RWO-Analyse

RWO: Besser ein dreckiger Sieg als wieder nur Remis

Tim Hermes nimmt genau Maß und trifft zum 1:0.

Foto: Micha Korb

Tim Hermes nimmt genau Maß und trifft zum 1:0. Foto: Micha Korb

Oberhausen.   Das 1:0 von RWO bei Westfalia Rhynern war keine Offenbarung, aber letzten Endes verdient. Damit rücken die Rot-Weißen in der Tabelle vor.

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Mit einem Auswärtssieg in die Rückrunde zu starten, ist immer gut. Auch wenn das 1:0 beim mutmaßlichen Absteiger Westfalia Rhynern das glatte Gegenteil von einem „strahlenden“ Sieg ist. Es war ein „dreckiger“ Sieg, und Trainer Mike Terranova, der sich am Tag nach seinem Geburtstag die drei Punkte lieber mit güldener Folie umhüllt vorgestellt hätte, nimmt auch diese Zähler gern mit. Nach der Remis-Serie zum Abschluss der Hinrunde war das ganz in Ordnung.

Ganz in Ordnung war auch die Mannschaftsleistung. Bei aller Kritik an dem insgesamt nicht sonderlich ansehnlichen Spiel darf man nicht vergessen, dass es einen Gegner zu bespielen gab, der mit seinem aggressiven Pressing, seiner physischen Präsenz und seiner taktischen Disziplin durchaus unangenehm zu bespielen war. Zudem fand das statt auf einem Rasen, der Regionalligaspiele nicht verdient. Er war tief und extrem seifig, Tim Hernes: „Ich hatte schon die längsten Stollen und fand trotzdem kaum Halt.“

Kaum Halt auf rutschigem Geläuf

Einmal allerdings fand Hermes – diesmal der linke Offensive vor Maik Odenthal – Antritt und Stand und Halt zugleich: In der 18. Minute befreite der erneut starke Jasper Stojan die Abwehr mit einem klugen Spiel auf Patrick Bauder am Mittelkreis, und der jagte einen Pass steil nach rechts, wo Hermes schon gestartet war. Im Stil eines gelernten Außenstürmers kurvte er nach innen, ließ seinem Angreifer keine Abwehrchance, legte sich den Ball auf links und zog von der Strafraumgrenze scharf nach links unten ab. Der Ball war so scharf geschossen, dass er diesmal trotz Rumpel-Rasens nicht in Hoppel-Verlegenheit kam, drin das Ding! Das Tor des Tages war damit gefallen, und den Rest kann man sich fast sparen.

Wenn es da nicht zwei Tormöglichkeiten für die tapferen Gastgeber gegeben hätte. Erst versemmelte der Ex-Essener Lucas Arenz die größte aller Chancen: Daniel Heber war nach sieben Minuten etwas ungalant an Mathieu Bengsch geraten, und der mitunter übereifrige Schiedsrichter Cem Sayilgan hatte auf Strafstoß entschieden. Arenz geriet (Platzprobleme?) in Rücklage und schoss hoch drüber.

Am Ende sogar wieder mal Glück gehabt

Und dann die 89. Minute, die in RWO-Kreisen auf dem Weg zum Kult-Status ist: Nach einer Ecke klatscht der Ball unter die Lattenkante des RWO-Tors, dann nochmal an die Latte, erst dann ins Toraus. Das war nicht weit weg vom 1:1! Auch deswegen bezeichnete Terranova den Sieg als ebenso „glücklich“ wie „dreckig“. Dazwischen nämlich hatte sich nichts getan, dazu waren Plackerei und Maloche eben zu mächtig, aber die Torleute hatten eigentlich einen recht geruhsamen Nachmittag.

Drei Torchancen insgesamt, RWO nutzt seine einzige. Man kann das auch Effektivität nennen. „Ist mir egal“, meinte RWO-Vize Thorsten Binder: „Punkte zählen.“

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