Grote wird nach seiner fünften Gelben Karte in Wuppertal pausieren müssen. Gerade erst wieder in die Anfangself zurückgekehrt hatte der Routinier gegen Lotte seine strategische Wichtigkeit unter Beweis gestellt, seine öffnenden Diagonalpässe sind nach wie vor eine Augenweide und sorgen für notwendige Überraschungsmomente im RWE-Angriffsspiel.

Sein Verlust wiegt schwer und erzürnt auch den Trainer. Denn der 33-Jährige hatte eine seiner fünf Gelben Karten im Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 kassiert, was ja bekanntlich annulliert worden ist. „Letztendlich ist es doch so, dass wir als Menschen zusammen leben – und da brauchen wir klare Regelungen. Und wenn wir hier ein Spiel annullieren und kriegen drei Punkte abgezogen, dann kann es nicht sein, dass eine Karte aus dem Spiel für uns bestehen bleibt, dazu habe ich dann eine klare Meinung. Das ist dann für mich Wettbewerbsverzerrung. Entweder haben wir ein Spiel annulliert, dann ist aber auch alles raus“, gibt der Coach zu bedenken.

Während Titz mit normalem Menschenverstand sich der Sache nähert, zieht sich Wolfgang Jades, der Spielleiter der Regionalliga West, auf die Statuten zurück: „Wir beziehen uns auf das Regelwerk der Fifa, welches klar besagt, dass persönliche Strafen bestehen bleiben, danach handeln wir.“ Ob die Sache auch gerecht wäre, dazu wollte der Funktionär des Fußballverbandes Niederrhein keine Meinung äußern. Nach der geräuschvollen Insolvenz in Wattenscheid und aufsehenerregenden Spielabsage vom vergangenen Wochenende in Verl kann sich der FVN über mangelnde Baustellen in dieser Saison wahrlich nicht beklagen.

Titz sieht den Fußball als Solidargemeinschaft

Dass auch Wuppertal, wenn man den Nachrichten aus dem Bergischen Land Glauben schenken darf, etliche Sorgen plagen, diese Saison finanziell über die Runden zu bringen, darf die Essener im Vorfeld nicht beeinflussen. „Ich würde es sehr bedauern, wenn eine weitere Mannschaft den Rückzug antreten müsste. Fußball hat auch mit Solidargemeinschaft zu tun, und wenn es solche Mannschaften gibt, dann kann man vielleicht im Vorfeld seine Hilfe anbieten, um Lösungsansätze zu finden“, so der RWE-Trainer. An ein Punktegeschenk am Sonntag ist natürlich nicht gedacht.

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